Sharpes Lösegeld
Hörbuch & E-Book

Sharpes Lösegeld, by Bernard Cornwell, Rainer Schumacher – Übersetzer and Dietmar Schmidt – Übersetzer

Von Bernard Cornwell, Rainer Schumacher – Übersetzer, Dietmar Schmidt – Übersetzer

Gesprochen von Stefan Naas

★★★★☆ 4.2/5 (446 Bewertungen)
🎧 1 Stunde und 37 Minuten 📘 Lübbe Audio 📅 12 septembre 2023 🌐 Deutsch
🎧 Bei Audible DE hören 📖 Auf Kindle lesen

30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Über dieses Hörbuch

Der Kriegsheld Richard Sharpe bekommt es an Heiligabend des Jahres 1815 mit einem ganz persönlichen Fall zu tun: der Entführung seiner Frau. Sharpes Weihnacht und Sharpes Lösegeld sind zwei Kurzgeschichten, die ursprünglich für die « Daily Mail » geschrieben worden sind und bei Bastei Lübbe erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen. Hören Sie in diesem Hörbuch die neu überarbeitete Fassung von Sharpes Lösegeld.

🎧 Kostenlos bei Audible DE hören

30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Auf einen Blick

  • Narration: Stefan Naas liest Cornwells historische Kurzprosa mit militärischer Knappheit — kein aufgebauschter Abenteurer-Ton, sondern ein trockenes Erzählen, das dem kurzen Format entspricht.
  • Themes: Treue und Pflicht jenseits des Schlachtfelds, Kriegsheld im zivilen Leben, persönliche Rache gegen institutionelle Ordnung
  • Mood: Kompakt und nüchtern — wie eine Akte, die nach Pulver riecht
  • Verdict: Eine gute Ergänzung für Sharpe-Fans, kein Einstiegspunkt für neue Leser — bei unter zwei Stunden ist die Erwartungshaltung entscheidend.

Ich war Halbzeit meiner morgendlichen Wanderung, als « Sharpes Lösegeld » zu Ende war. Eine Stunde und siebenunddreißig Minuten — das ist kürzer als manche Einleitungskapitel, die ich in dieser Woche gehört habe. Cornwells Sharpe-Kurzgeschichten sind eine eigene Kategorie: nicht Roman, nicht Kurzform-Experiment, sondern Zusatzstoff für ein Publikum, das Richard Sharpe bereits kennt und ein bisschen mehr davon will. Das sollte man wissen, bevor man hier klickt.

« Sharpes Lösegeld » — tatsächlich zwei Kurzgeschichten, « Sharpes Weihnacht » und « Sharpes Lösegeld », ursprünglich für die Daily Mail geschrieben und hier erstmals in deutscher Übersetzung — spielt an Heiligabend 1815. Der Krieg ist vorbei, Waterloo liegt hinter Sharpe, und trotzdem findet er sich in einer persönlichen Krise: die Entführung seiner Frau. Cornwell wechselt damit vom Schlachtfeld auf das Terrain des privaten Verbrechens — ein interessanter Kontrastpunkt für eine Figur, die im Krieg immer weiß, wer der Feind ist.

Das Kurzformat als Begrenzung und als Stärke

Cornwells Roman-Sharpe ist ein Charakter, der von Wiederholung lebt: die gleichen Stärken, die gleichen moralischen Reflexe, in immer neuen historischen Kontexten. Das funktioniert über zwanzig Bände, weil Cornwell die Schlachtenhistorie und die persönlichen Reibungspunkte zu variieren weiß. Im Kurzformat fehlt dieser Raum. « Sharpes Lösegeld » erzählt schnell, löst schnell, und lässt wenig Zeit für das, was Cornwells Romane gut macht — die langsame Akkumulation von Druck.

Was bleibt, ist Handwerk. Cornwell schreibt Sharpe auch auf wenigen Seiten unverwechselbar: die lakonischen Entscheidungen, die Gewalt ohne Glorifizierung, das Misstrauen gegenüber Institutionen. Ein Leserkommentar hat auf etwas hingewiesen, das das Buch über die Kurzgeschichten hinaus hörenswert macht: Es enthält auch Passagen von Cornwell über die Entstehung der Sharpe-Reihe, Hintergrundinformationen zur Figur und Reflexionen über seine eigene Biografie. Für Fans, die alles über die Reihe wissen wollen, ist das der eigentliche Mehrwert.

Stefan Naas im Cornwell-Universum

Stefan Naas liest Cornwells Prosa ohne Pathos. Das ist die richtige Entscheidung. Sharpe ist kein Held, der sich selbst feiert — er erledigt Dinge, er urteilt schnell, er macht sich keine langen Gedanken über Würde oder Ehre. Naas findet dafür einen nüchternen, leicht müden Erzählton, der gut funktioniert. Bei unter zwei Stunden gibt es wenig Raum für Charakterentwicklung durch die Stimme — Naas nutzt ihn, ohne zu überdehnen.

Eine Einschränkung: Wer mit Sharpe nicht vertraut ist, wird Naas Erzählton vielleicht als flach empfinden. Das ist kein Fehler des Sprechers, sondern ein Effekt des Kurzformats — es fehlt der akkumulierte Kontext, der Sharpe-erfahrene Hörer in die Figur investiert bleiben lässt.

Was der kritische Blick richtig sieht

Eine scharf formulierte Rezension hat darauf hingewiesen, dass Cornwells Sharpe-Welt mit der Zeit vorhersehbar wird — die Briten siegen, Sharpe siegt, die Vielschichtigkeit bleibt hinter dem Maßstab eines Forester oder O’Brian zurück. Das ist eine faire Kritik, und sie trifft das Kurzformat noch mehr als die Romane. Hier ist keine Zeit für Ambiguität. Was man bekommt, ist ein solide ausgeführtes Abenteuer mit einem Helden, den man bereits mag — oder eben nicht.

Für Sharpe-Fans, die die deutschen Erstveröffentlichungen dieser beiden Daily-Mail-Geschichten noch nicht kennen, ist das eine klare Empfehlung: kurz, kompetent, mit dem Bonus der Cornwell-Hintergrundinformationen. Als Einstieg in die Sharpe-Reihe taugt « Sharpes Lösegeld » nicht — dafür braucht es einen der frühen Bände, und zwar mit deutlich mehr Zeit.

Für wen — und mit welchen Erwartungen

Bestehende Sharpe-Fans werden in knapp zwei Stunden gut unterhalten. Der historische Heiligabend-1815-Rahmen macht das Hörbuch zu einer ungewöhnlich präzisen Winterlektüre. Wer Cornwell oder Sharpe nicht kennt, sollte hier nicht beginnen — und wer lange, atmosphärische historische Abenteuerromane sucht, wird das Kurzformat als unbefriedigend empfinden.

Häufig gestellte Fragen

Ist « Sharpes Lösegeld » ein einzelner Roman oder eine Sammlung?

Es sind zwei Kurzgeschichten — « Sharpes Weihnacht » und « Sharpes Lösegeld » — die ursprünglich für die Daily Mail geschrieben wurden. Dazu kommen laut Rezensenten Hintergrundinformationen von Cornwell über die Entstehung der Sharpe-Reihe. Die Gesamtlaufzeit beträgt 1 Stunde und 37 Minuten.

Muss ich die Sharpe-Romane kennen, um « Sharpes Lösegeld » zu genießen?

Ja — das ist Ergänzungsmaterial für Reihen-Fans, kein eigenständiger Einstiegspunkt. Wer Richard Sharpe nicht kennt, fehlt der akkumulierte Kontext, der die Figur interessant macht. Als Einstieg in die Reihe empfiehlt sich « Sharpes Adler » (der erste Band).

Warum gibt es gemischte Bewertungen — ist das Buch wirklich schwächer als die Hauptreihe?

Das Kurzformat lässt wenig Raum für die Elemente, die Cornwells Romane auszeichnen: langsam aufgebauter Schlachtdruck, historische Tiefe, komplexe Nebencharaktere. Die Kurzgeschichten sind handwerklich solide, aber sie können nicht dieselbe Dichte erreichen. Wer das weiß, wird nicht enttäuscht.

Enthält das Hörbuch nur die Kurzgeschichten oder auch andere Inhalte?

Laut Rezensionen enthält die Ausgabe auch Passagen von Cornwell über die Entstehung der Sharpe-Figur und Erinnerungen an seine eigene Biografie. Für Fans, die alles zur Reihe wissen wollen, ist das der eigentliche Mehrwert des kurzen Formats.

Überzeugt?

🎧 Sharpes Lösegeld kostenlos hören

30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Rückblicke auf den sympathischen Soldaten

Das Buch gefällt mir sehr gut, weil dort sehr viele Details aus der Entstehungsgeschichte der Serie zu finden sind. Da kriegt man glatt Spaß dran, die Serie wieder von vorn zu lesen :-)Klasse gemacht vom Autor, seinen schnörkellosen Schreibstil finde ich einfach super.Auch interessant: Seine eigene Lebensgeschichte zu lesen, wie…

— moonsnake
★★★★☆

Durch die hintergrundinformationen, sehr lesenswert!

Fazit: Vor allem durch die Cornwellbeiträge, einer der wichtigeren „Sharpe“-Romane, Leicht zu lesen und durch seine „Schmalheit“ etwas überteuert.Das schmale Büchlein ist in die Teile gegliedert:1.Sharpes Abenteuer : Die Entstehung und der Werdegang „Richard Sharpes“ aus der Sicht seines Schöpfers, erzählt. Unterlegt mit Romanbestandteilen auf die sich Cornwell bezieht.2.Kuchen und…

— Grimmwart
★★★★★

sharpe- serie – sharpes abenteuer

geliefert wie bestellt

— Dietmar Göllnitz
★★★☆☆

Wie immer siegt Sharpe…

und mit der Zeit wird es etwas langweilig. Die Briten sind die Schlauen, Cleveren, Tapferen, Guten und der Rest ist doof, unfähig, feige oder findet nicht statt. Klar, man ist angefixt und will den edlen Briten-Kämpfer nun auch noch bis Waterloo begleiten. Aber die Virtuosität und Vielschichtigkeit, die Forester mit…

— Paulchen
★★★★★

Sehr gut

Super

— Frank Kübler

Dieses Hörbuch jetzt hören: Sharpes Lösegeld


30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin