Die Meerjungfrauen von Aberdeen
Hörbuch & E-Book

Die Meerjungfrauen von Aberdeen, by Ben Aaronovitch and Christine Blum – Übersetzer

Von Ben Aaronovitch, Christine Blum – Übersetzer

Gesprochen von Sarah Dorsel

★★★★★ 4.5/5 (557 Bewertungen)
🎧 11 Stunden und 10 Minuten 📘 Hörbuch Hamburg 📅 10 juillet 2026 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Ein stürmischer Tag, ein totes Schaf, eine Menge Magie – Peter Grant is back!

Der Fund eines toten Schafs mag in Schottland nicht sehr überraschend sein, aber dennoch deutet sehr viel an dieser Schaf-Geschichte auf magische Beteiligung hin. Und so beschließt Chief Inspector Thomas Nightingale, sich die Sache mal genauer anzuschauen. Sein inzwischen schon recht erfahrener « Zauberlehrling » Peter Grant macht sich ebenfalls auf ins stürmische Schottland.

Doch als Vater von zweijährigen Zwillingen kann man schlecht allein reisen, also kommen alle mit: die Kinder, Beverley und zu allem Überfluss Peters Mutter, die sich als Babysitterin andient. Nach einer Erholungsreise klingt das nicht und prompt wartet in Schottland noch weit mehr als nur ein totes Schaf auf Peter …

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Auf einen Blick

  • Narration: Sarah Dorsel liest die Peter-Grant-Reihe mit einer leichten, wachen Energie, die dem lakonischen Ton Ben Aaronovitchs sehr gut entspricht.
  • Themes: Magie im Alltag, Familienrealität als Ermittlungshindernis, schottische Folklore und modernes Polizeiarbeit
  • Mood: Schlagfertig, witzig, angenehm warm
  • Verdict: Für Peter-Grant-Fans ein vertrautes und gut gelauntes Wiedersehen — mit etwas mehr Familie, etwas weniger Fall, aber unvermindert lesenswert.

Ich war auf dem Weg zum Supermarkt, es war ein gewöhnlicher Mittwochmorgen, und irgendwo zwischen der dritten und vierten Meerjungfrau von Aberdeen hatte ich beschlossen, den langen Weg nach Hause zu nehmen. Das passiert mir mit Aaronovitch oft. Es gibt Bücher, die ich wegen der Spannung weiterhöre, und es gibt Bücher, die ich weiterhöre, weil ich die Gesellschaft der Figuren genieße. Die Meerjungfrauen von Aberdeen gehört zur zweiten Kategorie.

Die Prämisse ist klassisch-unspektakulär für die Reihe: Ein totes Schaf in Schottland, verdächtige Biss- und Kratzmuster, möglicherweise magische Beteiligung. Chief Inspector Nightingale nimmt sich der Sache an, und Peter Grant reist nach — mit Zwillingen, mit Beverley, mit seiner Mutter, die Babysitter spielen will. Was als Ermittlungsreise beginnt, ist auch Familienurlaub, und Aaronovitch spielt diesen Widerspruch aus, ohne ihn aufzulösen.

Abigail tritt nach vorn

Die eigentliche Entwicklung des Bandes ist nicht Ellorens Flucht oder ein Endkampf mit Vogel — pardon, falsches Buch. Die eigentliche Entwicklung in Aberdeen ist Abigail. Peters Cousine, die in den letzten Bänden langsam von der Nebenfigur zur Person mit eigenem Handlungsstrang geworden ist, bekommt hier signifikant mehr Gewicht. Ein Rezensent namens « Lecker, Licht und Lesen » nannte das « sehr ansprechend », und ich stimme zu. Abigail ist genau die Figur, die die Reihe braucht, um nicht in ihrer eigenen Gemütlichkeit zu verschwinden.

Nightingale hingegen tritt zurück. Das hat die Reihe tendenziell immer getan — er ist Mentor, nicht Protagonist — aber es fällt in Aberdeen deutlicher auf als in früheren Bänden. Wer Nightingale als zentralen Charakter vermisst, findet hier wenig.

Was der schottische Schauplatz mitbringt

Aaronovitch nutzt Schottland nicht als Kulisse, sondern als inhaltliche Quelle. Die Folklore, die Geologie, die spezifische Art, wie magische Überlieferungen im gälischen Kontext anders strukturiert sind als im Londoner Polizeiumfeld, das Peter kennt — das ist Stoff, den der Autor erkennbar recherchiert hat. Rezensentin « Richelieu » beschrieb, wie Abigail und die Füchse « präsenter als gewöhnlich » seien und wie die Geschichte schottische Elemente glaubwürdig einarbeite. Das merkt man beim Hören: Es fühlt sich nicht wie ein Ausflug aus der Reihe an, sondern wie eine echte Erweiterung.

Die Magie-Elemente bleiben auf Aaronovitchs gewohntem Niveau — eigenartig, pragmatisch, mit wissenschaftlichem Unterton. Die Fälle bei ihm sind selten elegant gelöst, eher aufwändig und unordentlich, was zur Welt passt.

Sarah Dorsels Stimme für diese Welt

Sarah Dorsel hat die Reihe im Deutschen zu ihrer eigenen gemacht. Sie trifft Peters lakonischen Ton ohne ihn zu übertreiben, und sie bewältigt die verschiedenen schottischen Stimmen mit einer Sicherheit, die manch anderen deutschen Sprecher bei Regionaldialekten ins Stolpern bringt. Das Hörbuch hat elf Stunden und zehn Minuten — eine angenehme Länge für einen Band dieser Reihe, weder zu gestreckt noch gehetzt.

Ein Band für Fans, kein Einstiegspunkt

Rezensent « Scimitar » war « hin- und hergerissen » und merkte an, die Ermittlungen kämen etwas zu kurz gegenüber dem Familienthema. Das ist eine berechtigte Beobachtung. Die Meerjungfrauen von Aberdeen ist kein Band für Menschen, die Aaronovitch noch nicht kennen — die Reihe hat zu viel Geschichte mitgebracht, als dass ein Einstieg hier sinnvoll wäre. Für Fans ist es ein vertrautes, gut gelauntes Wiedersehen mit Figuren, die man kennt und vermisst hat. Der Fall selbst ist ordentlich, nicht brillant. Die Atmosphäre ist hervorragend.

Häufig gestellte Fragen

Kann man ‘Die Meerjungfrauen von Aberdeen’ lesen, ohne die anderen Peter-Grant-Bände zu kennen?

Technisch ist das möglich, aber wenig empfehlenswert. Die Stärke des Bandes liegt in der Figurenkontinuität — Abigail, Beverley, Nightingale — die nur mit Reihen-Kontext ihre volle Wirkung entfalten.

Wie viel Krimi steckt im Buch — und wie viel Familie?

Deutlich mehr Familie als in früheren Bänden. Der Fall mit dem toten Schaf und der magischen Spur bildet die Rahmenhandlung, aber Abigails Entwicklung und Peters Alltag als Vater von Zwillingen nehmen erheblich Raum ein.

Ist ‘Die Meerjungfrauen von Aberdeen’ ein eigenständiger Roman oder mitten in einer offenen Handlung?

Eigenständig mit abgeschlossenem Hauptfall, aber eingebettet in die laufende Welt der Reihe. Es gibt keine cliffhangerartige Unterbrechung, aber offene Entwicklungen bei Abigail und anderen Figuren.

Wie schlägt sich Sarah Dorsel bei den schottischen Elementen und Dialekten?

Sehr gut. Dorsel ist eine erfahrene Sprecherin, die Regionaldialekte mit Sicherheit angeht. Die schottischen Stimmen wirken glaubwürdig, ohne parodistisch zu werden.

Überzeugt?

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin