Verhext
Hörbuch & E-Book

Verhext, by Kevin Hearne and Alexander Wagner – Übersetzer

Von Kevin Hearne, Alexander Wagner – Übersetzer

Gesprochen von Stefan Kaminski

★★★★★ 4.6/5 (822 Bewertungen)
🎧 10 Stunden und 6 Minuten 📘 HörbucHHamburg HHV GmbH 📅 26 avril 2014 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Der Druide Atticus will eigentlich nur eines: seine Ruhe haben vor all den Göttern, Hexen und Feen. Aber dieser Wunsch bleibt ihm verwehrt. Denn nachdem er in Notwehr eine hohe Gottheit getötet hat, wollen plötzlich alle etwas von ihm – Schutz vor Anschlägen, Rivalen aus dem Weg schaffen oder ihm eine spezielle Göttertöter-Versicherung aufschwatzen. Kurz bevor er einen Friedenspakt mit dem örtlichen Hexenorden schließen kann, taucht eine Heerschar neuer Hexen auf. Ihre dunkle Vergangenheit reicht bis nach Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Zum Glück hat Atticus ein magisches Schwert und einen Vampir-Anwalt…

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Stefan Kaminski ist ein Ausnahmesprecher, der Atticus’ lakonischen Witz und die absurden Götter-Dialoge mit spielerischer Leichtigkeit trägt.
  • Themen: Götterpantheons im Clinch, Schuld und Überlebenspflicht, Humor als Abwehrmechanismus
  • Stimmung: Locker und schlagfertig, aber mit echten Zähnen unter der komödiantischen Oberfläche
  • Fazit: Wer Band eins mochte, wird hier noch mehr Spaß haben. Kaminski allein ist schon ein Grund zum Hören.

Es gibt Hörbücher, bei denen man nach zwanzig Minuten weiß, dass man die nächsten zehn Stunden nicht weglegen wird. Verhext war so ein Hörbuch. Ich hatte einen verregneten Samstag vor mir, einen Stapel unerledigter Hausarbeit, und Stefan Kaminskis Stimme, die mir erklärte, warum ein zweitausend Jahre alter irischer Druide in Arizona nun ausgerechnet auch noch Thor töten soll. Ich habe an diesem Tag keine Wäsche gewaschen.

Kevin Hearnes Chronik des Eisernen Druiden ist seit Jahren eine der erfolgreichsten Urban-Fantasy-Reihen im deutschen Sprachraum, und das liegt zu einem guten Teil daran, dass die Übertragung durch Alexander Wagner funktioniert und Kaminski diese Texte lebt, nicht nur liest. Band zwei, Verhext, beginnt genau dort, wo der erste Band aufgehört hat: mit Atticus, der eigentlich nur seine Ruhe will, und einem Universum, das ihm diese Ruhe konsequent verweigert.

Warum Atticus als Ich-Erzähler so unwiderstehlich ist

Der Hauptcharakter Atticus O’Sullivan ist nicht interessant, weil er besonders tugendhaft wäre. Er ist interessant, weil er alt genug ist, um fast alles schon einmal falsch gemacht zu haben, und weil er trotzdem immer wieder so tut, als wäre er überrascht von den Konsequenzen. Kaminski trifft diese Tonlage aus dem Stand. Diese Mischung aus gespielter Naivität, echter Schlagfertigkeit und einem Unterton von jemanden, der die Erschöpfung gut versteckt, ist nicht leicht zu sprechen. Kaminski macht es mühelos klingen.

Die Geschichte selbst fügt der Welt aus Band eins mehrere neue Schichten hinzu. Da ist ein Vampir-Anwalt mit durchaus vernünftigen Geschäftsvorschlägen. Da sind deutsche Hexen mit einer dunklen Geschichte, die bis ins Dritte Reich zurückreicht. Und da ist Thor, der im Laufe der Handlung zu töten wäre, was allein als Konzept schon ausreicht, um die nächsten drei Stunden zu rechtfertigen. Was Hearne gut macht: Er nimmt seine eigene Mythologie ernst genug, um sie nicht zum reinen Selbstzweck werden zu lassen, aber locker genug, um damit zu spielen.

Der Hund als heimlicher Star

Oberon, Atticus’ irischer Wolfshund, kommuniziert telepathisch mit seinem Besitzer, und seine Einwürfe gehören zu den verlässlichsten Lachern des Bandes. Kaminski unterscheidet die Stimmen klar, ohne dabei in Karikatur abzugleiten. Die Rezensentin Domenicus Lernus beschreibt es treffend: Die Situationskomik entsteht aus dem Aufeinanderprallen von uralter mythologischer Logik und moderner Alltagssprache, und Oberon ist der Katalysator für genau diese Kollisionen. Wer das im ersten Band geliebt hat, bekommt hier mehr davon, geschärft und selbstbewusster eingesetzt.

Inhaltlich gibt es einen kleinen Vorbehalt: Wie der Rezensent UGKP bemerkt, ist dies keine Literatur, die den kritischen Verstand fordert. Die Logik der Welt funktioniert auf den Regeln eines wohlgelaunten Märchens, nicht auf denen eines durchkonstruierten Fantasy-Systems. Das ist kein Fehler, aber es ist eine Entscheidung, und wer harte Worldbuilding-Konsistenz sucht, wird sie hier nicht finden. Was man findet, ist brillant unterhaltende Eskapistik mit Tempo, Witz und einer Hauptfigur, der man noch zwanzig Bände lang zuhören möchte.

Einsteigen oder nicht einsteigen

Band zwei funktioniert als direkte Fortsetzung des ersten Bandes und sollte nach diesem gehört werden. Wer Verhext ohne Vorkenntnis beginnt, verpasst nicht nur Handlungskontext, sondern auch den Aufbau von Sympathien und Beziehungen, die dem zweiten Band seinen emotionalen Boden geben. Für Neueinsteiger ist der erste Band der logische Startpunkt.

Wer sollte hören: Urban-Fantasy-Fans, die eine Reihe suchen, die sie über mehrere Bände begleitet. Leserinnen und Leser, die Humor als ernstes Erzählinstrument schätzen. Alle, die Stefan Kaminski als Sprecher kennen und wissen, was sie bekommen.

Wer lieber verzichten sollte: Wer griechisch-nordische Mythologiemischungen ablehnt. Wer epische, ernste Fantasy ohne Ironie erwartet. Wer mit Band zwei einsteigen will statt mit Band eins.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin