Und ewig schläft das Pubertier
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Und ewig schläft das Pubertier, by Jan Weiler

Von Jan Weiler

Gesprochen von Jan Weiler

★★★★☆ 4.3/5 (736 Bewertungen)
🎧 2 Stunden und 8 Minuten 📘 Der Hörverlag 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Diskutier + Lamentier + Kommentier + Boykottier = Pubertier

Wenn es erst einmal wach ist, hält es die Welt in Atem: Das Pubertier. Und inzwischen hat sich Nick zu einem Parade-Exemplar entwickelt. Als männliches Pubertier besticht auch er durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie Chinagras und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen.

Ansonsten allerdings ist die Kommunikation mit dem Pubertier auf ein Mindestmaß reduziert, es spricht wenig, dafür müffelt und chillt es ausgiebig. Und die Liebe spielt in diesem dritten Teil der Pubertier-Saga eine immer größer werdende Rolle – wie auch die Wahl der richtigen Schuhmode. Im Pubertierlabor wird über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt. Gemutmaßt werden darf außerdem über die Frage, wann diese verfluchte Pubertät eigentlich aufhört. Der Erzähler schaut manchmal in den Spiegel und denkt: eigentlich nie.

Live-Mitschnitt von Jan Weiler.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Jan Weiler liest sein eigenes Buch als Live-Mitschnitt — die Bühnenerfahrung ist spürbar, das Timing sitzt, und der Witz entfaltet sich durch seinen trockenen Ton erst richtig.
  • Themen: Eltern-Kind-Kommunikation, Pubertät aus Elternperspektive, generationelle Missverständnisse
  • Stimmung: Entspannt und komisch, wie ein guter Abend mit befreundeten Eltern
  • Fazit: Kurze, vergnügliche zwei Stunden für Eltern pubertierender Kinder — kein Kunstwerk, aber echte Erheiterung garantiert.

Ich habe dieses Hörbuch an einem Samstagvormittag gehört, während ich Wäsche gefaltet habe. Das klingt unspektakulär, ist aber eigentlich das höchste Lob, das ich einem kurzen Hörbuch geben kann: Es hat mich durch eine sonst geistig verödende Tätigkeit getragen und dabei mehrfach laut lachen lassen. Wäsche falten mit Jan Weiler geht deutlich besser als ohne.

« Und ewig schläft das Pubertier » ist der dritte Teil von Weilers Pubertier-Saga, einem Phänomen, das eigentlich ein bisschen unerklärbar ist. Ein Vater schreibt über seinen Sohn Nick, der sich durch die typischen Zumutungen der Pubertät manövriert — Mädchen, Musik, Schuhmode, Kommunikationsverweigerung — und das Ergebnis trifft offenbar so präzise in eine kollektive Elternerfahrung, dass die Reihe seit Jahren geliebt wird. Der Untertitel des Phänomens lautet laut Weiler selbst: Diskutier plus Lamentier plus Kommentier plus Boykottier gleich Pubertier. Das erklärt eigentlich alles.

Was ein Live-Mitschnitt leistet — und was nicht

Es ist wichtig zu wissen, dass es sich bei diesem Hörbuch um einen Live-Mitschnitt einer Bühnenlesung handelt. Das verändert die Erfahrung erheblich gegenüber einer klassischen Studioaufnahme. Weiler ist Bühnentier genug, um das zu seinem Vorteil zu nutzen: Das Publikum lacht an den richtigen Stellen, was einen leichten Sog-Effekt erzeugt. Man lacht als Hörer fast automatisch mit, einfach weil man hört, dass andere Menschen gerade ebenfalls über Nicks Schuhphilosophie schmunzeln.

Gleichzeitig bringt der Live-Mitschnitt auch die typischen Einschränkungen mit sich: Die Akustik ist raumgebunden, der Vortrag stellenweise weniger poliert als in einer Studioaufnahme, und gelegentliche Übergänge fühlen sich nicht ganz so geschliffen an. Wer hochwertig produzierte Hörbücher gewohnt ist, merkt den Unterschied. Wer aber Weiler schon einmal live erlebt hat oder seine Lesungen kennt, weiß: Der Mann hat ein feines Gespür dafür, wann er eine Pointe sitzen lassen muss, und das kommt im Mitschnitt gut rüber.

Nick, 2.0 — und die Frage nach dem Ende

Was diesen dritten Band von den vorherigen unterscheidet und gleichzeitig sein größtes Thema ist: Die Frage, ob die Pubertät überhaupt jemals aufhört. Weiler schaut, wie er selbst schreibt, manchmal in den Spiegel und denkt: eigentlich nie. Das ist der ehrlichste und zugleich komischste Satz des ganzen Bandes. Nick ist inzwischen ein Parade-Exemplar seiner Gattung: Er wächst wie Chinagras, trägt Botschaft-Frisuren und kommuniziert auf einem Mindestmaß. Die Liebe spielt jetzt eine größere Rolle, und damit auch die Schuhfrage — Weiler spekuliert über einen Zusammenhang, der verblüffend einleuchtend klingt.

Die Stärke dieser Texte liegt nicht in einer Handlung oder Dramaturgie, die sich entwickelt, sondern in der akkuraten, liebevollen Beobachtung des Alltags mit einem heranwachsenden Menschen. Es sind kleine Szenen, erkennbare Momente, soziale Déjà-vus. Wer selbst Kinder in dem Alter hat oder hatte, wird sich an mindestens einem Drittel der Anekdoten persönlich ertappt fühlen.

Für wen diese zwei Stunden passen

Die Laufzeit von zwei Stunden und acht Minuten ist ehrlich kurz. Das ist weder ein Versehen noch ein Fehler, sondern die natürliche Länge dieser Art von Texten. Weiler überdehnt nichts, und das ist klug. Die Stücke sind pointiert, das Volumen stimmt für das Format. Wer eine epische Hörbucherfahrung sucht, ist hier falsch. Wer zwei Stunden vergnügliche Eltern-Kommentarkultur will, ist genau richtig. Als Einstieg in die Reihe eignet sich dieser Band übrigens weniger gut als Band eins — nicht weil er unverständlich wäre, sondern weil Nicks Entwicklung von Band zu Band aufgebaut wird und die Freude am Wiedererkennen mit dem Vorwissen wächst.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin