Jedes Kind ist hoch begabt
Hörbuch & E-Book

Jedes Kind ist hoch begabt, by Gerald Hüther

Von Gerald Hüther

Gesprochen von Philipp Schepmann

★★★★★ 4.6/5 (741 Bewertungen)
🎧 4 Stunden und 8 Minuten 📘 Random House Audio, Deutschland 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Wer Arzt werden will, muss gut sein in Mathe, nicht in Mitgefühl. Die vorherrschende Auffassung von Begabung und « Intelligenz » ist nicht nur falsch, sondern sehr gefährlich. Eltern und Schulen tun zwar alles, um die Fähigkeiten unserer Kinder zu fördern. Doch weil unser Schul- und Bildungssystem immer noch fast ausschließlich auf Wissensvermittlung und Leistung setzt, bringen wir zwar Einserschüler und -studenten hervor, die dann im Berufsleben aber versagen. Auf der Strecke bleiben viele ungenutzte und frustrierte Talente, und diesen Irrweg beschreiten wir schon viel zu lange.

Gerald Hüther und Uli Hauser beschreiben, welche Begabungen in jedem Kind angelegt sind und wie sich das kindliche Gehirn entwickelt. Sie zeigen, dass unsere Erziehung dem viel zu wenig Rechnung trägt und fordern ein radikales Umdenken: Damit alle Kinder ihre Möglichkeiten ganz entfalten können.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Philipp Schepmann macht das neurobiologische Sachbuch zugänglich und angenehm hörbar, ohne dabei die wissenschaftliche Substanz zu verwässern.
  • Themen: Kindliche Begabung, Neurobiologie des Lernens, Kritik am Bildungssystem
  • Stimmung: Klar und engagiert, mit dem Charakter einer überzeugten Vorlesung
  • Fazit: Wer als Elternteil oder in pädagogischen Berufen tätig ist und Gerald Hüthers Thesen noch nicht kennt, findet hier einen zugänglichen und gedankenreichen Einstieg.

Es war ein Dienstagabend nach einem langen Arbeitstag, und ich hatte eigentlich etwas Leichteres geplant. Stattdessen öffnete ich Jedes Kind ist hoch begabt und saß eine Stunde später immer noch vollständig wach auf dem Sofa. Nicht weil das Buch sensationell ist, sondern weil Gerald Hüther eine Fähigkeit besitzt, die in der Sachliteratur selten ist: Er macht Neurobiologie persönlich.

Hüther ist Hirnforscher, Neurobiologe und einer der bekanntesten Wissenschaftspopularisierer des deutschen Sprachraums. Zusammen mit dem Journalisten Uli Hauser hat er ein Buch geschrieben, das sich an ein breites Publikum wendet: Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, alle, die mit Kindern arbeiten und sich fragen, ob das Bildungssystem wirklich das Richtige tut. Die Antwort, die Hüther gibt, ist klar und ohne Beschönigung: Nein, tut es nicht.

Das Argument, das alles trägt

Der Kern von Hüthers These ist einfach formuliert, aber in seiner Konsequenz radikal: Jedes Kind kommt mit einem enormen Potenzial zur Welt, das nicht in Schulnoten oder Intelligenztests messbar ist. Das kindliche Gehirn entwickelt sich nicht durch Wissensvermittlung und Leistungsdruck, sondern durch Erfahrung, Vertrauen, Begeisterung und Geborgenheit. Wer einem Kind vorschreibt, was es lernen muss, und es dabei unter Druck setzt, hemmt genau die neuronalen Verbindungen, die kreatives Denken, Empathie und Problemlösungsfähigkeit erst ermöglichen.

Das ist keine neue These. Hüther hat sie in früheren Büchern und in unzähligen Vorträgen entwickelt. Wer seinen Vorgänger Was wir sind und was wir sein könnten kennt, wird im ersten Drittel dieses Buches vieles Bekannte wiederfinden. Das ist ein echter Kritikpunkt, den auch einige Rezensenten nennen. Als eigenständiges Werk hält Jedes Kind ist hoch begabt auf eigenen Beinen. Als direkter Nachfolger wiederholt es Teile der Grundlagen etwas ausführlicher als nötig.

Wo Hüther aufhört und Hauser anfängt

Ein interessanter Nebenaspekt, den aufmerksame Leserinnen und Leser bemerken: Das Buch ist ein Zweier-Projekt, und die Handschriften der Autoren sind erkennbar unterschiedlich. Mehrere Rezensenten schreiben, dass die Kapitel von Gerald Hüther dichter, intellektuell reicher und überzeugender seien als jene von Uli Hauser. Das kann ich aus dem Hören heraus zumindest nachvollziehen. Hüthers Kapitel haben eine argumentative Tiefe, die Hausers journalistisch glattere Abschnitte gelegentlich vermissen lassen. Für ein Werk, das mit Hüthers Namen auf dem Cover vermarktet wird, ist das eine leichte Schieflage. Kein ernsthafter Mangel, aber spürbar.

Philipp Schepmann füllt diese Unebenheiten ein Stück weit aus. Er liest mit gleichmäßiger Energie, ohne zu übertreiben, und verhindert, dass die sachlicheren Hauser-Passagen als Durchhänger wirken. Ich kenne Schepmann aus Kinderhörbüchern, wo er eine ganz andere Bandbreite zeigt. Hier ist er der ruhige, kompetente Erklärer, und das passt.

Was Eltern und Pädagogen konkret mitnehmen

Das Buch ist kein Ratgeber im engeren Sinne. Es gibt keine Zehn-Schritte-Programme und keine Checklisten. Was es gibt, ist eine Grundhaltung: Kinder brauchen weniger Anleitung und mehr Raum. Sie brauchen Erwachsene, die begeistert sind, nicht Erwachsene, die Wissen dozieren. Das ist eine Einladung, über den eigenen Erziehungsstil oder den eigenen Unterricht nachzudenken. Ob man dem zustimmt oder nicht, bleibt einem selbst überlassen. Hüther und Hauser machen es einem leicht, zuzuhören.

Mit vier Stunden und acht Minuten gehört dieses Hörbuch zu den kürzeren Sachbüchern in diesem Format. Das ist ein Vorteil. Die Thesen sind zugespitzt, die Argumente nicht ausgewalzt. Für Menschen, die Hüthers Denken kennenlernen möchten, ist das ein sinnvoller Einstieg. Für Menschen, die bereits mit seiner Arbeit vertraut sind, ist es eher eine Auffrischung als eine Erweiterung.

Für wen dieses Hörbuch sinnvoll ist

Wer sich für Kindheitsentwicklung, Bildungspolitik oder Neurobiologie des Lernens interessiert, ist hier richtig. Eltern und pädagogisch tätige Menschen werden direkt angesprochen und werden einiges zu bedenken finden. Wer dagegen wissenschaftliche Präzision und Quellenapparat erwartet, ist bei einem popularisierten Sachbuch generell falsch und hier im Besonderen. Hüther schreibt überzeugend, aber er schreibt populärwissenschaftlich, nicht akademisch. Das ist keine Kritik, sondern eine Einordnung.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Abstract und Rezension

Wer den Vorgänger (Was wir sind…) nicht gelesen hat, wird im 1. Drittel darüber informiert, worum’s geht.Im Weiteren wird glaubwürdig dargelegt, dass „Kinderzimmer-Saustall“ die Entdeckerfreude fördert, Ordnungsdruck diese hemmt. Rockzipfel-Hänger sind gehemmte Entdecker, deren Gehirn-Vernetzung ständig unterbrochen wird und die dadurch auch keine soziale und empathische Kompetenz entwickeln.Erfahrungsinput verlangt Geborgenheit,…

— fritzcat
★★★★★

Erwachsene sind gegenüber Kindern geistige Krüppel

Prof. Gerald Hüther ist mir durch die Akademie für Neurowissenschaftliches Bildungsmanagement, deren Mitglied ich seit nunmehr drei Jahren bin, bekannt. Zunächst war er mir nur durch einzelne Zitate und mehr unbewusst durch einen Beitrag in dem Buch „Damit das Denken wieder Sinn bekommt“ bekannt. Zunehmend habe ich mich mit dem…

— Albrecht
★★★★★

eines der tollsten Buecher ueberhaupt, jeder Vater oder Mutter …

eines der tollsten Buecher ueberhaupt, jeder Vater oder Mutter sollte dieses gelesen haben..allerdings erkennt man leicht welche Kapitel von welchem Autor geschrieben sind (sprich diese vom Hauser waren fuer mich nicht so interessant)

— Borislav Dinkov
★★★★☆

Jedes Kind ist hoch begabt: Die angeborenen Talente unserer Kinder

Dieses Buch ist nicht nur für Lehrer sehr zu empfehlen. Jede Mutter und jeder Vater sollte darin lesen. Ein wunderbarer Ratgeber und aufbauende Fachliteratur!!

— Kindle-Lady

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin