Die Moskau-Connection [The Moscow Connection]
Hörbuch & E-Book

Die Moskau-Connection [The Moscow Connection], by Markus Wehner and Reinhard Bingener

Von Markus Wehner, Reinhard Bingener

Gesprochen von Heiko Grauel

★★★★★ 4.6/5 (488 Bewertungen)
🎧 9 Stunden und 25 Minuten 📘 John von RBmedia Verlag 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Deutschland hat über viele Jahre die Gefahr ignoriert, die von Putins Regime ausging. Es hat die Warnungen seiner europäischen Nachbarn in den Wind geschlagen und sich von Gas und Öl aus Russland immer abhängiger gemacht. Die Folge ist eine schwere Wirtschaftskrise, die den Wohlstand der Bundesrepublik langfristig schmälern wird.

Wie konnte es dazu kommen? Welche Rolle spielte dabei Gerhard Schröder als SPD-Bundeskanzler und späterer Gas-Lobbyist mit seinem weitverzweigten Netz in Politik und Wirtschaft? Warum schlug CDU-Kanzlerin Angela Merkel keinen weitsichtigeren Kurs ein? Welche geschäftlichen und politischen Verbindungen, aber auch welche wirtschaftlichen und strategischen Interessen führten dazu, dass Deutschland auf Putin setzte, obwohl er schon vor seinem Überfall auf die Ukraine Kriege geführt, die Opposition ausgeschaltet und Freiheits- und Menschenrechte missachtet hatte? Die FAZ-Korrespondenten Reinhard Bingener und Markus Wehner decken die Moskau-Connection der deutschen Politik auf und zeigen, wie eine der größten Fehleinschätzungen deutscher Außenpolitik seit 1945 möglich wurde.

Please note: This audiobook is in German.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Heiko Grauel liest dieses politische Sachbuch mit der nötigen Ernsthaftigkeit — klar, ohne Theatralik, und damit genau richtig für das investigative Material.
  • Themen: Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas, das Schröder-Netzwerk, Außenpolitikversagen seit den 1990ern
  • Stimmung: Nüchtern und aufklärend, mit zunehmender Dringlichkeit
  • Fazit: Ein investigatives Sachbuch, das erklärt, warum Deutschland in die Energiefalle tappte — notwendig, gut recherchiert, und deutlich unbequemer als der politische Diskurs, der die dargestellten Vorgänge begleitete.

Ich erinnere mich noch genau, wo ich war, als die Nachrichten über den russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 kamen. Und ich erinnere mich an das Unbehagen, das folgte — nicht nur über das Ereignis selbst, sondern über die Frage: Wie lange haben wir das nicht sehen wollen? « Die Moskau-Connection » der FAZ-Korrespondenten Reinhard Bingener und Markus Wehner ist der systematische Versuch, diese Frage zu beantworten. Ich habe es in zwei langen Abenden gehört, und es hat mich in einer produktiven, unbequemen Weise aufgewühlt.

Das Buch stellt drei ineinandergreifende Fragen: Wie konnte Deutschland über Jahrzehnte die Gefahr von Putins Regime ignorieren? Welche Rolle spielte Gerhard Schröder als Kanzler und später als Gas-Lobbyist? Und warum setzte auch Angela Merkel keinen anderen Kurs? Bingener und Wehner sind keine Meinungsjournalisten, die eine Erzählung verkaufen wollen — sie sind FAZ-Korrespondenten mit einem klaren Dokumentationsanspruch, und das merkt man an jedem Kapitel.

Das Schröder-Netzwerk — konkret und belegt

Der Kern des Buches ist die Rekonstruktion eines Netzwerks, das sich über Politik, Wirtschaft und Geheimdienste erstreckt. Schröder steht dabei nicht als Sündenbock, sondern als Knotenpunkt — als jemand, der Entscheidungen getroffen hat, die sich im Nachhinein als systemisch folgenreich erweisen. Bingener und Wehner zeigen, wie Gasabhängigkeit kein Versehen war, sondern das Ergebnis von Entscheidungen, die trotz wiederholter Warnungen aus den osteuropäischen Partnerstaaten getroffen wurden. Eine Amazon-Rezension beschreibt das Buch als Nachweis dafür, wie Regierungsmitglieder mit geheimdienstlichen Methoden beeinflusst werden können — das ist eine pointierte, wenn auch zugespitzte Zusammenfassung des dokumentierten Materials.

Was das Buch von vielen Sachbüchern über russische Einflussnahme unterscheidet, ist die Konzentration auf Deutschland. Es ist kein allgemeiner Überblick über Putins Methoden — das gibt es andernorts. Es ist ein sehr spezifisches Porträt einer deutschen Anfälligkeit, die aus historischen, wirtschaftlichen und persönlichen Verflechtungen entstand. Das macht es schwieriger zu lesen als ein Buch über einen entfernten Feind, aber auch relevanter.

Was die Autoren nicht beantworten — und warum das kein Versagen ist

Bingener und Wehner stellen fest, was war. Sie erklären, wie Netzwerke funktionierten, welche Entscheidungen unter welchen Umständen getroffen wurden, wer wann was wusste. Was sie bewusst offenlassen, ist die Frage nach persönlicher Schuld im juristischen Sinne und nach dem, was in der Politik als Naivität durchgeht und was als etwas Ernsteres gelten muss. Das ist keine Schwäche des Buches — es ist eine redliche Beschränkung, die investigativer Journalismus einhalten sollte. Leser, die eine klare Täter-Opfer-Erzählung suchen, werden damit Mühe haben. Leser, die verstehen wollen, wie Systeme versagen, werden das Buch schätzen.

Heiko Grauel als Stimme des Untersuchungsberichts

Heiko Grauel liest dieses Buch so, wie es gelesen werden sollte: ohne Effekthascherei, mit konstantem Tempo, das die Dichte des Materials respektiert. Sachbücher dieser Art brauchen keine dramatisierende Stimme — sie brauchen Klarheit und Verlässlichkeit, und die liefert Grauel. Die neun Stunden und fünfundzwanzig Minuten Laufzeit vergehen bei konzentriertem Zuhören schneller als man erwartet, weil das Material selbst die nötige Spannung mitbringt.

Wer sollte zuhören, wer nicht

Pflichtlektüre für alle, die die außenpolitischen Fehlentscheidungen der Bundesrepublik in den letzten dreißig Jahren verstehen wollen — und für alle, die bereit sind, diese Frage ohne einfache Antworten zu ertragen. Wer nach bestätigenden Vereinfachungen sucht, wird an manchen Stellen ungeduldig werden. Wer dagegen journalistische Sorgfalt an einem politisch brisanten Stoff schätzt, findet hier einen der wichtigsten deutschen Sachbuch-Beiträge der letzten Jahre zu diesem Thema.

Häufig gestellte Fragen

Richtet sich das Buch an Zuschauer mit politischem Vorwissen oder ist es auch für Einsteiger verständlich?

Bingener und Wehner setzen ein grundlegendes Interesse an der deutschen Außenpolitik voraus, erklären aber Zusammenhänge auch für Menschen, die nicht täglich FAZ lesen. Wer weiß, wer Gerhard Schröder ist und ungefähr, was Nord Stream bedeutet, kommt gut mit.

Behandelt das Buch auch Angela Merkels Rolle, oder liegt der Fokus ausschließlich auf Schröder?

Beide Kanzler werden analysiert. Schröder steht stärker im Zentrum, aber das Buch argumentiert, dass auch Merkels Kurs die Abhängigkeit zementierte, obwohl sie früh auf Warnsignale hätte reagieren können. Die Autoren gehen dabei fair mit dem komplexen Entscheidungskontext um.

Wie aktuell ist das Buch angesichts der Entwicklungen seit dem Erscheinen?

Das Buch ist eine historische Rekonstruktion, keine laufende Berichterstattung. Die dokumentierten Entscheidungspfade sind unverändert relevant, auch wenn sich die politische Lage weiterentwickelt hat. Als Erklärung dafür, wie Deutschland in diese Abhängigkeit geriet, bleibt es ein Standardwerk.

Wie verhält sich die Hörbuchfassung mit Heiko Grauel zur Printversion?

Grauel liest das dichte Sachbuchmaterial klar und gut portioniert. Wer Passagen mehrfach lesen oder Quellen nachschlagen möchte, ist mit der Printversion besser bedient. Als Einstieg und für das Gesamtbild funktioniert das Hörbuch aber ausgezeichnet.

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin