Geteiltes Land - Zwischen Angst und Freiheit
Hörbuch & E-Book

Geteiltes Land – Zwischen Angst und Freiheit, by Farina Eden

Von Farina Eden

Gesprochen von Jana Kozewa

★★★★☆ 4.3/5 (870 Bewertungen)
🎧 9 Stunden und 2 Minuten 📘 Aufbau Verlag 📅 3 juin 2026 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Für Liebe und Freiheit wagten sie alles – das Schicksal einer Familie im geteilten Deutschland

Berlin 1961: Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs sind Vergangenheit, und die Hauptstadt blüht wieder auf. Die 19-jährige Gesine aus Berlin-Mitte und der Westberliner Student Peter sind frisch verliebt, aber ihnen bleiben nur wenige Monate, bevor der Bau der Mauer der Beziehung ein jähes Ende bereitet. Gesine ist verzweifelt. Ihre alleinerziehende Mutter Lotte versteht den Schmerz ihrer Tochter und versucht, Gesine und ihrer Schwester Sonja trotz der schwierigen Situation in Ostberlin ein gutes Leben zu ermöglichen. Doch Gesines Entschluss steht fest: Sie wird zu Peter in den Westen flüchten. Sie ahnt nicht, dass der Preis für ihre Liebe weit mehr sein wird als ihre Freiheit…

Inspiriert von der eigenen Geschichte der Autorin

Farina Eden ist selbst im Osten Berlins und damit in der DDR aufgewachsen. Ein Teil ihrer Familie reiste in den Westen aus, weshalb die in der DDR verbliebenen Angehörigen politischem Druck ausgesetzt waren. Diese Erfahrung diente der Autorin als eine Inspiration für die Trilogie, der jedoch keine einzelne Familienbiografie zugrunde liegt. Vielmehr hat sie verschiedenste historisch belegte Ereignisse zusammengetragen und zu einer « exemplarischen Familiengeschichte » verwoben.

Farina Edens mitreißende DDR-Saga, für die Leser:innen von Claire Winters Kinder ihrer Zeit und Ulrike Schweikerts Friedrichstraßensaga sowie für Fans der Serie Weißensee.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Jana Kozewa liest diese DDR-Geschichte mit der nötigen emotionalen Dichte, ohne ins Melodramatische zu kippen.
  • Themen: Deutsche Teilung, Familientrennung, politische Unterdrückung im Osten
  • Stimmung: Beklemmend und bewegend zugleich
  • Fazit: Ein starker Auftakt einer DDR-Saga, der historisch fundiert und menschlich nah erzählt.

Ich hatte dieses Hörbuch an einem grauen Januarabend angefangen, nachdem ich kurz zuvor die Dokumentation über das Frauengefängnis Hoheneck gesehen hatte. Die Wahl war also keine zufällige. « Geteiltes Land » von Farina Eden landete in diesem Kontext mit voller Wucht, und ich war bis weit nach Mitternacht dabei, Jana Kozewa zuzuhören, wie sie Gesines Geschichte aus Berlin-Mitte ins Jahr 1961 transportierte.

Farina Eden ist in der DDR aufgewachsen. Ein Teil ihrer Familie reiste in den Westen aus. Das gibt diesem Roman eine Erdung, die man bei rein recherchierten Stoffen manchmal vermisst. Eden beschreibt ausdrücklich, dass es keine einzelne Familienbiografie ist, sondern eine Verdichtung historisch belegter Ereignisse. Das ist die klügste Art, so einen Stoff zu behandeln: nah genug, um zu schmerzen, weit genug, um Literatur zu sein.

Berlin 1961: Der Moment vor dem Mauerbau

Die Handlung beginnt in einer Zeit, in der die Grenze zwischen Ost und West noch durchlässig ist. Gesine, 19 Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter Lotte und ihrer Schwester Sonja in Berlin-Mitte. Sie verliebt sich in Peter, einen Westberliner Studenten. Dann kommt der Mauerbau, und alles, was zuvor möglich schien, wird unmöglich. Was Eden so gut gelingt, ist das Gefühl dieser kurzen Zeitspanne zwischen Ahnung und Wirklichkeit einzufangen. Gesine ahnt, dass etwas kommt. Sie zögert trotzdem. Dieser Zug zwischen persönlichem Glück und politischer Realität ist der emotionale Kern des Buchs.

Jana Kozewa trägt diese Geschichte mit einer ruhigen Intensität. Sie lässt den Figuren Zeit zu atmen, übertreibt die Dramatik nicht, und das ist genau richtig für einen Stoff, der ohnehin so viel Wucht hat. In den Szenen, die das Überwachungssystem beschreiben, das Bespitzeln durch Familienmitglieder, das Verhörklima in der DDR, hält Kozewas kontrollierte Stimme die nötige Distanz, die solche Szenen erst erträglich macht. Eine Rezensentin schrieb, sie habe Tränen in die Augen bekommen bei den Schilderungen des Frauengefängnisses Hoheneck. Das ist nachvollziehbar. Kozewa liest diese Passagen ohne jeden Effekthascherei.

Die Mutter als stille Heldin

Lotte, Gesines alleinerziehende Mutter, ist eine der Figuren, die mir noch Tage nach dem Hören im Kopf geblieben sind. Sie versucht, ihren Töchtern trotz allem ein Leben zu ermöglichen. Sie versteht Gesines Schmerz, trägt selbst ihren eigenen, und handelt trotzdem immer im Rahmen dessen, was möglich ist ohne die Familie zu gefährden. Es ist die Figur, die das historische Dilemma des Romans am konzentriertesten verkörpert: Wie viel Gehorsam kostet, wie viel Aufbegehren riskiert. Kozewa gibt ihr eine leise Würde.

Historische Substanz und literarischer Anspruch

Wer Bücher wie Claire Winters « Kinder ihrer Zeit » oder Ulrike Schweikerts « Friedrichstraßensaga » kennt, weiß, in welchem literarischen Kontext Eden sich bewegt. « Geteiltes Land » ist in dieser Gruppe ein zugänglicherer Einstieg: weniger komplex in der Figurenkonstellation, klarer in der Erzählperspektive, aber nicht weniger berührend. Mehrere Rezensenten schreiben, sie hätten direkt den zweiten Band gekauft. Das ist das ehrlichste Qualitätssignal, das ein erster Serienband haben kann.

Eine Einschränkung möchte ich nicht verschweigen: Wer selbst in der DDR aufgewachsen ist, wird manche Beschreibungen möglicherweise als vereinfacht empfinden. Ein Rezensent, der nach eigener Aussage DDR-Kind ist, schreibt, er sei von bestimmten Schilderungen erschüttert gewesen, weil sie das Bekannte neu greifbar machten. Das ist das andere Extrem: zu nah, um angenehm zu sein. « Geteiltes Land » ist kein gemütliches Hörbuch. Es ist ein ernstes, das man mit Abstand empfehlen kann.

Wer dieses Hörbuch hören sollte

Leserinnen und Leser, die sich für die deutsche Teilungsgeschichte interessieren und einen narrativen Einstieg suchen, sind hier richtig. Wer Familiensagas mit historischem Hintergrund mag und bereit ist, sich emotional einzubringen, findet neun Stunden, die sich lohnen. Wer dagegen ausschließlich Eskapismus sucht oder mit dem Thema DDR wenig anfangen kann, sollte besser einen anderen Titel wählen. Die Serie hat mindestens zwei weitere Bände, und Band 1 bereitet darauf gut vor.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Ein fesselndes Buch

Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen. Fassungslosigkeit und tiefes Mitgefühl haben mich beim Lesen begleitet. Ich bin selbst ein in der DDR aufgewachsenes Kind, kannte natürlich das System, aber war von den Schilderungen hier im Buch, vom Vorgehen und Bespitzeln selbst von Familienmitgliedern erschüttert. Auch die Zustände…

— ClaMa72
★★★★☆

Liest sich gut

Sehr gutes Buch

— Anonym
★★★★★

Spannend und interessant

Das Buch ist spannend geschrieben. Man bekommt einen guten Eindruck, wie es damals dort gelaufen ist und man fiebert mit der Hauptfigur mit Hund. Ich habe die weiteren bände auch im Anschluss gekauft und gelesen und auch sie sind empfehlenswert..

— I.B.
★★★★★

Absolute Leseempfehlung

Absolut fesselndes Buch, ich habe es in 5 Stunden durchgelesen und bin jetzt bei Band 2. Am Anfang noch recht ruhig steigert sich die Spannung bis zum Schluss immer weiter. Man weiß zwar was dort alles so war, dies jedoch aus Sicht der Protagonisten zu erleben bringt es einem auch…

— Beck
★★★★☆

Mauerfall privat

Berlin, 1960. Die Stadt ist geteilt, die Grenze ist aber durchlässig. Gesine lebt mit ihrer Schwester Sonja und ihrer Mutter in Ost-Berlin, in Mitte. Ihr Vater lässt sich nur selten blicken, er lebt in West-Berlin. Über Weihnachten will Gesine zu ihrem Vater. Weil der keine Zeit hat, sie von der…

— Zapper Infotainment

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin