Auf einen Blick
- Sprecher: Gergana Muskalla gibt Zoe eine warme, lebensfrohe Stimme, die die Leichtigkeit des Romans trägt.
- Themen: Kinderwunsch, Freundschaft unter Frauen, Neuanfänge
- Stimmung: Leicht, herzlich und wohlig — wie ein langer Nachmittag mit Freundinnen
- Fazit: Ein rundes Serienfinale für Zoe, das funktioniert, wenn man Anna und Ilona bereits kennt — und auch solo unterhaltsam ist.
Es gibt Hörbücher, die man für stille Momente aufhebt. « Ziemlich runde Zeiten » von Angelika Schwarzhuber ist so eines. Ich habe die acht Stunden über mehrere Abende verteilt, meistens dann, wenn ich mich nach etwas Entspannendem gesehnt habe — kein Thriller, kein schweres Sachbuch, keine komplizierte Weltpolitik. Nur Zoe, ihre Freundinnen Anna und Ilona, der Chiemsee im Hintergrund und Gergana Muskallas Stimme, die das alles zu einem angenehmen Strom macht.
Das ist nicht als Abwertung gemeint. Wohlfühlliteratur, die gut gemacht ist, hat ihren eigenen Anspruch: Sie darf nicht langweilen, nicht vorhersehbar wirken, muss die Figuren ernst nehmen, auch wenn die Handlung leicht ist. Schwarzhuber, die mit dieser Reihe die Geschichten von Anna, Ilona und Zoe erzählt hat, erfüllt diese Bedingungen verlässlich.
Zoes Weg zur Familie — und ein Mann, der alles durcheinanderwirbelt
Die Prämisse ist direkt und sympathisch: Zoe ist Zahnärztin, hat ihr Leben im Griff, bereist die Welt, vermisst aber einen Partner und zunehmend auch ein Kind. Nach einem Unfall auf den Kapverden, bei dem sie dem Tod knapp entkommt, wird ihr klar, dass sie handeln muss. Und dann taucht natürlich jemand auf, der die sauber geplante Entscheidung kompliziert macht.
Das ist klassische Frauenromanstruktur, und Schwarzhuber nutzt sie ohne Entschuldigungen. Was den Roman über das Durchschnittliche hebt, ist der Umgang mit dem Kinderwunsch als ernstem Lebenswunsch, nicht als romantischem Beiwerk. Eine Schwangerschaft ohne Sex — so beschreibt es eine Rezensentin mit einem Augenzwinkern — ist eine ungewöhnliche Wendung, die dem Buch etwas Eigenes gibt.
Die Freundinnen als tragendes Fundament
Was an dieser Reihe funktioniert, ist das Trio. Anna, Ilona und Zoe sind drei unterschiedliche Frauen, die unterschiedliche Lebensrealitäten repräsentieren, ohne Typen zu sein. Zoe ist die Letzte, deren Geschichte erzählt wird — die Reihe hat also eine innere Logik, in der jede Frau ihren Raum bekommt. Rezensionen loben die Nebenfiguren Ben, Emma, Mina und andere als ebenso bezaubernd wie die Hauptfiguren, und das spürt man beim Hören: Diese Welt ist nicht bevölkert mit Staffage, sondern mit Menschen, die man kennenlernen möchte.
Gergana Muskalla trägt das mit einer Stimme, die ich als heiter-warm beschreiben würde. Sie übertreibt nicht, sie unterstreicht Komisches nicht mit aufgesetztem Lachen, sie lässt die Figuren sprechen. Das ist die richtige Entscheidung für diesen Ton.
Als Serienfinale — und als Einzelhörbuch
« Ziemlich runde Zeiten » ist das exklusive Audible-Original und der Abschluss der « Freundinnen vom Chiemsee »-Reihe. Die Frage, die sich stellt: Kann man einsteigen, ohne die Vorgänger zu kennen? Technisch ja, weil Schwarzhuber ausreichend Kontext liefert. Emotional gesehen gewinnt man aber deutlich, wenn man Anna und Ilona bereits kennt — das Gefühl, eine Gemeinschaft zu verabschieden, entsteht nur bei denen, die mitgegangen sind.
Wer die Reihe kennt und Zoes Geschichte vermisst hat, bekommt hier einen Abschluss, der laut einer Rezensentin ausgezeichnet gelungen ist. Das Buch bereitet Freude und gibt Zuversicht — das klingt schlicht, ist aber genau das, was diese Art Literatur leisten soll. Nicht jedes Hörbuch muss herausfordern. Manche dürfen einfach gut tun.
Wer anspruchsvolle literarische Fiktion sucht oder komplexe Charakterentwicklung erwartet, ist hier falsch. Wer sich ein entspannendes Hörabenteuer mit warmherzigen Figuren wünscht, das keinen emotionalen Einsatz verlangt, findet in « Ziemlich runde Zeiten » einen verlässlichen Begleiter.