Der Spurenfinder
Hörbuch & E-Book

Der Spurenfinder, by Gesprochen von: Marc-Uwe Kling

Von Gesprochen von: Marc-Uwe Kling

Gesprochen von Spieldauer: 7 Std. und 43 Min.

★★★★★ 4.4/5 (587 Bewertungen)
🎧 7 Stunden und 43 Minuten 📘 Hörbuch Hamburg 📅 30 novembre 2023 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

« Elos von Bergen war nicht einfach irgendein Spurensucher. Er war es, der das Rätsel des Obelisken von Tarnok gelöst hat. Er brachte der Gräfin von Oberlinden ihren Greifen zurück. Er fing den Traummörder von Altschwanenberg. Er war der berühmteste Spurensucher der Verlorenen Provinzen. Wobei er sich selbst nie als Spurensucher bezeichnet hätte. Elos von Bergen war Spurenfinder. »

Elos von Bergen hat das Spurenfinden eigentlich an den Nagel gehängt, seit ein Fall mit einem nachtragenden Nachtmagier ihn und seine Kinder Ada und Naru fast das Leben gekostet hätte. Darum wohnen die drei nun seit einigen Jahren in Friedhofen, dem verschlafensten Dorf des gesamten Königreichs. Dort arbeitet Elos – sehr zum Leidwesen der Kinder, die sich in dem Kaff unsäglich langweilen – an der Niederschrift seiner zwanzigbändigen Memoiren. Doch dann geschieht ausgerechnet in Friedhofen ein rätselhafter Mord, der den Spurenfinder in den verzwicktesten Fall seines Lebens hineinzieht. Und wenn er glaubt, seine Kinder würden derweil zu Hause bleiben und Däumchen drehen, täuscht er sich gewaltig.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Marc-Uwe Kling liest sein eigenes Werk und bringt das für ihn typische trockene Timing perfekt in die Figuren ein.
  • Themen: Familiendetektivarbeit, Fantasy-Weltenbau, Vater-Kind-Dynamik
  • Stimmung: Abenteuerlich und humorvoll, mit Witz für Erwachsene und Tempo für Kinder
  • Fazit: Selten ist ein Familienhörbuch so durchgehend unterhaltsam für alle Altersgruppen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Abend, an dem ich zum ersten Mal die Känguru-Chroniken hörte. Marc-Uwe Kling hatte mich damals mit einer Leichtigkeit erwischt, die sich schwer beschreiben lässt: Er ist ein Autor, dem Ironie und Herzlichkeit gleichzeitig gelingen, ohne dass das eine das andere verdrängt. « Der Spurenfinder » ist sein Ausflug in die Fantasy, und ich war ehrlich gesagt neugierig, ob er das andere Genre genauso souverän beherrscht wie seine satirischen Stadtgeschichten. Er tut es.

Elos von Bergen ist nicht irgendein pensionierter Held. Er ist der berühmteste Spurenfinder der Verlorenen Provinzen, ein Detektiv in einer mittelalterlich anmutenden Fantasywelt, der einen nachtragenden Nachtmagier besiegt hat, eine Gräfin ihren Greifen zurückgebracht hat und den Traummörder von Altschwanenberg gefangen hat. Seit einem Fall, der ihn und seine Kinder fast das Leben gekostet hätte, hat er das Spurenfinden aufgegeben. Er lebt mit seinen Zwillingen Ada und Naru in Friedhofen, dem verschlafensten Dorf des Königreichs, und schreibt seine zwanzigbändigen Memoiren. Dass ausgerechnet dort ein rätselhafter Mord passiert, ist das Fundament, auf dem Kling seinen Plot aufbaut.

Ein Krimi, der sein Tempo kennt

Was mich an « Der Spurenfinder » überrascht hat, ist die Sorgfalt des Plots. Kling ist bekannt für seine Pointen und seinen Witz, aber dieser Roman hat auch eine echte Krimistruktur. Es gibt Verdächtige, falsche Fährten und einen Schluss, der sich vorbereitet anfühlt, nicht hineingezwungen. Die Spannung wird dabei nie auf Kosten des Humors aufgebaut. Stattdessen entsteht sie oft gerade durch den Humor, durch Momente, in denen Elos glaubt, alles im Griff zu haben, und seine zwölfjährigen Kinder Ada und Naru längst drei Schritte weiter sind.

Rezensent Hank Solo beschreibt es so: Die Charaktere haben Charakter. Das ist der entscheidende Punkt. Elos, Ada und Naru sind keine Typen, sie sind Figuren mit Eigenständigkeit, Eigenheiten und einer echten Familiendynamik. Der Vater, der seine Kinder beschützen will und dabei nicht wahrhaben möchte, wie fähig sie bereits sind, ist ein Motiv, das sowohl Erwachsene als auch Kinder ab etwa zehn Jahren unmittelbar versteht.

Marc-Uwe Kling als sein eigener Interpret

Dass Kling sein eigenes Buch liest, ist ein Glücksfall. Er hat als Autor und Vorleser gleichermaßen Erfahrung, und man merkt, dass er genau weiß, wo die Pointen sitzen. Das Timing bei komischen Szenen ist bei selbst vorgelesenen Werken oft präziser als bei Fremdlesungen, weil der Autor die Rhythmen des eigenen Textes in sich trägt. Bei Kling stimmt das besonders: Seine Lesung ist keine Präsentation des Textes, sie ist der Text. Die trockene Art, mit der er Elos’ innere Kommentare zum Leben erweckt, erinnert an die Känguru-Reihe, wirkt aber nicht wie eine Kopie, weil die Figur Elos eine eigene Erdung hat.

Laut Rezensent Kennerin hat Kling den Roman gemeinsam mit seinen zwölfjährigen Töchtern geschrieben. Das erklärt die besondere Energie, die das Buch im Umgang mit den Kinderfiguren Ada und Naru hat. Diese beiden sind keine Sidekicks, sie sind vollwertige Mitermittlerinnen mit eigener Stimme. Kling liest ihre Dialoge mit erkennbarer Zuneigung, ohne sie niedlich zu machen.

Weltenbau ohne Überwältigung

Fantasy-Hörbücher haben das strukturelle Problem, dass Weltenbau am Anfang Zeit braucht, die auf Kosten des Tempos geht. Kling löst das elegant: Er erklärt die Welt der Verlorenen Provinzen durch Handlung, nicht durch Exposition. Man lernt, was Spurenfinder sind, was Nachtmagier können und wie das Königreich funktioniert, indem die Figuren damit umgehen, nicht indem jemand es erklärt. Das macht die 7 Stunden und 43 Minuten sehr kurzweilig.

Ein kleiner Einwand: Der Aufbau im ersten Viertel ist gemächlich. Wer sehr actionorientierte Einführungen gewohnt ist, braucht ein wenig Geduld, bis die Geschichte an Fahrt gewinnt. Aber diese Geduld wird belohnt, denn die Figuren sind von Anfang an präsent und interessant genug, um das Tempo zu tragen.

Für wen dieses Hörbuch gemacht ist

« Der Spurenfinder » ist eines der seltenen Familienhörbücher, bei denen Eltern und Kinder wirklich gleichermaßen mitgehen. Kinder ab etwa neun oder zehn Jahren werden von Ada und Naru begeistert sein. Erwachsene werden die Krimikonstruktion und Klings feinen Witz schätzen. Wer Fantasy grundsätzlich nicht mag, wird auch hier nicht bekehrt. Wer aber bereit ist, sich auf eine liebevoll gebaute, humorvolle Detektivgeschichte einzulassen, bekommt ein Hörbuch, das lange nachhallt.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin