Die Mächte des Feuers
Hörbuch & E-Book

Die Mächte des Feuers, by Markus Heitz

Von Markus Heitz

Gesprochen von Johannes Steck

★★★★★ 4.4/5 (796 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

Eine Reise in das Europa der 1920er Jahre.

Seit Jahrhunderten werden die Geschicke der Welt in Wahrheit von übermächtigen Wesen gelenkt: den Drachen. Sie entfachen politische Konflikte, stürzen Könige und treiben Staaten in den Krieg. Doch nun schlagen die Menschen zurück…

Mit seinen Drachen-Bestsellern hat Markus Heitz ein unvergessliches Epos um die feuerbewehrten Geschöpfe erschaffen.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Johannes Steck gibt der Geschichte einen ruhigen Erzählton, der gut zur historischen Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts passt.
  • Themen: Drachen als Strippenzieher der Geschichte, Widerstand gegen übermächtige Kräfte, politische Intrige
  • Stimmung: Düster und episch, mit dem Gewicht eines großen historischen Tableaus
  • Fazit: Für Heitz-Fans und alle, die Fantasy mit Geschichte verknüpft mögen, ein lohnender Einstieg in die Drachen-Reihe.

Ich war skeptisch, als mir « Die Mächte des Feuers » empfohlen wurde. Markus Heitz kenne ich vor allem durch die Zwerge und durch Bücher, die mit vollem Tempo und viel Getöse arbeiten. Drachen im Europa der 1920er Jahre klang nach einem Konzept, das entweder großartig oder komplett daneben gehen kann. Ich habe die ersten Kapitel an einem Abend begonnen, bei dem ich eigentlich schon müde war, und dann doch bis Mitternacht durchgehört. Das Konzept zieht.

Heitz baut hier eine Welt, in der die Drachen seit Jahrhunderten die eigentlichen Lenker der Geschichte sind. Politische Konflikte, gestürzte Könige, Kriege zwischen Staaten: all das haben diese Wesen inszeniert oder zumindest mitgeformt. Jetzt, im frühen 20. Jahrhundert, beginnen die Menschen zurückzuschlagen. Das Setting ist geschickt gewählt, weil die Zeit um den Ersten Weltkrieg, Zarenreich, Preußen, politische Umbrüche, ohnehin ein Pulverfass war, und die Drachen in dieses reale Chaos einzufügen funktioniert überraschend gut.

Geschichte als Kulisse und als Argument

Was Heitz in diesem Band besonders gut gelingt, ist die Integration historischer Details. Wenn er das Hotel Adlon in Berlin erwähnt, wenn er das Misstrauen zwischen europäischen Mächten mit einer fantastischen Erklärung überschreibt, dann hat das eine Textur, die reine Fantasiewelten manchmal vermissen lassen. Man fühlt das Gewicht der Zeit. Ein Rezensent schreibt, die Verbindung von Geschichte und Fantasy gehe auf und verleihe dem Roman eine glaubwürdige Grundlage. Das trifft es gut.

Allerdings hat Heitz auch hier eine Eigenheit, die in seinen Büchern immer wieder auftaucht und die einige Rezensenten direkt ansprechen: die Behandlung weiblicher Figuren. Die stärkste Drachenjägerin des Buches setzt sich in einer Männerwelt durch, aber Heitz findet immer wieder Momente, die das mit einem etwas unbehaglich wirkenden Blick kommentieren. Das ist kein Dealbreaker, aber wer Heitz kennt, wird es wiedererkennen, und wer ihn nicht kennt, sollte es wissen.

Johannes Steck und das Gewicht der Geschichte

Johannes Steck liest diesen Band mit einem Ton, den ich als ruhig-episch beschreiben würde. Er treibt nicht, er drängt nicht, er lässt die Geschichte atmen. Das passt zur historischen Atmosphäre: Man ist schließlich im Europa der Zwischenkriegszeit, und Hektik würde den Rahmen sprengen. In Actionsequenzen, von denen es durchaus einige gibt, nimmt er das Tempo auf, ohne in Übertreibung zu verfallen. Insgesamt ist es eine Leistung, die dem Material dient, ohne es zu übertrumpfen.

Bei über zwanzig Stunden Laufzeit ist das eine echte Leistung. Es gibt keine Passagen, in denen Stecks Vortrag nachlässt oder gleichförmig wird. Die Stimmenunterschiede zwischen Figuren sind nicht dramatisch, aber hörbar genug, um den Überblick zu behalten.

Stärken und Grenzen des ersten Bandes

« Die Mächte des Feuers » ist ein Auftakt, und er verhält sich auch so: Er baut auf, er etabliert Figuren und Allianzen, und er endet an einem Punkt, der mehr Fragen aufwirft als er beantwortet. Das ist keine Kritik an der Erzählkonstruktion, aber wer einen in sich geschlossenen Einzelroman erwartet, wird nicht ganz befriedigt aus diesem Band herausgehen. Die Geschichte ist auf mehrere Bände angelegt, und das spürt man.

Was mich trotzdem beeindruckt hat, ist die Konsequenz des Konzepts. Heitz hat sich nicht damit begnügt, Drachen einfach in eine historische Epoche zu stecken. Er fragt, was es bedeuten würde, wenn diese Wesen wirklich die Geschichte gelenkt hätten, und er beantwortet diese Frage mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Das verleiht dem Buch eine Dimension, die über reinen Unterhaltungswert hinausgeht.

Wer hier reinhören sollte

Heitz-Fans sind die offensichtlichste Zielgruppe, aber « Die Mächte des Feuers » ist auch für Fantasy-Hörerinnen und -Hörer interessant, die historische Settings mögen und sich nicht vor politischer Komplexität scheuen. Wer mit Drachen als reinen Märchenwesen verbindet, wird hier eine andere Lesart finden: kalt, strategisch, gefährlich. Wer dagegen einen schnellen, actionlastigen Fantasy-Thrill sucht, der muss mit dem ruhigeren Einstieg Geduld haben.

Wer Probleme mit der gelegentlich schiefen Darstellung weiblicher Figuren bei Heitz hat, sollte das im Hinterkopf behalten. Es stört nicht permanent, aber es ist da.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin