Im Angesicht des Bösen
Hörbuch & E-Book

Im Angesicht des Bösen, by Axel Petermann

Von Axel Petermann

Gesprochen von Michael A. Grimm

★★★★★ 4.4/5 (590 Bewertungen)
🎧 9 Stunden und 53 Minuten 📘 avm 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Menschliche Abgründe.

Deutschlands bekanntester Profiler berichtet fesselnd über die oft ebenso schwierige wie verblüffende Aufklärung authentischer Kriminalfälle und lässt uns tief in seine Suche nach den Tätern eintauchen.

Wahre Geschichten, die unter die Haut gehen: Die tatsächliche Bedeutung eines vermeintlich unwichtigen Fundstücks demaskiert den Täter. Die bizarren Phantasien eines Sexualmörders. Nahezu 20 Jahre lang bleibt ein Mord ungeklärt, bis kriminalistisches Gespür einen Serienmörder entlarvt. Eine wahrhaft komplizierte Fallgeschichte.

Ein Serienmörder erkennt die besondere Bedeutung der symbolischen Handlung eines anderen Mordes. Die Psyche eines sadistischen Mörders. Erst als das Baby einer tot aufgefundenen Frau vermisst wird, kann das Verbrechen aufgeklärt werden. Eine unfassbare Tat.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Michael A. Grimm liest Petermarns nüchterne Fallberichte mit angemessener Sachlichkeit und vermeidet jeden reißerischen Ton, was dem Material sehr gut steht.
  • Themen: Täterpsychologie, kriminalistische Spurenarbeit, das Langzeitgedächtnis von Ermittlern
  • Stimmung: Ruhig und bedrückend, mit Momenten echter Faszination
  • Fazit: Ein ernsthaftes True-Crime-Hörbuch für alle, die weniger Sensation wollen und mehr Substanz.

Ich war auf dem Weg zu einem langen Wochenende, zehn Stunden Fahrt vor mir, als ich « Im Angesicht des Bösen » von Axel Petermann ins Abspielgerät legte. Ein Profiler-Buch, dachte ich, das wird mich wach halten. Was mich dann tatsächlich wach hielt, war nicht die Spannung im Sinne eines Kriminalromans, sondern etwas Merkwürdigeres: die Stille zwischen den Ereignissen. Petermann ist kein Autor, der Dramatik aufbauscht. Er erklärt. Und das ist, wie ich nach fast zehn Stunden verstehe, viel wirkungsvoller.

Axel Petermann gehört zu den bekanntesten deutschen Fallanalytikern und war als Profiler beim Landeskriminalamt Bremen tätig. In diesem Hörbuch versammelt er mehrere authentische Kriminalfälle, die er selbst bearbeitet hat oder an deren Aufklärung er beteiligt war. Darunter befinden sich Fälle, die fast zwanzig Jahre ungelöst blieben, ein Serienmörder, der die symbolische Handlung eines anderen Mordes erkennt und nutzt, sowie die Geschichte eines Kindes, dessen Verschwinden erst die Aufklärung eines Mordes ermöglicht. Das sind keine erfundenen Thriller-Konstruktionen. Das ist Wirklichkeit.

Nüchternheit als literarisches Prinzip

Was Petermarns Schreiben von vielen populären True-Crime-Formaten unterscheidet, ist eine konsequente Zurückhaltung gegenüber dem Voyeuristischen. Er befriedigt keine Sensationslust. Er beschreibt nicht in lustvollen Details, wie Verbrechen begangen wurden, sondern wie sie aufgeklärt wurden. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Die Perspektive ist immer die des Ermittlers: Was wussten wir, was wussten wir nicht, was hat uns auf die richtige Spur gebracht, was hat uns in die Irre geführt?

Michael A. Grimm als Sprecher unterstützt diese Haltung vollständig. Seine Lesung ist klar und gleichmäßig, ohne emotionale Überbetonung. In einem Genre, das häufig von dramatischen Sprechern lebt, die Spannung künstlich aufbauen, ist Grimms sachlicher Ton eine Wohltat. Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob etwas mehr Färbung den Zuhörerinnen und Zuhörern helfen würde, aber ich bin insgesamt der Meinung, dass die Zurückhaltung zum Material passt. Petermann selbst kommt in Fernsehsendungen ähnlich rüber: besonnen, uneitel, präzise.

Was Rezensenten unterschiedlich bewerten

Die Leserschaft ist nicht vollständig einig. Während die Mehrheit das Buch als fesselnd und ausgesprochen lehrreich beschreibt, gibt es eine berechtigte Kritik: Petermann untersucht manche Fälle posthum via Profiling, das heißt, er war nicht aktiv in die damalige Ermittlung eingebunden, sondern hat die Fälle nachträglich analysiert. Ein Rezensent bemängelt, dass darauf nicht ausreichend hingewiesen wird und manche Leserinnen und Leser sich dadurch getäuscht fühlen könnten. Das ist ein fairer Punkt. Wer das Buch mit dem Anspruch liest, Petermarns persönliche Ermittlungsarbeit zu verfolgen, sollte wissen, dass der Umfang dieser direkten Beteiligung von Fall zu Fall variiert.

Ein anderer Kritikpunkt betrifft die Länge einzelner Falldarstellungen. Gelegentlich werden Zusammenhänge ausgebreitet, die nicht zwingend zur Aufklärung beitragen. Im Hörbuch macht sich das weniger störend bemerkbar als im Printformat, wo lange Tabellen und Bögen optisch dominieren können. Grimm liest auch diese Passagen professionell, aber der Rhythmus verlangsamt sich merklich.

True Crime ohne Schaulust

Ich empfehle « Im Angesicht des Bösen » vor allem denjenigen, die True Crime als Format mögen, aber die exploitative Seite des Genres satt haben. Petermann ist jemand, dem man das Erzählen glaubt, nicht weil er dramatisiert, sondern weil er erklärt, wie kompliziert Ermittlungen in Wirklichkeit sind. Wie viel Geduld sie brauchen. Wie viel Zufall manchmal im Spiel ist. Und wie viel Erfahrung nötig ist, um den Zufall von der echten Spur zu unterscheiden.

Für Krimiautoren, die an realistischen Verfahren interessiert sind, ist dieses Buch besonders wertvoll. Ein Rezensent, der selbst Krimis schreibt, hat es als Ratgeber bezeichnet, und das klingt nicht übertrieben. Die methodische Strenge, mit der Petermann Fälle darstellt, ist selten in populären Sachbüchern zu finden.

Wer sollte zuhören, wer besser nicht

Empfehlenswert für: True-Crime-Fans mit Interesse an echter Ermittlungsarbeit und Täterpsychologie, Krimiautoren auf der Suche nach realistischem Hintergrundwissen, Hörerinnen und Hörer, die Sachlichkeit über Dramatik stellen. Weniger geeignet für: Menschen, die starke emotionale Aufrüttelung suchen, oder solche, die mit dem Thema Gewaltverbrechen keine persönliche Distanz wahren können. Die Fälle sind real, und das spürt man.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Sehr fesselndes Buch, einfühlsam und intelligent geschrieben

Ich kenne Herrn Petermann schon aus diversen Fernsehsendungen.In diesem Buch beschreibt er fesselnd und menschlich zugleich, wie er durch akribische Vorgehensweise Tätern auch noch nach vielen Jahren auf die Spur kam. Der Autor kommt im Buch genauso besonnen, uneitel und authentisch rüber wie in seinen Sendungen und gibt einzigartige Einblicke…

— Amazon Kunde
★★★★☆

Wirklich spannend

Das Buch von Axel Petermann ist lesenswert. Es enthält ein paar Fälle, die der Autor als Profiler bearbeitet hat. Dabei interessieren besonders die Methoden, die er anwandte, um an die Täter heranzukommen. Manchmal ist sehr viel Psychologie im Spiel, was nicht immer ganz so interessant ist. Dagegen erlebt ein Krimileser,…

— Lupus Martin
★★★★★

Packend und spannend

Ich liebe diese Art von Büchern und habe bisher die von Josef Wilfing verschlungen. Dieses Buch war mindestens genau so gut und ich war gefesselt und fasziniert aber auch schockiert und leicht verstört. Wer True Crime mag, wird dieses Buch lieben! Schließe mich meinen Vorgängern an – nichts für schwache…

— C.Komander
★★★★★

Ein Muss für Krimiautoren

Wer – wie ich – Kriminalromane schreibt, sollte dieses Buch unbedingt in seinem Bücherregal als Ratgeber und Ideengeber stehen haben! Axel Petermann zeigt an einigen Fällen eindrucksvoll wie der tägliche Alltag eines Ermittlers, bzw. Fallanalytikers aussieht. Die Art und Weise wie er in seinem Buch erzählt ist, ist nüchtern und…

— Detlef Krischak
★★★☆☆

interessant, aber zu langatmig

die vier geschichten sind zwar interessant, aber doch in jedem fall zu lang geraten. da werden dinge ausgebreitet, die nicht unbedingt ins buch gehört hätten. auch stört mich, dass petermann die fälle posthum via profiling untersucht. darauf hätte man hinweisen dürfen. manch ein leser fühlt sich ein wenig getäuscht.

— Josel

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin