Basar der bösen Träume
Hörbuch & E-Book

Basar der bösen Träume, by Gesprochen von: David Nathan

Von Gesprochen von: David Nathan

Gesprochen von Spieldauer: 20 Std. und 17 Min.

★★★★★ 4.4/5 (906 Bewertungen)
🎧 20 Stunden und 17 Minuten 📘 Random House Audio, Deutschland 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Hier werden Albträume wahr!

Mit dem « Basar der bösen Träume » legt Stephen King eine Sammlung von 20 Kurzgeschichten vor, von denen ein Großteil hier zum ersten Mal auf Deutsch erscheint. Nicht immer blanker Horror, doch stets psychologisch packend! Folgen Sie dem Meister des Erzählens, wenn er Sie einlädt: « Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu. »

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Auf einen Blick

  • Sprecher: David Nathan ist der Sprecher für Stephen King im Deutschen. Seine Stimmfärbung verleiht selbst den ruhigen Momenten eine unterschwellige Unruhe, die diese Kurzgeschichtensammlung perfekt trägt.
  • Themen: Schuld und Vergeltung, menschliche Abgründe, das Unheimliche im Alltag
  • Stimmung: Vielseitig und sog-artig, mal beklemmend, mal nachdenklich, mal gallig komisch
  • Fazit: Wer Stephen King nur als Horrorautor kennt, lernt hier seine ganze Bandbreite kennen. David Nathans Lesung macht aus einer Sammlung ein echtes Hörerlebnis.

Es war ein Dienstagabend, ich hatte gerade eine lange Zugfahrt hinter mir und wollte eigentlich nur kurz reinhorchen. Zwei Stunden später saß ich noch immer mit den Kopfhörern da, längst zu Hause, und hatte das Licht im Flur nicht ausgemacht. So beginnt man den Basar der bösen Träume. Man denkt, man schaut nur kurz vorbei. Dann sperrt einen Stephen King ein.

Zwanzig Kurzgeschichten hat King hier versammelt, viele davon wurden für diesen Band zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlicht. Die Hörbuchfassung mit David Nathan ist eine Audible-Exclusiv-Produktion und läuft über zwanzig Stunden. Das klingt nach einer Menge, aber das Besondere an Kurzgeschichtensammlungen ist ja genau das: Man kann nach jeder Geschichte aussteigen. Bei diesem Basar gelingt mir das nur selten.

Was Stephen King wirklich kann

Wer Stephen King nur aus seinen großen Romanen kennt, also aus den Türmen und Klowns und Friedhöfen, der unterschätzt, was er in der kurzen Form leistet. Kurzgeschichten sind für ihn kein Üben, sondern ein eigenes Handwerk. In diesem Band wechseln sich Horror, schwarze Komödie, Science-Fiction und pure menschliche Traurigkeit ab. Da ist die Geschichte eines Mannes, der seinem verstorbenen Sohn Briefe schreibt. Da ist ein Mörder, der sich auf eine sehr buchstäbliche Art seiner Tat bewusst wird. Da ist ein Schreiber, der eine gefährliche Maschine in einem Laden entdeckt.

Jede Geschichte hat ihr eigenes Tempo, ihre eigene Stimmung, ihren eigenen Schlag ins Gesicht am Ende. Was mich dabei jedes Mal wieder überrascht: King schreibt über das Böse am Menschen nicht mit Verachtung, sondern fast mit Neugier. Auch seine Täter haben Innenleben. Das macht die Geschichten so schwer abzuschütteln. Man legt sie weg und denkt noch Stunden später darüber nach.

Eine Rezensentin schreibt, King werde so oft fälschlicherweise auf das Horrorgenre reduziert, dabei sei er so vielseitig. Diese Sammlung ist der Beweis. Horror ist dabei, ja. Aber auch Geschichten, die einen still und nachdenklich zurücklassen, Geschichten, die wütend machen, Geschichten, die überraschend komisch sind. King jongliert diese Töne, ohne dass sie sich widersprechen. Das ist eine handwerkliche Meisterleistung, die nur wenige Autorinnen und Autoren in dieser Dichte vollbringen.

David Nathan: Der Unterschied zwischen lesen und erleben

David Nathan ist im deutschen Sprachraum der Sprecher für Stephen King. Das ist keine Marketingformulierung, das ist eine schlichte Tatsache. Er hat so viele King-Produktionen eingelesen, dass seine Stimme für viele Hörerinnen und Hörer inzwischen untrennbar mit dem Autor verbunden ist. Für den Basar der bösen Träume trägt er eine besondere Verantwortung, denn eine Sammlung stellt andere Anforderungen als ein Roman.

Nathan muss hier nicht eine einzige Erzählstimme durchhalten, sondern zwanzig verschiedene Stimmungen transportieren. Das gelingt ihm bemerkenswert gut. Er wechselt das Tempo, wenn eine Geschichte komödiantisch wird. Er verlangsamt, wenn King emotional wird. Er hat dieses Talent, das die besten Vorleser haben: Er klingt nie so, als würde er vorlesen. Er klingt so, als würde er erzählen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Sprecher und einem echten Interpreten.

Die Vorworte, die King vor jede Geschichte stellt und in denen er erklärt, wie die Idee entstanden ist, profitieren besonders von Nathans Interpretationskunst. King plaudert in diesen Einleitungen wie ein alter Freund am Küchentisch. Nathan nimmt diese Lässigkeit auf und macht sie hörbar, ohne ins Schlampige zu verfallen. Ein Rezensent schreibt, er habe diese Vorworte in früheren Sammlungen oft quer gelesen. Hier nicht. Das ist das Kompliment eines guten Sprechers: Man hört ihm zu, auch wenn er nur erklärt.

Wenn nicht jede Geschichte zündet

Ich will ehrlich sein: Nicht alle zwanzig Geschichten sind auf dem gleichen Niveau. Das ist bei Kurzgeschichtensammlungen fast unvermeidlich, und King thematisiert das in seinen Vorworten auch selbst. Einige Texte fühlen sich wie Fingerübungen an, wie Ideen, die schön waren, aber nicht ganz ausgewachsen. Andere dagegen gehören zum Besten, was ich je von King gehört habe.

Das ist keine Schwäche des Bandes, sondern eine Eigenschaft des Formats. Wer Kurzgeschichtensammlungen kennt und liebt, weiß das. Wer erwartet, dass jede der zwanzig Geschichten ein Meisterwerk ist, wird hin und wieder enttäuscht sein. Wer bereit ist, sich auf Kings Bandbreite einzulassen, findet hier ein Porträt eines Autors in Hochform, der genug Selbstironie mitbringt, um über die weniger gelungenen Stücke selbst zu sprechen.

Für wen ist der Basar der richtige Einstieg und für wen nicht

Als erstes King-Hörbuch würde ich diese Sammlung nicht empfehlen. Die großen Romane geben zuerst einen besseren Überblick darüber, wozu King fähig ist. Wer King aber bereits kennt und schätzt, findet hier eine hervorragende Ergänzung. Besonders für Pendlerinnen und Pendler oder für Hörende, die nicht immer Zeit für lange Handlungsfäden haben, ist das Format ideal. Zwanzig in sich abgeschlossene Geschichten, jede ein eigenes kleines Universum.

Auch für Menschen interessant, die Kurzprosa generell mögen: King steht hier in einer Tradition mit Shirley Jackson und Flannery O’Connor, auch wenn er das vielleicht bescheidener formulieren würde. Die Sammlung zeigt, dass Kurzgeschichten keine abgespeckten Romane sind, sondern eine eigenständige Form mit eigener Kraft. Mit 20 Stunden und 17 Minuten Laufzeit und 4,4 von 5 Sternen bei über 900 Bewertungen gehört der Basar der bösen Träume zu den meistgekauften King-Hörproduktionen auf Audible. Das verdankt er nicht zuletzt David Nathan, der beweist, warum er das Vertrauen dieser Reihe so lange hält.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin