Hier geht's lang!
Hörbuch & E-Book

Hier geht's lang!, by Elke Heidenreich

Von Elke Heidenreich

Gesprochen von Elke Heidenreich

★★★★★ 4.4/5 (528 Bewertungen)
🎧 3 Stunden und 18 Minuten 📘 Julia Eisele Verlags GmbH 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Elke Heidenreich und die Literatur – eine lebenslange Liebesgeschichte. Diese Geschichte erzählt sie hier. Es geht um die wichtigen, prägenden, rettenden Bücher ihres Lebens. Und warum dies meist Bücher von Frauen waren.

Eine durch und durch weibliche Lese-Autobiographie.

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Auf einen Blick

  • Narration: Heidenreich liest sich selbst — und das ist der einzig denkbare Weg fuer dieses Buch. Ihre Stimme ist Programm.
  • Themes: Lesen als Lebensrettung, weibliche Literatur und ihre Unterschaetzung, Buecher als Bildungsweg
  • Mood: Warm und persoenlich, wie ein langes Gespraech mit einer belesenen Freundin
  • Verdict: Fuer Buechermenschen, die Elke Heidenreich moegen, ein echtes Vergnuegen — wer breite Leseinspirationen erwartet, koennte enttaeuscht werden.

Mit drei Stunden und achtzehn Minuten ist « Hier geht’s lang! » das kuerzeste Hoerbuch in dieser Runde, und ich habe es an einem einzigen Abend durchgehoert. Das war kein Versehen. Elke Heidenreich hat eine Stimme, bei der man nicht aufhoeren moechte — nicht weil sie besonders weich oder beruhigend ist, sondern weil sie einen direkt anspricht. Sie redet nicht zu einem Publikum, sie redet mit einem. Ich war auf dem Sofa mit einem Glas Wein, und es war, als wuerde mir jemand erzaehlen, welche Buecher sein Leben gemacht haben.

Das ist genau das, was dieses Buch verspricht: eine Lese-Autobiographie. Heidenreich erzaehlt, welche Buecher sie gepraegt haben, welche ihr geholfen haben, welche sie gerettet haben — und warum es vor allem Buecher von Frauen waren. Das ist kein Zufall und kein programmatisches Statement, sondern eine ehrliche Beschreibung eines Lebens mit Literatur, das in der weiblichen Schreibtradition verankert ist.

Was eine Lese-Autobiographie leisten kann — und was nicht

Rezensentin Doris B. war enttaeuscht: zu wenig Leseinspirationen, zu viel Feminismus, zu oberflaechliche Beschreibungen. Das ist ein legitimes Urteil, und ich verstehe es — aber ich glaube, es geht an dem vorbei, was Heidenreich hier eigentlich tut. « Hier geht’s lang! » ist keine Leseliste mit Empfehlungen. Es ist keine kuratierte Hitsammlung der weiblichen Literaturgeschichte. Es ist eine persoenliche Erzaehlung darueber, wie Buecher zu Lebensabschnitten werden, wie eine Lektuere in der Kindheit sich anders anfuehlt als dieselbe in den Dreissigern, wie Autorinnen, die lange als zweitrangig galten, die eigentlich praegende Lektuere sein koennen.

Wer Rezensent Thomas Ramseier zustimmt — « Ach, Elke, wieder ein Buch durchgerattert, ich koennte eeewig lesen » — ist hier genau richtig. Wer Heidenreich nicht kennt oder grundsaetzlich skeptisch gegenueber literarischen Memoiren ist, wird schwerer ankommen.

Elke Heidenreich als Erzaehlerin ihrer selbst

Heidenreich liest das Buch selbst, und das ist nicht verhandelbar. Ihre Stimme ist der Text. Sie macht Pausen, die eine andere Interpretin nicht machen wuerde, betont einzelne Saetze auf eine Weise, die zeigt, dass sie sie selbst gemeint hat — nicht nur formuliert. Das ist fuer Hoerbucher dieser Art — persoenliche Essays, Erinnerungen, subjektive Literaturgeschichte — der entscheidende Unterschied. Wenn Heidenreich ueber eine Szene aus einem Roman spricht, der sie als Kind bewegte, klingt das wie eine Erinnerung, nicht wie eine Beschreibung.

Bei knapp dreieinhalb Stunden ist das auch kein langes Unterfangen. Rezensentin Verena Reisdorf schreibt, sie habe das Buch kaum aus der Hand legen koennen — das trifft die Erfahrung gut. Es gibt kein Zwischentief, keinen Leerlauf. Heidenreich erzaehlt konzentriert, mit vielen konkreten Buchtiteln und Autorinnen, und dem angenehmen Gefuehl, mit jemandem zu sprechen, der mehr gelesen hat als man selbst und das ohne Ueberheblichkeit teilt.

Was fehlt — und warum das kein Fehler ist

Was « Hier geht’s lang! » nicht ist: eine vollstaendige Einfuehrung in die weibliche Literaturgeschichte. Die meisten Buecher, die Heidenreich nennt, werden kurz gestreift, nicht ausfuehrlich besprochen. Wer nach dem Vorbild von langen Einzelrezensionen geht — ein Buch, dreissig Minuten Besprechung — wird sich ungessaettigt fuehlen. Heidenreich schreibt assoziativ, von einem Buch zum naechsten, von einem Lebensabschnitt zum naechsten. Das hat eine eigene Qualitaet. Es liest sich wie ein ehrliches Gespraech, nicht wie eine kuratierte Sendung.

Rezensentin Gillesfrau schreibt: « Das erste Drittel ist soweit ganz nett, dann nimmt der Text Fahrt auf und wird zu was ganz Besonderem. Der Zitatenschatz ist der Wahnsinn. » Das beschreibt die Dramaturgie gut. Die ersten Kapitel sind eher einfuehrend; ab der Mitte, wenn Heidenreich in die Buecher geht, die ihr wirklich wichtig wurden, veraendert sich das Tempo und die Intensitaet. Man hoert diesem Buch bis zum Ende zu, ohne dass es sich zieht.

Fuer wen dieses Hoerbuch ist

Fuer Buechermenschen, die Elke Heidenreich moegen oder kennenlernen wollen. Fuer alle, die sich fuer weibliche Literaturgeschichte interessieren, ohne ein akademisches Werk zu suchen. Fuer Abende, an denen man etwas Persoenliches und dabei Kluges hoeren moechte. Nicht geeignet fuer Hoerer, die eine breite Leseliste oder ausfuehrliche Einzelbesprechungen erwarten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Art von Buechern bespricht Heidenreich — gibt es einen Schwerpunkt auf bestimmte Epochen oder Genres?

Heidenreich konzentriert sich auf Buecher von Frauen, quer durch verschiedene Epochen und Genres. Sie nennt viele konkrete Titel und Autorinnen, bespricht diese aber meist kurz und assoziativ, nicht systematisch.

Ist « Hier geht’s lang! » auch fuer Hoerer interessant, die Heidenreich bisher nicht kennen?

Ja, als Einstieg funktioniert es gut — ihr Ton und ihr Umgang mit Literatur erschliessen sich schnell. Wer ihre Kolumnen oder Sendungen kennt, wird ihre Stimme sofort wiedererkennen.

Wie umfangreich ist das Hoerbuch — und eignet es sich fuer einen Durchhoer-Abend?

Mit 3 Stunden und 18 Minuten ist es sehr kompakt und problemlos an einem Abend durchhoerbar. Die dichte Struktur macht lange Pausen kaum noetig.

Ist das Buch trotz seines feministischen Fokus auch fuer Hoerer interessant, die kein explizites Interesse an Frauenliteratur haben?

Mehrere Rezensenten — darunter ein Mann — berichten von unerwarteter Begeisterung. Heidenreich argumentiert nicht programmatisch, sie erzaehlt. Wer offen ist fuer eine persoenliche Literaturgeschichte, wird den Fokus auf Autorinnen eher als Entdeckung denn als Einschraenkung erleben.

Überzeugt?

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Unbedingt lesen!

Ein wunderbares Buch! Das erste Drittel ist soweit ganz nett, dann nimmt der Text Fahrt auf und wird zu was ganz besonderem. Der Zitatenschatz ist der Wahnsinn.

— Gillesfrau
★★★★★

Ein wunderbarer Spaziergang durch ein Bücherleben

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Elke Heidenreich nimmt mit durch ihr Leseleben. Obwohl eine Generation jünger als die Autorin hatte ich viele Wiederbegegnungen mit Büchern, die ich im gleichen Lebensabschnitt gelesen habe. Ich habe mir aber auch viele Bücher notiert, auf die ich neugierig gemacht wurde….

— Verena Reisdorf
★★★★☆

Lesenswert

Ich weiß nicht, wie manche Rezensionen hier bei Amazon durchgehen: Die am höchsten bewerte Rezension lt. A. bezieht sich darauf, dass der Zusteller/in das Buch in den Buchschlitz geklemmt habe! Oder andere bewerten hier ihren Fernsehauftritt oder beleidigen schlicht die Autorin und ihr Buch als „rassistischen Kram“.Das Buch hebt sich…

— Instetten
★★★★★

Sehr schön geschrieben, AUCH für Männer ! 😉

Ach, Elke !WIEDER ein Buch von Ihnen duchgerattert ! Ich könnte eeewig Lesen !Danke für die vielen Einblicke in die Frauenliteratur und -Geschichte, ich werde viel zu tun haben, in sie einzutauchen !Auch ICH habe als Kind schon viel gelesen, mich in die Welt der Bücher geflüchtet !Unter der Bettdecke…

— Thomas Ramseier
★★★☆☆

Für mich zu wenig inspirierend, zu feministisch

Eine Reise durch die von Heidenreichs gelesenen Bücher. Die meisten Beschreibungen sind sehr kurz und oberflächlich, Nur wenige feministische Autorinnen hat sie mehr ausgeführt. Ich habe mir mehr Leseinspirationen erhofft.

— Doris B

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin