Die letzten Tage des Patriarchats
Hörbuch & E-Book

Die letzten Tage des Patriarchats, by Gesprochen von: Margarete Stokowski

Von Gesprochen von: Margarete Stokowski

Gesprochen von Spieldauer: 9 Std. und 8 Min.

★★★★★ 4.7/5 (529 Bewertungen)
🎧 9 Stunden und 8 Minuten 📘 Audible Studios 📅 2 septembre 2021 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Seit 2011 schreibt die Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski Essays, Kolumnen und Debattenbeiträge. Die besten und wichtigsten Texte versammelt dieses Buch, leicht überarbeitet und kommentiert. Die Autorin analysiert den Umgang mit Macht, Sex und Körpern, die #metoo-Debatte und Rechtspopulismus, sie schreibt über Feminismus, Frauenkörper und wie sie kommentiert werden, über Pornos, Gender Studies, sogenannte Political Correctness, Unisextoiletten und die Frage, warum sich Feminismus und Rassismus ausschließen.

Stokowskis Texte machen Mut, helfen, wütend zu bleiben, Haltung zu zeigen und doch den Humor nicht zu verlieren und sie zeigen, dass es noch einiges zu tun gibt auf dem Weg zu einer gleichberechtigen Gesellschaft. Wer fragt, ob wir den Feminismus noch brauchen oder ob die Revolution bereits geschafft ist, dem liefert Margarete Stokowski eindeutige Antworten.

« Im Großen und Ganzen versuche ich, da Staub aufzuwirbeln, wo es eh schon dreckig ist. Also ungefähr das Gegenteil von dem, was von einer Polin in Deutschland erwartet wird, Zwinkersmiley. »

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Auf einen Blick

  • Narration: Stokowski liest ihre eigenen Texte mit trockenem Witz und einer Direktheit, die kein fremder Sprecher haette replizieren koennen — die Eigenproduktion ist hier kein Zufall, sondern Haltung.
  • Themes: Feminismus und Alltagspolitik, Koerper und Selbstbestimmung, Sprache als Machtinstrument
  • Mood: Scharf und humorvoll, bei aller Wut erstaunlich leicht
  • Verdict: Wer Stokowski nicht kennt, findet hier einen dichten Einstieg in ihr Denken — wer sie kennt, bekommt neun Stunden bestes Essay-Radio.

Ich hatte die Kolumnen von Margarete Stokowski ueber die Jahre einzeln gelesen, hier und dort, meistens auf dem Handy zwischen zwei U-Bahn-Stationen. Als ich dieses Hoerbuch startete, war ich also nicht unvorbereitet. Was mich trotzdem traf: Wie anders sich diese Texte anhoeren, wenn Stokowski sie selbst spricht. Es war ein Freitagabend, ich hatte gerade eine dieser Diskussionen hinter mir, in denen man sich dreimal erklaert und dreimal nicht gehoert wird — genau das richtige Publikum fuer neun Stunden Kolumnen ueber Macht, Koerper und die Frage, warum das alles noch immer so zaeh geht.

« Die letzten Tage des Patriarchats » ist eine Sammlung von Essays und Kolumnen, die Stokowski zwischen 2011 und 2018 fuer Spiegel Online verfasste. Sie wurden fuer diese Ausgabe leicht ueberarbeitet und mit nachtraeglichen Kommentaren der Autorin versehen. Das ist ein wichtiger Punkt, den man kennen sollte, bevor man reinhoert: Das hier ist kein Buch, das von vorne bis hinten einen Gedanken entwickelt. Es ist ein Archiv von kurzen, praezisen Eingriffen in laufende Debatten — und es zeigt, welche dieser Debatten tatsaechlich noch laufen.

Wenn die Autorin selbst spricht

Stokowski liest mit einer Stimme, die man sofort einordnet: unaufgeregt, leicht ironisch, nie predigend. Das ist keine Kleinigkeit. Feministische Sachliteratur traegt im Hoerbuchformat oft das Problem mit sich, dass eine fremde Stimme die argumentative Schaerfe entweder dramatisiert oder glaettet. Beides passiert hier nicht. Stokowski nimmt sich die Zeit fuer Pausen, laesst einen Gedanken landen, bevor der naechste kommt. Ihr Kommentar « Zwinkersmiley » — der von ihr selbst vorgelesene Zusatz, der erklaert, dass sie das Gegenteil von dem tut, was von einer Polin in Deutschland erwartet wird — klingt gesprochen nochmal anders als gelesen. Trockener. Genauer.

Rezensentin Klaf hat es gut beschrieben: Stokowski klopft nicht auf die Finger, sie wirft Schraubenschluessel in Denkzahnraeder. Das stimmt — und es stimmt auch, dass dieser Schreibstil im Hoerbuch-Format besonders gut aufgeht, weil man das Knirschen direkt hoert.

Was aus 2015 noch gilt

Der naheliegendste Einwand gegen eine Kolumnensammlung von 2011 bis 2018 ist der der Aktualitaet. Hoerer Nils Goette hat das in seiner Rezension notiert: Es ist eine Zweitverwertung, kein neues Buch. Das ist formal korrekt, inhaltlich aber weniger schlimm als befuerchtet. Stokowskis Texte ueber #MeToo, Rechtspopulismus, Gender Studies und Political Correctness klingen 2025 erschreckend frisch. Das ist kein Kompliment an die gesellschaftliche Entwicklung.

Besonders stark sind die Texte, in denen Stokowski Sprache selbst zum Thema macht — wie bestimmte Begriffe Debatten bereits formen, bevor sie begonnen haben. Diese Kolumnen altern kaum, weil sie strukturell argumentieren, nicht tagesaktuell. Die thematische Sortierung (erst nach Thema, dann chronologisch) hilft dabei: Man kann gezielt reinhoeren oder linear durchhoeren, beides funktioniert.

Was bleibt

Neun Stunden sind fuer eine Kolumnensammlung lang. Es gibt Texte in diesem Band, die weniger tragen als andere — kuerzere, die als Reaktion auf einen konkreten News-Moment entstanden sind und ohne diesen Kontext leichter wirken. Das ist kein Fehler Stokowskis, sondern das strukturelle Problem des Formats: Eine Kolumne lebt von ihrer Unmittelbarkeit, die Sammlung kann das nur bedingt konservieren.

Was sie aber konserviert, ist etwas anderes: ein Ton. Und dieser Ton — wuetend ohne zu schreien, klar ohne vereinfachend zu sein, witzig ohne das Gewicht abzuwerfen — ist das eigentliche Argument fuer dieses Hoerbuch. Man hoert neun Stunden lang einer Frau zu, die weiss, was sie sagt, und es trotzdem mit Vergnuegen sagt. Das ist seltener, als es klingen mag.

Fuer wen dieses Hoerbuch ist — und fuer wen nicht

Wer Stokowski mag, bekommt hier das Destillat ihrer journalistischen Arbeit in einer Form, die besser funktioniert als erwartet. Wer sie nicht kennt, findet einen dichten, ehrlichen Einstieg. Wer ein Buch mit durchgaengigem Argument sucht, sollte lieber zu « Untenrum frei » oder « Das Elend mit der Normalitaet » greifen — Stokowskis eigenstaendige Buchprojekte tragen mehr. Als Hoerbuch fuer die Bahn, fuer Abendstunden in Etappen, fuer Tage, an denen man wuetend sein will und dabei lachen moechte: sehr gut.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Stokowskis fruehere Buecher kennen, um in dieses Hoerbuch einzusteigen?

Nein. Die Kolumnensammlung funktioniert als eigenstaendiger Einstieg in Stokowskis Denken. Jeder Text ist in sich geschlossen, nachtraegliche Kommentare der Autorin liefern zusaetzlichen Kontext.

Sind die Texte aus 2011 bis 2018 heute noch relevant?

Weitgehend schon. Besonders die strukturellen Analysen zu Sprache, Machtdynamiken und #MeToo haben kaum gealtert. Manche tagesaktuelle Reaktionstexte wirken ohne ihren urspruenglichen Nachrichtenkontext etwas leichter.

Wie ist die Hoerbuchumsetzung technisch — reine Autorin-Lesung oder Produktion?

Stokowski liest selbst, schlicht und ohne akustische Extras. Das passt zum essayistischen Charakter der Texte und ist eine der Staerken dieser Ausgabe.

Wie ist die Sammlung strukturiert — kann man auch einzelne Texte gezielt anhoeren?

Die Texte sind thematisch sortiert und innerhalb der Themenbloecke chronologisch geordnet. Das Hoerbuch eignet sich gut zum punktuellen Reinhoeren, muss also nicht linear durchgehoert werden.

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Abebdlektüre

Lässt sich gut ab und zu lesen, da es eine Kolumnensammlung ist und man nicht wieder reinkommen muss. Immer noch aktuell

— Mina
★★★★★

Tolerante Feministin mit Sprachsinn

Ich finde alle Essays von Margarete Stokowski bereichernd. Sie provoziert, wirft Schraubenschlüssel in routiniert sich drehende Denkzahnräder und dann knirscht es schon mal und kracht. Aber, und das ist dann die besondere Sache, die die Lektüre ihrer Texte sehr berreichernd und bedenkenswert und auch annehmbar macht: Da herrscht kein moralisierender…

— Klaf
★★★★★

Schönes Sammelwerk

Ich mag Margarethes Essays und mag es, dass in diesem Buch Ihre Essays zusammengefasst wurden. Es ist interessant einen chronologischen Einblick oder Übersicht zu haben über die Ereignisse die in den vergangenen Jahren bis heute geschehen sind.

— Rebecca
★★★★☆

Generell toll, wenn auch leider nur eine Zweitverwertung von Kolumnen aus 2011-2018.

Das Buch hat mir gut gefallen. War mein erster Kontakt mit Margarete Stokowski. Ich finde, sie verbindet gut Humor mit guter Argumentation. Der eine Punkt Abzug liegt für mich einfach nur daran, dass das Buch nur eine Zweitverwertung von Kolumnen aus 2011-2018 sind. Aber immerhin gut sortiert (erst nach Thema…

— Nils Goette
★★★★★

Richtig! Gutes! Buch!

Es war auf jedenfalls das beste Weihnachtsgeschenk das ich je von mir selbst bekommen habe. Kann man einfach so runterlesen. Und selbst wenn man sich seit Jahren mit der Materie auseinandersetzt findet man immernoch einiges das Mensch vorher noch nicht wusste. I like it alot, hab ich das schon gesagt?Ziemlich…

— Amazon Kunde

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin