Gregor 1. Gregor und die graue Prophezeiung
Hörbuch & E-Book

Gregor 1. Gregor und die graue Prophezeiung, by Suzanne Collins

Von Suzanne Collins

Gesprochen von Matthias Haase

★★★★★ 4.5/5 (758 Bewertungen)
🎧 5 Stunden und 4 Minuten 📘 Oetinger Media 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Wenn doch alles bloß ein Traum wäre. Nicht genug, dass Gregor und seine kleine Schwester durch den Lüftungsschacht des Wäschekellers in ein endlos scheinendes Nichts gefallen sind. Am Ende dieses Nichts steht auch noch ein riesiger sprechender Kakerlak. Sie sind im Unterland gelandet, einer eigenen Welt unterhalb von New York. Dort leben die Menschen in einem brüchigen Frieden mit Spinnen, Kakerlaken, Ratten und Fledermäusen, die sie als Reittiere benutzen. Gregor will nur eins: so schnell wie möglich zurück. Aber dann erfährt er, dass er in einer seltsamen Prophezeiung vorkommt. Wenn er sich auf sie einlässt, könnte er das größte Geheimnis seines Lebens lösen. Noch ahnt Gregor nicht, dass die kommenden Ereignisse ihn und das Unterland für immer verändern werden…

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Matthias Haase liest zugänglich und klar, ohne die dunklen Töne der Geschichte zu glätten – ein zuverlässiger Erzähler für das junge Publikum.
  • Themen: Mut ohne Plan, Familienverantwortung, Fremdheit als Chance
  • Stimmung: Abenteuerlich und ein bisschen unheimlich, mit viel Herz
  • Fazit: Suzanne Collins lange vor Panem – und noch immer ein Abenteuer, das sich kein zehnjähriges Kind entgehen lassen sollte.

Als ich zuletzt an Suzanne Collins dachte, dachte ich natürlich zuerst an Katniss Everdeen und die Tribut von Panem-Trilogie. Dass Collins jahrelang davor eine Kinderbuchreihe geschrieben hatte, über einen Jungen namens Gregor und eine Welt unter New York, wusste ich, aber ich hatte nie wirklich hingehört. Das änderte sich an einem Mittwochnachmittag, als ich diese Aufnahme aus reiner Neugier startete und plötzlich bei der Hälfte saß, ohne es gemerkt zu haben.

Gregor und die graue Prophezeiung ist Band 1 der Gregor-Reihe, und es ist eindeutig von einer Autorin geschrieben, die weiß, wie man junge Leserinnen und Leser packt, ohne ihnen zu nahe zu treten. Der Ton ist abenteuerlich, das Tempo hoch, und doch gibt es Momente echter emotionaler Tiefe.

Der Abstieg ins Unterland

Gregor, elf Jahre alt und wenig begeistert vom Leben in ihrer beengten New Yorker Wohnung, landet gemeinsam mit seiner zweijährigen Schwester Boots durch einen Lüftungsschacht in einer Welt, die es eigentlich nicht geben sollte. Das Unterland existiert unter Manhattan: eine riesige Höhlenwelt, bevölkert von menschlichen Siedlern, sprechenden Kakerlaken, Spinnen, Ratten und Fledermäusen, die als Reittiere dienen. Der Frieden zwischen diesen Gruppen ist brüchig, und Gregor bemerkt schnell, dass er in eine alte Prophezeiung verwickelt ist, die seinen Namen trägt.

Was Collins hier macht, ist kluger als es zunächst wirkt. Gregor ist kein gewollter Held. Er will zurück. Er kümmert sich um Boots, er misstraut den Unterlänglern, er zweifelt an jeder Entscheidung. Diese Verweigerungshaltung des Heldentums macht ihn glaubwürdig und zugänglich. Kinder, die sich nicht als Abenteurer sehen, können sich in Gregor spiegeln, weil er selbst keiner sein will.

Matthias Haase und das Tempo einer guten Vorlesestunde

Matthias Haase liest diese Aufnahme mit dem Instinkt eines erfahrenen Kinderbuch-Sprechers. Sein Gregor klingt nach echtem Zögern, echter Erschöpfung, echter Zuneigung zu Boots. Boots selbst, die mit ihrer Sprache oft komische Akzente setzt, bringt Haase mit einer Leichtigkeit, die das Publikum zum Schmunzeln einlädt, ohne die Szene zu karikieren.

Eine Schullehrerin, deren Klasse das Buch als Lektüre für die fünfte Klasse las, hielt eine Sammlung von Schülermeinungen fest: Spannung pur war der Tenor. Das ist auch hörtechnisch nachvollziehbar. Haase lässt kaum Luft zum Aufatmen, wenn der Handlungsdruck steigt, und gibt Platz für die leiseren Momente, wenn Gregor mit seiner Situation hadert. Das Timing stimmt.

Warum Collins hier bereits Hunger-Games-DNA zeigt

Wer die Panem-Trilogie kennt, erkennt in Gregor die Anlage zu dem, was Collins später voll entwickeln würde: eine Prophezeiung als Käfig, ein Held der nicht frei entscheiden kann, Allianzen über Artgrenzen hinweg, und die ständige Frage, welchen Preis das Überleben hat. Das Unterland ist düsterer als sein verspielter Einstieg vermuten lässt. Einige Rezensenten haben das Buch explizit als Lektüre für Zwölf- bis Vierzehnjährige empfohlen, und ich würde zustimmen: Es gibt Momente, die für jüngere Kinder verarbeitungswürdig sind.

Gleichzeitig schützt Collins jüngere Leser durch Boots, die kleine Schwester, die mit ihrer kindlichen Unbefangenheit Kakerlaken kuschelt und Ratten zulächelt. Sie funktioniert als emotionaler Ausgleich und als Reminder, dass in dieser Welt auch Freundschaft über Artgrenzen hinweg möglich ist.

Für wen und wofür

Gregor und die graue Prophezeiung ist ein gelungener Serienauftakt für Kinder ab zehn Jahren, die Fantasywelten mit echtem Biss mögen. Es ist kein Wohlfühlbuch, aber auch kein erschreckend düsteres. Es ist das Werk einer Autorin, die ihr Publikum ernst nimmt und eine Welt gebaut hat, die über den ersten Band hinausweist. Wer einsteigt, wird vermutlich nach Band 2 greifen wollen. Die fünf Stunden und vier Minuten vergehen jedenfalls sehr schnell.

Ältere Leserinnen und Leser, die Collins aus Hunger Games kennen, werden hier einen interessanten Blick auf ihren früheren Stil bekommen. Die Grundstrukturen sind erkennbar. Die Umsetzung ist schlanker, zugänglicher, freundlicher. Aber das Herz ist dasselbe.

Häufig gestellte Fragen

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin