Auf einen Blick
- Sprecher: Frank Schätzing liest selbst, und seine Begeisterung für den Stoff ist ansteckend. Kein professioneller Sprecher könnte das ersetzen.
- Themen: Evolution des Lebens, Ozeanografie, Erdgeschichte
- Stimmung: Staunend, humorvoll, intellektuell aufgeladen
- Fazit: Zwei Stunden und 15 Minuten sind fast zu kurz, aber als Begleitheft zum Schwarm funktioniert es brillant.
Es war ein Sonntagnachmittag im Februar, und ich hatte eigentlich vor, Der Schwarm zum dritten Mal zu lesen. Stattdessen fiel mir Nachrichten aus einem unbekannten Universum ins Auge. Zwei Stunden, das passt noch vor dem Abendessen. Ich lag falsch. Nicht weil das Hörbuch länger wäre, sondern weil ich danach noch zwei Stunden in Büchern zu den Themen blätterte, die Schätzing aufgeworfen hatte.
Das ist die beste Empfehlung, die ich einem Sachbuch geben kann: Es macht neugierig auf mehr.
Wenn der Thriller-Autor zum Wissenschaftserklärer wird
Schätzing schreibt populärwissenschaftlich in einem Ton, der an seinen Thriller-Stil erinnert: zugänglich, manchmal übermütig, immer unterhaltsam. Er erklärt, wie Leben im Ozean entstehen konnte und woher das Wasser der Erde stammt. Das Buch ist in vier Teile gegliedert: Gestern, Heute, Morgen, Übermorgen.
Selbst gelesen: Was das bedeutet
Schätzings Begeisterung ist nicht gespielt. Man hört, dass ihn dieses Material wirklich fesselt. Die kleine Schwäche: Er ist kein ausgebildeter Sprecher, und das merkt man gelegentlich. Neben ihm sprechen auch Sabina Valkieser und Simone Standl für stimmliche Abwechslung.
Zwei Stunden und 15 Minuten sind für ein Sachbuch dieser Komplexität wenig. Wer die vollständige Einführung sucht, sollte parallel das gedruckte Buch lesen. Das Hörbuch funktioniert wunderbar als Appetitmacher.