Sie hat Bock
Hörbuch & E-Book

Sie hat Bock, by Gesprochen von: Katja Lewina

Von Gesprochen von: Katja Lewina

Gesprochen von Spieldauer: 5 Std. und 58 Min.

★★★★★ 4.4/5 (659 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

Katja Lewina hat Bock, und sie schreibt darüber. Wäre sie ein Mann, wäre das kein Ding. So aber ist sie: « Schlampe », « Nutte », « Fotze », « Hoe »…

Seit #metoo werden die Rufe nach der potenten Frau laut und lauter. Aber hat eine, die ihr sexuelles Potenzial jenseits von « stets glatt rasiert und gefügig » lebt, in unserer Gesellschaft tatsächlich einen Platz?

Lewina führt die Debatte über weibliches Begehren fort und erforscht entlang ihrer eigenen erotischen Biografie, wie viel Sexismus in unserem Sex steckt. Kindliche Masturbation, Gynäkolog*innenbesuche, Porno-Vorlieben oder Fake-Orgasmen: Kein Thema ist ihr zu intim. Und nichts davon so individuell, wie wir gern glauben. Aber die Krusten unserer Sozialisation lassen sich abkratzen! Und so ist Sie hat Bock mehr Empowerment als Anprangern, mehr Anleitung zur Potenz als Opferdenke. Denn nach der Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten und Tabus ist es an der Zeit, den Weg zur Selbstermächtigung einzuschlagen.

« Es liegt in unserer Hand, unsere Spielregeln zu schreiben, im Leben und beim Sex. » – Katja Lewina.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Katja Lewina liest ihr eigenes Buch und das macht den entscheidenden Unterschied: Diese Stimme kennt jeden Witz, jede Pause, jede bewusste Provokation.
  • Themen: Weibliches Begehren, Sexismus in der Gesellschaft, Selbstermächtigung
  • Stimmung: Direkt, humorvoll und stellenweise unangenehm nah an der Wahrheit
  • Fazit: Wer bereit ist, sich mit den eigenen Sozialisa tionsmustern auseinanderzusetzen, findet hier ein ungewöhnlich ehrliches Hörvergnügen.

Es war ein Dienstagabend, und ich war eigentlich zu müde, um noch irgendetwas Anstrengendes zu hören. Also entschied ich mich für etwas, das ich für leichte Kost hielt. Katja Lewina, Sexismus, weibliches Begehren. Klingt nach einem dieser Bücher, die man zustimmend nickt und danach halbwegs vergisst. Dass ich vier Kapitel später aufrecht auf der Couch saß und mein Handy weglegte, hatte ich nicht geplant.

« Sie hat Bock » ist 2020 erschienen und seitdem ausschließlich bei Audible als ungekürzte Hörbuchfassung erhältlich. Katja Lewina liest selbst, und das merkt man vom ersten Satz an. Was auf der Seite vielleicht zuweilen wie eine Kolumnensammlung wirkt, bekommt in ihrer Stimme eine Konsistenz, die dem Gehörten wirklich dient. Sie spricht, als rede sie mit einer Freundin, mit der sie schon viel zu lange nicht offen geredet hat.

Die Autorin als Erzählerin ihrer eigenen Geschichte

Lewina führt uns entlang ihrer eigenen erotischen Biografie: von der kindlichen Masturbation über Gynäkologinnenbesuche, die sich anfühlen wie eine Prüfung ohne Lernmaterial, bis zu Porno-Vorlieben und dem verbreiteten Phänomen des vorgetäuschten Orgasmus. Das klingt intim, und das ist es auch. Aber die Stärke dieses Textes liegt darin, dass das vermeintlich Individuelle so konsequent kollektiv aufgedröselt wird. Immer wieder kommt Lewina auf denselben Punkt zurück: Das ist nicht nur meine Geschichte. Das ist die Geschichte vieler Frauen, die gelernt haben, ihren Körper im Dienst anderer zu lesen.

Als selbst lesende Autorin verzichtet sie auf den Filter einer fremden Interpretation. Die Passagen, in denen sie die Schimpfwörter aufzählt, die ihr im Laufe ihres Lebens zugeflogen sind, « Schlampe », « Nutte », « Fotze », « Hoe », klingen in ihrer eigenen Stimme anders als auf dem Papier. Nicht verharmlosender, sondern präziser. Man spürt, dass sie diese Wörter kennt, nicht aus Büchern, sondern aus dem Alltag.

Kolumnen-Rhythmus und seine Folgen

Ein Hinweis, den ich ehrlich ansprechen möchte, weil er in den Rezensionen mehrfach auftaucht: Der Text ist ursprünglich als Kolumnenreihe entstanden, und das merkt man. Jedes Kapitel hat seinen eigenen Einstieg, seinen eigenen Groove, seinen eigenen Punchline-Moment. Das macht das Zuhören abwechslungsreich, aber es bedeutet auch, dass sich bei durchgehendem Hören eine gewisse Wiederholung einstellt. Lewina kreist immer wieder um dieselben Kern-Argumente: Sozialisation formt das Begehren, Frauen zahlen den höheren Preis für gelebte Sexualität, und das lässt sich ändern.

Wer das als thematischen Overkill empfindet, wie einer der Rezensenten schreibt, liegt nicht ganz falsch. Wer es als notwendige Wiederholung begreift, die einem gesellschaftlichen Muster entspricht, das sich selbst wiederholt, kommt dem Text näher. Ich neige zur zweiten Interpretation, obwohl ich verstehe, dass nicht jede Hörstunde dieselbe Dichte verträgt. Vielleicht ist « Sie hat Bock » tatsächlich ideal in Etappen, wie die Kolumne, aus der es entstanden ist.

Was dieses Buch nicht ist

Es ist kein akademischer Text. Wer Fußnoten und Quellenangaben erwartet, ist falsch. Lewina schreibt aus der Erfahrung, nicht aus der Theorie, und das ist sowohl ihre Stärke als auch gelegentlich ihre Schwäche. Einige Gedanken bleiben in der Behauptung hängen, wo ein Beleg helfen würde. Andere sind so treffsicher formuliert, dass man sie am liebsten laut vorlesen würde.

Was es ist: Ein ehrliches Stück Selbstermächtigungsliteratur, das mit Witz arbeitet, ohne die Dringlichkeit des Themas zu untergraben. Der Humor ist keine Verkleidung für fehlende Tiefe, sondern ein Zugang, der Leserinnen (und lesende Männer, die über ihre eigene Sozialisation nachdenken wollen) wirklich erreicht. Bei 4,4 Sternen aus fast 660 Bewertungen ist das Ergebnis eindeutig: Das Buch trifft etwas.

Für wen dieses Hörbuch gemacht ist

Ich höre Lewina für Frauen, die das diffuse Unbehagen, das sie mit ihrer eigenen Sexualität verbinden, noch nie so direkt benennen gehört haben. Und ich höre es für Männer, die bereit sind, zuzuhören, ohne sich sofort zu verteidigen. Der Rezensent, der schreibt, er wolle in den nächsten Wald ziehen und sich ein Sterbeloch graben, hat das Buch wahrscheinlich nicht mit dieser Offenheit angegangen. Das ist schade, aber auch ein Hinweis auf den Nerv, den Lewina trifft.

Wer das Thema weibliches Begehren lieber in wissenschaftlicherer Form erkunden möchte, greife zu Nagoski oder zum Klassiker von Leah Carey. Wer lieber direkte, persönliche Sprache hört und dabei manchmal lachen will, manchmal innehalten, der ist bei Lewinas Selbstlesung genau richtig.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin