Miss O'Shea und die Drachen von Hongkong
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Miss O'Shea und die Drachen von Hongkong, by Dan Dreyer and Torsten Weitze

Von Dan Dreyer, Torsten Weitze

Gesprochen von Günter Merlau

★★★★★ 4.7/5 (504 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

Ich bin der Custos, der Wächter. Ich bin der Schild der Quadriga.«

November 1887.

Caoimhe ›Kiwa‹ O’Shea, jüngst zum Custos der Ratsquadriga ernannt, dürstet es nach Gerechtigkeit für Yifan Zhangs Opfer!

Ihre durchaus ehrenhafte Absicht trifft auf eine überaus ehrenlose Gegnerin.

Und während die Zauberin geradezu spielerisch und mit scheinbar grenzenloser Tücke agiert, führt sie der Quadriga deren Grenzen deutlich vor Augen und verfolgt dabei ihre eigenen Pläne.

Wieder und wieder fragt sich Kiwa, ob sie dieser Gegnerin gewachsen ist.

Bald wird ihr klar, dass es nur noch einen einzigen Ausweg aus allem Leid gibt.

Aber darf sie dem Anderen nachgeben, um die Bürger Hongkongs zu retten?

Oder muss sie es sogar?

Ist es wirklich Yifan Zhang, die die Nebula Convicto und die Welt der Mundanen bedroht?

Oder lauert da noch etwas anderes, etwas, das bisher verborgen blieb?

Und was zum Teufel hat es mit all den Katzen auf sich?

»… ich kämpfe zuerst und falle zuerst. Solange ich atme, sind wir sicher.«

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Günter Merlau gibt Caoimhe O’Shea eine Stimme, die zwischen Entschlossenheit und Zweifel navigiert — er trägt die vielen Perspektivwechsel ohne Verwirrung durch.
  • Themen: Steampunk-Viktorianismus, moralische Ambiguität von Heldentum, mythologische Weltenbau-Verflechtung
  • Stimmung: Actionreich und atmosphärisch dicht, mit gelegentlichen ruhigeren Momenten der Charakterreflexion
  • Fazit: Band 3 der Nebula Convicto Chroniken vertieft das Universum erheblich und hinterlässt einen Cliffhanger, der die Wartezeit auf Band 4 schmerzhaft macht.

Ich habe die ersten beiden Bände der Nebula Convicto Chroniken innerhalb einer Woche durchgehört — nicht weil ich das vorhatte, sondern weil Dan Dreyer und Torsten Weitze ein Universum gebaut haben, das mich einfach nicht losgelassen hat. Als Band 3 erschien, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen. Die Frage war, ob Miss O’Shea und die Drachen von Hongkong diese Erwartungen erfüllen oder an ihnen scheitern würde.

Es war ein Mittwochabend, kurz vor halb zehn, als ich aufgehört habe, das zu tun, was ich eigentlich noch erledigen wollte. Caoimhe Kiwa O’Shea war gerade mitten in einer Situation, aus der es keinen offensichtlichen Ausweg gab, und Günter Merlaus ruhige, bestimmte Stimme machte das Aufhören schlicht unmöglich.

Hongkong 1887: Wenn Weltenbau geografisch wird

Was die Nebula Convicto Reihe von vielen anderen Steampunk-Phantastik-Serien unterscheidet, ist die geografische Ambition. Der erste Band spielte in einem europäischen Rahmen, aber bereits jetzt springt die Serie nach Hongkong — und das nicht als Kulisse, sondern als kulturell eingebetteter Schauplatz. Rezensent reader hebt genau das hervor: das Einbinden von mythischen Wesen aus aller Welt sei das Faszinierende an dieser Reihe.

Das China des Jahres 1887 bietet Dreyer und Weitze reiche Möglichkeiten: Der schwarze Drache, Yifan Zhang als manipulative Gegnerin, die Hongkonger Gesellschaft unter britischer Kolonialherrschaft. Das alles verwoben mit dem Ratsquadriga-System, das die Reihe seit Band 1 trägt. Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie die Falten — diese magisch erschaffenen Zugänge zwischen Orten — nicht einfach als Transportmittel dienen, sondern narrative Bedeutung tragen: Sie kollabieren, sie versagen, sie setzen Caoimhe Grenzen.

Yifan Zhang und das Problem der perfekten Gegnerin

Die Antagonistin dieses Bandes ist Yifan Zhang — eine Zauberin, die spielerisch und mit scheinbar grenzenloser Tücke agiert. Sie ist die stärkste Figur des Bandes, und das ist gleichzeitig ein Kompliment und eine leichte Schwäche. Wenn eine Gegnerin zu souverän wirkt, zu berechnend, zu unnahbar, dann verliert der Konflikt ein wenig von seinem Gewicht. Man fragt sich weniger, ob Caoimhe gewinnen wird, sondern mehr, welchen Preis sie zahlen muss — und das ist eine subtilere Form der Spannung, die nicht jeden Hörer gleich fesselt.

Rezensentin Steffi hebt dagegen etwas hervor, das mich ebenfalls beeindruckt hat: die Kapitel aus Saint Georges Perspektive. Einen blinden Charakter mit magischer Wahrnehmung zu schreiben, der die Dinge trotz totaler Blindheit sieht, ist riskant — es kann leicht zur Superkraft werden, die die Behinderung bedeutungslos macht. Dreyer und Weitze navigieren das erstaunlich sorgfältig. Saint Georges Kampf mit seiner dunklen Seite gibt dem Band eine emotionale Tiefe, die über den Hauptplot hinausgeht.

Was Günter Merlau aus zwölf Stunden macht

Merlau ist ein erfahrener Sprecher, und das hört man. Er weiß, wann er Tempo machen muss und wann ein Moment Stille braucht. Die Actionsequenzen — und es gibt viele, von magischen Kämpfen bis zu physischen Konfrontationen — haben bei ihm eine Klarheit, die bei dicht geschriebenen Szenen nicht selbstverständlich ist. Was mich besonders überzeugt hat, war seine Handhabung von Caoimhes innerem Monolog: die Zweifel, die sie formuliert, klingen nicht melodramatisch, sondern real.

Einzige kleine Einschränkung: Bei den chinesisch klingenden Eigennamen gibt es gelegentlich eine leichte Unsicherheit in der Aussprache, die bei einem geografisch so spezifischen Schauplatz auffällt. Das ist ein Kleinstproblem, aber wer sensibel darauf reagiert, wird es bemerken.

Wer sollte reinhören, wer lieber bei Band 1 anfangen

Hören Sie rein, wenn Sie die ersten beiden Bände der Nebula Convicto Chroniken kennen und Lust auf viktorianischen Steampunk mit globaler Weltenbau-Ambition haben. Rezensentin Katrin Albrecht warnt: Der Cliffhanger am Ende ist schmerzhaft. Das stimmt. Wer keine laufenden Serien mag oder Abschluss braucht, sollte warten, bis Band 4 erschienen ist. Neueinsteiger können hier nicht beginnen — die Welt und ihre Regeln erschließen sich nur in der richtigen Reihenfolge.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Band 3 lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen?

Nein. Die Nebula Convicto Chroniken bauen eng aufeinander auf. Das Ratsquadriga-System, Caoimhes Rolle als Custos und die Beziehungen zwischen den Charakteren werden nicht neu erklärt. Wer einsteigen möchte, beginnt mit Band 1.

Wie geht Günter Merlau mit den vielen Perspektivwechseln um?

Er handhabt sie klar. Die Kapitel aus Saint Georges Perspektive — einer der großen Stärken von Band 3 — klingen durch Merlaus Sprechgestaltung tatsächlich anders als die Caoimhe-Kapitel. Es gibt gelegentliche Unsicherheiten bei chinesischen Eigennamen, aber das beeinträchtigt das Gesamterlebnis kaum.

Endet Band 3 mit einem offenen Cliffhanger?

Ja. Mehrere Rezensenten weisen explizit darauf hin — darunter Katrin Albrecht, die ungeduldig auf Band 4 wartet. Der zentrale Konflikt des Bandes findet seinen Abschluss, aber übergeordnete Handlungsstränge werden bewusst offen gelassen.

Wie authentisch ist das Hongkong-1887-Setting?

Dreyer und Weitze arbeiten mit historischen Strukturen — britische Kolonialherrschaft, Gesellschaftsschichten, geografische Details — und verflechten diese mit einem eigenen Mythologiesystem. Es ist keine historische Rekonstruktion, aber der Schauplatz fühlt sich eingebettet an, nicht aufgesetzt.

Überzeugt?

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin