Auf einen Blick
- Sprecher: Simon Jäger ist der etablierte Sprecher der Bobiverse-Reihe und liefert wie in den Vorgändern eine lebendige, warmherzige Lesung, die Taylors Humor und seine wissenschaftlichen Exkurse gleichermaßen trägt.
- Themen: Space Opera, Klon-Identität, Alien-Konflikt, Serienfinale
- Stimmung: Unterhaltsam und verspielt, mit wachsenden Stakes zum Finale hin
- Fazit: Ein würdiger Abschluss der Bobiverse-Trilogie für eingefleischte Fans — ohne die Vorgänder kommt man hier nicht rein.
Es gibt Hörbuchreihen, die man beendet und sich dabei ertappt, ein wenig traurig zu sein — nicht weil das Ende schlecht war, sondern weil man eine Welt verlässt, in der man sich wohl eingerichtet hatte. « Alle diese Welten » ist so ein Abschluss. Ich hörte die letzten zwei Stunden an einem Sonntagabend, und als Simon Jägers Stimme verstummte, blieb für einen Moment eine merkwürdige Stille.
Dennis E. Taylor schließt mit diesem dritten Band der Bobiverse-Trilogie eine Geschichte ab, die er mit dem ersten Band auf ungewöhnliche Weise begonnen hatte: Bob Johansson, Softwareentwickler, stirbt, wird als Bewusstsein in einer Raumsonde digitalisiert und ausgesandt, um neue Welten für die Menschheit zu finden. Hundert Jahre später — und nach unzähligen Kopien seiner selbst, die er durch die Galaxis geschickt hat — steht die Menschheit vor einer existenziellen Bedrohung durch eine hoch entwickelte Alien-Zivilisation. Nur eine Chance bleibt: der Sprung in den Deep Space.
Was das Bobiverse von anderen Space Operas unterscheidet
Die Stärke der Reihe war nie die Weltraumschlacht. Es war immer die seltsame Komik, die entsteht, wenn ein menschliches Bewusstsein in einer Maschine steckt und dennoch vollkommen menschlich denkt — mit Popkulturzitaten, Prokrastination, Selbstzweifel und Humor. Rezensent Thorsten schreibt, Taylor gelinge es erneut, « fesselnde Mischung aus Sci-Fi-Abenteuer, cleverem Humor und tiefgründigen Charakteren » zu liefern. Dem schließe ich mich an. Die verschiedenen Bobs — Bob-1, Riker, Marcus, Jacques und die anderen Kopien — haben im dritten Band eigene Identitäten entwickelt, die man als Leser kennt und mag. Das gibt den Szenen echtes Gewicht.
Was Band 3 leistet, ist die Komplexität der vorherigen Bände zusammenzuführen. Die Evakuierung der Erde, der Widerstand auf Poseidon, die Auseinandersetzung mit den Anderen — das sind keine isolierten Handlungsstränge, sondern Fäden, die hier zu einem Ende zusammenlaufen. Das macht das Hörbuch inhaltlich dichter als die Vorgänder, manchmal auch schwerer zugänglich.
Simon Jäger als Bob: eine zuverlässige Konstante
Simon Jäger ist seit Band 1 die Stimme der Reihe, und das zahlt sich im Finale aus. Man kennt seinen Rhythmus, seine Art, Humor zu setzen, die leichte Ironie, die er in Bobs Gedanken legt. Das schafft eine Kontinuität, die für eine Reihe mit so vielen Charakteren und Zeitsprüngen wichtig ist. Wenn Jäger zwischen verschiedenen Bobs wechselt, ist die Differenzierung subtil aber vorhanden — jede Kopie klingt ein wenig anders, ohne übertrieben zu wirken.
Rezensent Markus Hartbauer schreibt von einem « würdigen und schönen Abschluss der Trilogie », und das verdankt sich nicht zuletzt der Lesung. Jäger lässt sich von der wachsenden Dramatik nicht mitreißen, sondern hält das Tempo wie in den Vorgändern: beständig, unterhaltsam, mit Gefühl für Taylors spezifische Mischung aus Nerdreferenzen und hartem Science-Fiction.
Wo das Finale an seine Grenzen stößt
Nicht alles gelingt. Rezensent nurich gibt einen soliden Überblick über die Schwächen: Manche Handlungsstränge werden abgehakt statt aufgelöst, der wissenschaftliche Teil wird im dritten Band komplizierter, und die Auflösung des Alien-Konflikts wirkt an einer Stelle beinahe zu ordentlich. Das ist der Preis eines Finales, das viele Fäden binden muss. Taylor ist ein unterhaltsamer Autor, aber kein Schreiber, der mit Ambiguität jongliert — er löst auf, was er aufgebaut hat, manchmal auf Kosten von Überraschungen.
Wer die ersten beiden Bände mit Begeisterung gehört hat, wird das gut verkraften. Man geht in Band 3 mit einer Erwartung, die das Buch im Wesentlichen erfüllt. Wer aber auf der Suche nach einem kompromisslosen, epischen Finale ist, das alle Erwartungen übertrifft, könnte ein wenig nüchtern zurückbleiben.
Für wen diese Welten sind
Nur für Fans der Reihe — das muss klar gesagt werden. Hier einzusteigen ist sinnlos. Die emotionale Wirkung des Abschlusses hängt vollständig daran, dass man Bob kennt, die verschiedenen Kopien liebt und die Entwicklung über drei Bände verfolgt hat. Für alle, die das getan haben: « Alle diese Welten » ist ein guter Abschluss. Nicht perfekt, aber ehrlich und unterhaltsam bis zur letzten Minute.