Wiener Straße
Hörbuch & E-Book

Wiener Straße, by Gesprochen von: Sven Regener

Von Gesprochen von: Sven Regener

Gesprochen von Spieldauer: 6 Std. und 4 Min.

★★★★☆ 4.3/5 (854 Bewertungen)
🎧 6 Stunden und 4 Minuten 📘 tacheles! / Roof Music 📅 7 septembre 2017 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Ein großer Roman voll schräger Vögel in einer schrägen Welt

« Wiener Straße » beginnt im November 1980 an dem Tag, an dem Frank Lehmann mit der rebellischen Berufsnichte Chrissie sowie den beiden Extremkünstlern Karl Schmidt und H. R. Ledigt in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt wird, um Erwin Kacheles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen.

Österreichische Aktionskünstler, ein Fernsehteam, ein ehemaliger Intimfriseurladen, eine Kettensäge, ein Kontaktbereichsbeamter, eine Kreuzberger Kunstaustellung, der Kampf um die Einkommensoptionen Putzjob und Kuchenverkauf, der Besuch einer Mutter und ein Schwangerschaftssimulator setzen eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle ins Verderben reißen. Außer einen!

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Sven Regener liest sein eigenes Buch, und das trägt alles: Seine Stimme ist die einzig richtige für Frank Lehmanns Welt.
  • Themen: Kreuzberger Subkultur, absurde Komödie, Künstlermilieus der 1980er Jahre
  • Stimmung: Warm, chaotisch und unweigerlich komisch, wie ein langer Abend im Café Einfall
  • Fazit: Ein Vergnügen für alle, die den Lehmann-Kosmos kennen und lieben. Wer neu ist, fängt besser mit « Herr Lehmann » an.

Es war ein Samstagvormittag, ich hatte keine Pläne, und « Wiener Straße » wartete schon seit Wochen in meiner Bibliothek. Ich habe auf Play gedrückt, eigentlich nur um zu hören, wie es beginnt. Zweieinhalb Stunden später war ich immer noch auf dem Sofa, hatte den Kaffee vergessen und lachte über eine Szene mit einem Schwangerschaftssimulator, die ich am liebsten sofort nochmal gehört hätte. So ist das mit Sven Regener.

Hinweis vorab: Die Metadaten dieses Titels sind vertauscht. Als Autor ist im Datensatz « Gesprochen von: Sven Regener » angegeben, als Sprecher steht die Laufzeit. Tatsächlich ist Sven Regener beides: Autor und Sprecher. Er liest sein eigenes Buch, und das ist keine Kleinigkeit.

Warum die Selbstlesung hier nicht optional ist

Sven Regeners Prosa lebt von einem ganz bestimmten inneren Rhythmus. Der Gedankenfluss seiner Figuren, das Verschachteln, das geduldige Weiterschweifen, das Gedachte immer weiter bis an entfernte Ufer treiben, das funktioniert auf der Seite schon außergewöhnlich gut. Aber wenn Regener es selbst spricht, bekommt es eine zusätzliche Dimension. Man hört, wo die Komik sitzt. Man hört, wann ein Satz so lang werden muss, dass er fast zusammenbricht, bevor er sich rettet. Eine fremde Stimme würde das kaum nachbauen können. Ein Rezensent bringt es auf den Punkt: Er würde es gar nicht anders wollen.

Kreuzberg 1980, Frank Lehmann und schräge Vögel aller Art

« Wiener Straße » beginnt im November 1980, an dem Tag, an dem Frank Lehmann in eine Wohnung über dem Café Einfall verfrachtet wird, weil er Erwin Kacheles Familienplanung im Weg steht. Von dort aus entfaltet sich ein Panoptikum aus österreichischen Aktionskünstlern, einem Fernsehteam, einem einstigen Intimfriseurladen, Kettensägen, einer Kreuzberger Kunstausstellung und einem Besuch einer Mutter, der alles noch komplizierter macht. Das ist ein typischer Regener-Plot: Die Handlung ist weniger wichtig als das, was die Figuren dabei denken, sagen und missverstehen.

Das Buch ist der vierte Teil des Lehmann-Epos, nach « Herr Lehmann », « Neue Vahr Süd » und « Der kleine Bruder ». Man kann es lesen, ohne die ersten drei zu kennen, aber man sollte es nicht tun. Nicht weil man die Handlung nicht verstehen würde, sondern weil man die Figuren nicht kennt. Karl Schmidt, H. R. Ledigt, Erwin Kachele, sie alle haben Geschichte, und diese Geschichte macht sie in « Wiener Straße » erst wirklich funny. Wer mit Lehmann nicht vertraut ist, läuft Gefahr, das Buch als netten Kreuzberger Schwank abzuhaken. Wer ihn kennt, versteht, dass es hier um etwas Größeres geht: um eine ganze Welt, die sich kurz vor dem Wendepunkt befindet.

Wo « Wiener Straße » steht im Lehmann-Kanon

Ehrlich gesagt ist die Frage, ob « Wiener Straße » an die ersten drei Bände herankommt, unter Regener-Fans umstritten. Ein Rezensent schreibt, dass er es für fast das beste aus dem Lehmann-Epos hält, weil es einfach nur lustig ist, ohne Nervenzusammenbrüche. Ein anderer findet, dass es die inneren Selbsterzählungen, die ihn an den früheren Büchern so begeistert haben, etwas vernachlässigt, weil Regener nun auch in andere Figuren hineinschaut. Beide haben recht, und beide beschreiben eigentlich dasselbe Buch. « Wiener Straße » ist luftiger, äußerlicher, komödiantischer. Ob man das als Verlust oder Gewinn verbucht, hängt davon ab, was man von Regener möchte.

Für mich persönlich war der Abstand zum Lehmann der früheren Bände kein Problem. Die sechs Stunden vergehen mit einer Leichtigkeit, die man selten findet. Und wenn Regener seine eigene Sprache in der eigenen Stimme trägt, ist das schlicht eine sehr besondere Erfahrung.

Wer sollte zuhören, wer nicht

Wer die Lehmann-Trilogie kennt und liebt: sofort. Wer Kreuzberger Wimmelmilieus, absurde Situationskomik und Prosa mag, die sich Zeit nimmt: sehr empfehlenswert. Wer Regener nicht kennt: bitte mit « Herr Lehmann » beginnen, nicht hier. Wer Bücher braucht, in denen viel passiert: falsche Adresse.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Ein genialer Riesenspaß mit Tiefgang, auch oder gerade als Hörbuch

Es ist mein viertes Buch von Sven Regener (Die ersten drei: Herr Lehmann, Neue Vahr Süd, Der kleine Bruder).Aus meiner Sicht hat er hier sein Niveau nicht nur gehalten, sondern noch gesteigert. Vielleicht liegt es auch daran, daß man die meisten Charaktere schon kennt. Oder es ist die zeitliche Nähe…

— Amazon Kunde
★★★★☆

Eigentlich …

Eigentlich …Ja eigentlich ist das ein super Hörbuch. Es wird wieder ordentlich gedödelt und gedacht, und das Gedachte auch gleich wieder bis zu den fernsten Ufern hin verschachtelt, aber – das muss ich leider resümieren – an die ersten drei Teile kommt die „Wiener Straße“ nicht heran.Denn, waren in diesen…

— Resus P
★★★★★

klare Kaufempfehlung

Wer sich lustig und vergnügt nach Kreuzberg der 80 ziger versetzen lassen möcht und herrliche Dialoge lesen möchte ,sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen

— Michael
★★★★★

Mein Freund das Buch

Keine Ahnung, was manche hier haben, von wegen die sind die ganze Zeit nur am labern, das ist doch gerade der Punkt bei Sven Regener, was soll das, wann hat der denn je was anderes gemacht, ich würde es gar nicht anders wollen, im Gegenteil, ich würde fragen, wo ist…

— Pandaemonium

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin