Auf einen Blick
- Sprecher: Hans Henrik Wöhler liefert eine souveräne Performance, die den verschiedenen Fraktionen — Imperiale, Rebellen, Jedi — jeweils eigene stimmliche Identitäten gibt.
- Themen: Imperiale Konteroffensive, Loyalität und Verrat, Jedi-Ethik und Dunkelheit
- Stimmung: Dicht und spannungsgeladen, mit dem Gewicht eines Finales, das sich wie ein Finale anfühlt
- Fazit: Ein würdiger Abschluss der Thrawn-Trilogie — wer Band 1 und 2 kennt, wird hier gut bedient.
Es war ein Samstagvormittag, und ich hatte mir vorgenommen, nur kurz reinzuhören — « nur die ersten dreißig Minuten », sagte ich mir. Vier Stunden später saß ich immer noch auf dem Sofa, das Frühstück vergessen. « Das letzte Kommando » ist der Abschluss von Timothy Zahns Thrawn-Trilogie, und er macht genau das, was ein gutes Serienfinale tun soll: Er löst ein, was aufgebaut wurde, ohne das Ende zu erzwingen.
Für alle, die die Reihe nicht kennen: Die Trilogie spielt in der Zeit kurz nach dem Ende des Galaktischen Bürgerkrieges. Die Neue Republik kämpft darum, sich zu konsolidieren, während das Imperium unter der Führung von Großadmiral Thrawn eine letzte Offensive vorbereitet. Dieser dritte Band bringt die Handlung zum Abschluss — Luke Skywalker, Han Solo und ihre Gefährten brechen nach Wayland auf, dem geheimen Cloning-Zentrum des Imperiums. Dort wartet der Jedi-Meister C’baoth, der sich selbst zum Herrscher ausgerufen hat und Luke in eine tödliche Falle lockt.
Wie Hans Henrik Wöhler eine Galaxis trägt
Wöhler ist einer der erfahrensten deutschen Hörbuchsprecher im Genre, und das merkt man. Er gibt jedem der bekannten Charaktere eine Stimme, die mit dem vertrauten Bild aus den Filmen zusammenpasst, ohne eine billige Imitation zu sein. Luke klingt bei ihm nachdenklicher als erwartet — das passt zu der moralischen Gefährdung, in der er sich in diesem Band befindet. Mara Jade, die laut mehreren Rezensenten zu einem der stärksten Charaktere der Trilogie geworden ist, bekommt eine Stimme, die Schärfe und Kontrolle vereint.
Bei einem Hörbuch von fast zwanzig Stunden ist Ausdauer eine Tugend des Sprechers, und Wöhler verliert die Konzentration nicht. Die Schlachtenszenen bekommen durch sein Tempo etwas Treibendes; die leiseren Dialogpassagen, besonders zwischen Mara und Luke, werden nicht abgehetzt.
Was das Finale richtig macht — und wo Logikbugs warten
Timothy Zahn wird in den Rezensionen für seinen Schreibstil gelobt, und das zu Recht. « Das letzte Kommando » fühlt sich nicht wie ein herbeigezogenes Finale an — es ist ein Buch, das seine Konsequenzen zieht. Der Showdown im Cloning-Zentrum ist der Höhepunkt, auf den die drei Bände hingearbeitet haben, und Zahn inszeniert ihn mit einer Entschlossenheit, die man nicht bei allen Trilogieabschlüssen findet.
Ein Rezensent wies auf mögliche Logikbugs hin, die im Vergleich zu den ersten beiden Bänden eher auffallen. Das ist fair. Wer die Trilogie mit analytischem Blick liest, wird einzelne Plotentscheidungen hinterfragen. Wer sich aber auf die Energie des Finales einlässt, wird über diese Ungereimtheiten hinweglesen — oder vielmehr hinweghören.
Was mir persönlich aufgefallen ist: Die Figur des C’baoth ist komplexer als ein einfacher Schurke. Er ist kein böser Gegenspieler im Sinne des Imperiums — er ist eine Warnung, was aus einem Jedi werden kann, wenn Macht korrumpiert. Das gibt dem Finale eine moralische Dimension, die über den typischen Gut-gegen-Böse-Rahmen hinausgeht.
Wo man einsteigen sollte — und wo nicht
Das ist ein Abschlussband. Das ist keine Kritik, sondern eine Information, die vor dem Kauf bekannt sein sollte. Wer die ersten beiden Bücher der Trilogie nicht kennt — « Erben des Imperiums » und « Die dunkle Seite der Macht » — wird hier viele Fäden aufgreifen, ohne zu wissen, wo sie herkommen. Der Einstieg in die Thrawn-Trilogie sollte mit Band 1 beginnen.
Für Star-Wars-Fans, die die Legends-Kontinuität schätzen, ist diese Trilogie ein Pflichtprogramm. Zahns Thrawn gilt vielen als einer der besten Schurken, die je in diesem Universum erschaffen wurden — und dieses Finale gibt ihm einen Abschluss, der seiner Intelligenz angemessen ist.