Auf einen Blick
- Sprecher: Maximilian Laprell liest die Curtis-Legende mit verlässlicher Energie und kennt seine Figuren nach sechs Bänden so gut, dass man es hört.
- Themen: Gefangenschaft und Rettungsmission, Loyalität unter Feuer, politische Intrigen im Kaiserreich
- Stimmung: Rasant und kameradschaftlich, wie ein Abenteuerroman für Erwachsene, der seinen Figuren echte Zuneigung entgegenbringt
- Fazit: Nur für Leserinnen, die die Vorgängerbände kennen. Wer von Anfang dabei ist, wird Band sechs als würdige Fortsetzung erleben.
Ich sage das direkt am Anfang, weil es wichtig ist: « Für den Admiral » ist Band sechs der Curtis-Legende von Johannes Siemers, und er endet den Cliffhanger, mit dem Band fünf geschlossen hat. Wer hier ohne Kenntnis der Vorgängerbände einsteigt, wird sich verloren fühlen. Das ist keine Kritik an Siemers, sondern ein klarer Hinweis. Diese Reihe ist für treue Leserinnen gemacht, und das zeigt sich auf jeder Seite.
Ben und Benji sind in die Fänge des Kaiserreichs geraten. Ben trifft erstmals auf Kapitänin Kalahite und nach vielen Jahren auf einen alten Bekannten. Während er im Inneren des Kaiserreichs kämpft, starten Holli, Juliana und die restlichen Kameraden eine Rettungsmission. Was folgt, ist das, was Johannes Siemers gut kann: ein wilder Ritt, der von der Notwendigkeit der Gruppe lebt. Niemand macht hier allein etwas Heroisches. Es ist Teamarbeit, manchmal chaotisch, manchmal rührend.
Maximilian Laprell und das Ensemble
Maximilian Laprell liest die Curtis-Legende seit den frühen Bänden, und das hört man. Er kennt die Figuren, er kennt ihre Eigenheiten, und er gibt jeder von ihnen eine erkennbare Haltung, ohne in Karikatur zu verfallen. Bei einem Buch mit so vielen aktiven Charakteren ist das eine echte Leistung. Bens Stimme hat bei Laprell eine ruhige Entschlossenheit, während die Kameraden lebhafter und manchmal auch ungestümer klingen. Wenn das Ensemble zusammenkommt, spürt man die Erleichterung, die auch die Figuren fühlen. Das ist gutes Sprechwerk.
Der Rhythmus der Rettungsmission
Ich habe den Kommentar auf Amazon gelesen, der anmerkt, dass die Geschichte nie die Dringlichkeit entwickelt, die man bei einer Gefangenschaft eigentlich erwarten würde. Ich verstehe das. Es gibt Momente, in denen das Tempo nachlässt, wo man eigentlich Atem anhalten müsste. Aber es gibt diese Reihendynamik: Man ist so bei den Figuren, man mag sie so sehr, dass auch die ruhigeren Szenen nicht langweilen. Der Sog dieser Serie kommt nicht nur aus der Konstruktion der Plots, sondern aus dem Verhältnis zu den Figuren, das Siemers über sechs Bände aufgebaut hat.
Kapitänin Kalahite und neue Horizonte
Ein Highlight dieses Bandes ist die Einführung von Kapitänin Kalahite, die für Ben ein echtes Ersttreffen bedeutet. Neue Figuren in einem laufenden Serienband einzuführen ist schwierig, weil der Platz knapp ist. Siemers gelingt es, Kalahite in kurzer Zeit interessant zu machen, ohne ihr die gesamte Bühne zu überlassen. Ich bin gespannt, wie viel Raum sie in Band sieben bekommt. Das ist das Zeichen einer gut eingeführten Figur: Man will mehr.
Das Rückkehr-Problem und die Zusammenfassung
Eine Rezension auf Amazon weist darauf hin, dass für Band sechs eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse am Anfang hilfreich gewesen wäre, weil die Abstände zwischen den Bänden so lang sind, dass man manches vergessen hat. Das ist ein berechtigter Wunsch. Wer die Vorgängerbände frisch im Ohr hat, wird davon nicht betroffen sein. Wer länger gewartet hat, könnte eine kurze Rekapitulation aus Band fünf brauchen, bevor er hier einsteigt. Ein einfacher Tipp: vor Band sechs einfach die letzte Stunde von Band fünf noch einmal hören.
Wer sollte zuhören, wer nicht
Wer die Curtis-Legende von Anfang an verfolgt, findet hier einen verlässlichen sechsten Band, der den Cliffhanger auflöst, neue Figuren einführt und das Ensemble wieder zusammenbringt. Die hohe Bewertung von 4,6 Sternen bei fast tausend Bewertungen zeigt, dass die Fangemeinde treu ist und zurecht. Wer die Reihe nicht kennt: bitte unbedingt mit Band eins beginnen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Notwendigkeit. Hier gibt es keinen sinnvollen Einstieg ohne Vorwissen.