Putinland
Hörbuch & E-Book

Putinland, by Leonid Wolkow

Von Leonid Wolkow

Gesprochen von Oliver Dupont

★★★★★ 4.5/5 (442 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

Was der Westen nicht wissen wollte: die brisante Analyse des « Außenministers der russischen Opposition ».

Unter Putin hat sich Russland zu einer imperialistischen Diktatur verwandelt, die die Werte und das Lebensmodell des Westens bedroht. Wie das passiert ist und warum Europa es bis zuletzt ignoriert hat – das analysiert Leonid Wolkow, ein enger Vertrauter des inhaftierten Dissidenten Alexei Nawalny. Anhand persönlicher Erfahrungen im Kampf gegen Korruption und Willkürherrschaft legt er die brutale imperialistische Dynamik in Putins Reich offen und zeigt, was man in Deutschland und Europa nicht wahrhaben wollte. Wer Russland, Putin und den Angriffskrieg gegen die Ukraine verstehen will, kommt an seiner brisanten Analyse nicht vorbei.

Noch zu Beginn der ersten Amtszeit von Wladimir Putin war Russland ein Land bis dahin ungeahnter Möglichkeiten und Entwicklungschancen. Junge Menschen, unter ihnen auch Leonid Wolkow, begannen, sich politisch zu engagieren, forderten Teilhabe und waren bereit, die Zukunft mitzugestalten. Doch Putins Ziel war nie die offene Gesellschaft. Spätestens, als er 2012 seine Rückkehr ins Präsidentenamt verkündete, brach sich der Autoritarismus vom Kreml ausgehend Bahn. Nach der Annexion der Krim, der Zerschlagung der Opposition und dem Giftanschlag auf Alexei Nawalny eskalierte diese Entwicklung 2022 mit dem völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine.

Als Wahlkampfmanager, enger Mitarbeiter und Freund Nawalnys hat Wolkow die Entstehung der russischen Diktatur hautnah miterlebt und war selbst mehrfach inhaftiert. Aus dem Exil heraus analysiert er nun, was in Deutschland und Europa aufgrund wirtschaftlicher Interessen und geopolitischer Naivität geflissentlich ignoriert wurde. Doch trotz aller Gefahr, die von Moskau für die freie Welt ausgeht, so Wolkow: Putins Zeit läuft ab. Und Russlands Zukunft liegt in Europa.

Leonid Wolkow ist politischer Direktor der von Alexei Nawalny begründeten Antikorruptionsstiftung FBK. Seit 2009 ist er politisch aktiv, als er für vier Jahre zum Abgeordneten der städtischen Duma von Jekaterinburg gewählt wurde. 2013 leitete er die Kampagne Alexei Nawalnys bei der Moskauer Bürgermeisterwahl und 2018 als Stabschef dessen Präsidentschaftswahlkampf. Seit 2019 lebt er in Litauen.

Inhalt u.a.:

Russlands « wilde Neunziger » – Die Errichtung der Machtvertikale – Widerstandsgeist und Protestbewegung – Bürgermeisterwahl in Moskau – Nach der Annexion der Krim – Nawalnys Präsidentschaftswahlkampf – Die Schlagkraft vernetzter Opposition – Der Giftanschlag – Russland überfällt die Ukraine – Medienmacht und Meinungsbildung – Angriffsziel Internet – Andersdenken verboten – Putins Oligarchen – Wir gehören zu Europa – Nach Putin: Szenarien und Hoffnungen.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Oliver Dupont liest sachlich und klar, ohne dramatisierende Effekte, was dem analytischen Ton von Wolkows Text gut entspricht
  • Themen: Aufbau einer Diktatur von innen, Nawalny-Bewegung und Antikorruptionsarbeit, europäische Mitschuld durch wirtschaftliche Naivität
  • Stimmung: Nüchtern und beklemmend, mit dem Gewicht eines Augenzeugenberichts
  • Fazit: Wer verstehen will, wie Russland wurde, was es ist, und warum Europa so lange weggeschaut hat, bekommt hier eine der dichtesten und persönlichsten Analysen dazu.

Ich erinnere mich genau, wann ich angefangen habe, «Putinland» zu hören. Es war ein Februarmorgen 2024, und die Nachricht über Nawalnys Tod im Straflager lief im Radio, als ich die Küche aufräumte. Ich drückte Pause bei dem, was ich gerade hörte, öffnete Audible und suchte dieses Buch. Leonid Wolkow, einer von Nawalnys engsten Vertrauten, hatte es ein Jahr zuvor veröffentlicht. Es schien der richtige Moment, endlich zuzuhören.

Rezensent Claus Gras hat es so beschrieben: Er begann zögerlich und entdeckte plötzlich den Lese-Drive, während Geschichte auf die Überholspur wechselte. So war es auch für mich. Nur dass die Geschichte bei mir schon auf die Zielgerade eingebogen war, bevor ich den ersten Satz gehört hatte.

Was Wolkow weiß, was Journalisten nicht wissen

Der entscheidende Unterschied zwischen «Putinland» und einem guten Russlandanalyse-Buch liegt im Abstand zum Geschehen. Wolkow war dabei: als Stadtrat in Jekaterinburg, als Wahlkampfmanager bei der Moskauer Bürgermeisterwahl 2013, als Stabschef von Nawalnys Präsidentschaftskampagne 2018. Er hat miterlebt, was es bedeutet, gegen Putins Machtstruktur zu arbeiten, war selbst mehrfach inhaftiert und lebt seit 2019 im Exil in Litauen. Das gibt dem Buch eine Qualität, die rein akademische Analysen nicht erreichen: Man liest nicht über die Entstehung der russischen Diktatur, man hört jemandem zu, der mitgebaut hat an dem, was dagegen stand.

Die Struktur folgt einer chronologischen Logik, die Wolkow klug einsetzt: von den hoffnungsvollen neunziger Jahren, als junge Russen wie er glaubten, Teilhabe sei möglich, über die schrittweise Errichtung der Machtvertikale, die Annexion der Krim, den Giftanschlag auf Nawalny bis zum Überfall auf die Ukraine 2022. Jede Station ist nicht nur erzählt, sondern analysiert. Warum hat Europa nicht gesehen, was zu sehen war? Wolkow beantwortet diese Frage ohne Schonung: wirtschaftliche Interessen, geopolitische Naivität, der bequeme Wunsch, Russland als Handelspartner zu behandeln, nicht als wachsende Bedrohung.

Die Stimme von Oliver Dupont im Dienst des Textes

Oliver Dupont liest «Putinland» so, wie man ein Sachbuch dieser Art lesen sollte: präzise, ohne Larmoyanz, mit einer Stimme, die dem Text Vertrauen gibt ohne ihn zu dramatisieren. Das ist keine leichte Aufgabe, wenn der Inhalt so aufgeladen ist. An Stellen, an denen Wolkow persönliche Erfahrungen beschreibt, etwa Verhöre oder die Beschreibung von Nawalnys Strafisolator, hätte ein weniger zurückhaltender Sprecher in Melodramatik abgeglitten. Dupont tut das nicht. Er lässt die Fakten für sich sprechen, und die Fakten sind erschreckend genug.

Bei 7 Stunden und 41 Minuten ist «Putinland» als Hörbuch konzentriert und effizient. Es gibt keine Längen. Wolkow hat keine Seite zu viel geschrieben, und das merkt man beim Hören.

Was das Buch nicht leistet und trotzdem richtig macht

«Putinland» ist keine erschöpfende Russlandgeschichte und will das nicht sein. Wer eine umfassende historische Darstellung sucht, wird andere Quellen brauchen. Was das Buch leistet, ist etwas anderes: Es verbindet das Persönliche mit dem Politischen so eng, dass die eine Ebene die andere ständig kommentiert. Die Erzählung von Nawalnys Wahlkampf ist gleichzeitig eine Analyse von Putins Umgang mit Widerstand. Die Geschichte von Wolkows Verhaftungen ist gleichzeitig ein Bericht über den Preis politischen Engagements in einem Autoritätssystem.

Besonders angesprochen hat mich das abschließende Kapitel über Szenarien und Hoffnungen nach Putin. Wolkow endet nicht mit Resignation. Er ist überzeugt, dass Putins Zeit abläuft und dass Russlands Zukunft in Europa liegt. Ob man das für realistisch hält oder nicht: Es ist das ehrlichste Statement zu einer schwierigen Frage, das ich in diesem Kontext gelesen habe.

Für wen dieses Hörbuch gedacht ist und für wen nicht

Wer den Krieg in der Ukraine verstehen will, ohne in Tagesaktualität zu versinken, findet hier den nötigen historischen und persönlichen Kontext. Das Buch eignet sich auch für Menschen, die Nawalny kannten, aber die Strukturen hinter seiner Bewegung nie ganz verstanden haben. Wer reine politische Analyse ohne persönliche Haltung bevorzugt, könnte mit Wolkows Ton stellenweise ringen, denn er ist ein Beteiligter, kein neutraler Beobachter. Das ist in diesem Fall aber eine Stärke, keine Schwäche.

Häufig gestellte Fragen

Ist «Putinland» nach dem Tod von Nawalny noch aktuell?

Ja, sogar besonders aktuell. Wolkow analysiert die Strukturen, nicht nur die Personen. Nawalnys Tod bestätigt im Rückblick viele der Warnungen, die im Buch stehen.

Ist das Buch politisch einseitig?

Wolkow ist ein erklärter Gegner Putins und ein persönlicher Freund Nawalnys. Das ist kein versteckter Standpunkt, sondern die erklärte Grundlage des Buches. Wer eine neutrale akademische Analyse erwartet, sollte das wissen. Wer einen Insiderbericht erwartet, bekommt genau das.

Braucht man Vorkenntnisse über russische Politik, um dem Buch zu folgen?

Nein. Wolkow erklärt die wichtigsten Zusammenhänge so, dass man auch ohne Vorwissen folgen kann. Das Buch ist in Deutschland und Europa für ein breites Publikum geschrieben.

Enthält das Hörbuch die PDF-Zusatzmaterialien, auf die in der Produktbeschreibung hingewiesen wird?

Laut Audible-Produktbeschreibung ist in der Bibliothek eine PDF-Datei mit zusätzlichem Material enthalten. Der Kerninhalt ist vollständig im Hörbuch selbst.

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin