Eine Hymne an das Leben
Hörbuch & E-Book

Eine Hymne an das Leben, by Gisèle Pelicot, Patricia Klobusiczky – Übersetzer and Judith Perrignon

Von Gisèle Pelicot, Patricia Klobusiczky – Übersetzer, Judith Perrignon

Gesprochen von Maria Hartmann

★★★★★ 4.6/5 (437 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

»Die Scham muss die Seite wechseln«

Mit diesen Worten veränderte Gisèle Pelicot 2024 die Welt. Sie verzichtete im Prozess gegen ihren Ex-Mann und über 50 weitere Täter auf Anonymität – und wurde zur Stimme von Millionen. Ihr Mut löste internationale Debatten aus, brachte Gesetze ins Wanken und gab Betroffenen weltweit neue Kraft.

Die Frau, die die ganze Welt inspiriert

Das Hörbuch von Gisèle Pelicot ist ein beeindruckendes Porträt einer Frau, die das Schweigen überwindet, Gerechtigkeit einfordert und dabei allen Widerständen zum Trotz nie den Glauben an die Liebe verliert.

Gisèle Pelicot wurde vom TIME Magazine zur bedeutendsten Frau des Jahres 2024 gewählt.
Die Biografie ist kein Gerichtsdokument, sondern ein persönliches Zeugnis über Verrat und Vertrauen und die Kraft, trotzdem weiterzuleben.
Für alle, die an Gerechtigkeit glauben – und an die Möglichkeit, nach dem Schlimmsten neu anzufangen.

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Auf einen Blick

  • Narration: Maria Hartmann liest mit stiller Würde, die dem Zeugnis Pelicots gerecht wird — keine aufgesetzte Emotion, kein Tremolo, nur die Stimme einer Frau, die eine andere trägt.
  • Themen: Verrat und Vertrauen, juristische Öffentlichkeit als Akt der Selbstermächtigung, Leben nach dem Unvorstellbaren
  • Stimmung: Erschütternd und gleichzeitig seltsam aufbauend — ein Buch, das schwerer macht und leichter zugleich
  • Fazit: Wer die Courage aufbringt, sich diesem Zeugnis zu stellen, wird verstehen, warum Gisèle Pelicot 2024 die Welt verändert hat.

Ich habe dieses Hörbuch an einem Samstagvormittag begonnen, mit einer Tasse Kaffee, dem vagen Vorsatz, eine Stunde zuzuhören — und dann bis zum Nachmittag nicht aufgehört. Nicht weil es leicht wäre. Sondern weil es unmöglich ist, diese Stimme wieder loszulassen, sobald man einmal zugehört hat. Gisèle Pelicot ist 2024 vor den Augen der ganzen Welt in einen Gerichtssaal gegangen und hat gesagt: Die Scham muss die Seite wechseln. Das war kein rhetorisches Manöver. Es war eine Entscheidung, die ihr alles gekostet hat — und aus der dieses Buch entstanden ist.

Was ich nicht erwartet hatte: Wie sehr sich das Hörbuch von dem unterscheidet, was die Schlagzeilen über den Avignon-Prozess transportierten. Die Taten stehen nicht im Zentrum. Der Anklagesaal auch nicht, zumindest nicht als Bühne für Horror. Stattdessen erzählt Gisèle Pelicot ihr Leben — von der Kindheit in der Nachkriegszeit, einer Jugend, die sie wie viele ihrer Generation geprägt hat, einer Ehe, die sie für vollständig und glücklich hielt. Und dann das, was sie herausfinden musste: dass nichts davon war, was sie geglaubt hatte. Geschrieben zusammen mit der Schriftstellerin Judith Perrignon, übersetzt von Patricia Klobusiczky ins Deutsche, liest es sich nicht wie ein Gerichtsdokument. Es liest sich wie ein Porträt.

Ein Leben, das vor dem Gerichtssaal beginnt

Das Buch gewinnt seine Kraft gerade dadurch, dass es keine Anklageschrift ist. Pelicot nähert sich dem, was ihr angetan wurde, über das, was sie war, bevor sie es wusste. Die Rezensentin F. Hofbauer schreibt, dass das Buch ums Leben und Weiterleben geht, auf vielen Ebenen — und das trifft es präzise. Wer die Frau verstehen will, die in diesem Gerichtssaal gesessen und auf ihre Anonymität verzichtet hat, muss zuerst die Frau kennenlernen, die stolz neben ihrem Mann stand und keine Ahnung hatte. Das ist keine Schwäche, die das Buch vorführt. Es ist der Ausgangspunkt, den Pelicot selbst wählt, um zu erklären, wie das möglich war — und warum die Antwort auf diese Frage so viele von uns angeht.

Leserin Leseratte beschreibt es so: Sie ist eine Frau der Nachkriegszeit, die vorgibt, und das auch wirklich denkt, alles sei perfekt. Diese Beschreibung klingt nach Naivität, ist aber das Gegenteil. Sie beschreibt eine Generation, eine gesellschaftliche Formation, eine Art zu lieben, die vielen Menschen vertraut ist — Frauen wie Männern. Pelicot zieht daraus keine Verurteilung, aber sie zeigt, wie Abhängigkeiten im Stillen wachsen, ohne dass man ihnen einen Namen gibt.

Die Stimme, die die Last trägt

Maria Hartmann übernimmt die Sprecherinnenrolle für diese deutsche Ausgabe, und die Besetzungsentscheidung ist richtig. Sie liest mit einer stillen Präsenz, die nicht interpretiert, sondern bezeugt. In den schweren Passagen gibt es kein Vibrieren, keine Pausen, die Betroffenheit signalisieren — Hartmann vertraut darauf, dass das Material seine eigene Wirkung entfaltet. Das ist der einzig mögliche Ansatz für diesen Text. Wer als Sprecherin zu viel emotionale Führung übernimmt, raubt dem Buch seine Würde. Hartmann tut das nicht. Sie bleibt der Stimme Pelicots treu, nicht als Imitation, aber als dienende Präsenz.

Bei einer Laufzeit von fast neun Stunden ist das eine erhebliche Leistung. Die Energie hält sich durch das gesamte Hörbuch — weder Erschöpfung noch Gleichmäßigkeit, die in Gleichgültigkeit kippt. Hartmann lässt den Text atmen, auch dort, wo man selbst kurz innehalten muss.

Was dieses Zeugnis von anderen unterscheidet

In den letzten Jahren sind viele Bücher erschienen, die Missbrauch, Verrat und weibliche Resilienz ins Zentrum stellen. Einige davon sind bedeutend. Die meisten folgen einer Dramaturgie, die der Leserschaft Orientierung gibt: Trauma, Erkenntnis, Überwindung. Pelicots Buch bricht mit dieser Ordnung. Es gibt keine Katharsis im klassischen Sinn. Die Wut ist vorhanden — Rezensentin Barbara Ohm-Dornseifer beschreibt das Lesen als Wechsel zwischen Wut, Traurigkeit und einem unglaublichen Respekt — aber Pelicot löst diese Wut nicht auf. Sie hält sie aus. Das ist literarisch interessanter und menschlich ehrlicher als ein Abschlusskapitel, das Heilung verspricht.

Das Buch wurde vom TIME Magazine als Stimme der bedeutendsten Frau des Jahres 2024 gewählt — aber das ist Rahmung für den Pressetext. Was hier wirklich verhandelt wird, ist universeller: Was bedeutet es, in einem Leben zu leben, das man für das eigene hielt? Und welchen Preis hat es, die Wahrheit darüber öffentlich zu machen?

Wer zuhören sollte — und wer Zeit braucht

Dieses Hörbuch ist für Menschen, die bereit sind, sich mit Unbequemem auseinanderzusetzen — ohne dass ihnen dabei jemand sagt, wie sie sich zu fühlen haben. Es ist keine leichte Lektüre, und wer sich von expliziten Beschreibungen von Gewalt fernhält, sollte wissen, dass solche Passagen vorkommen, wenn auch nicht im Zentrum stehen. Für alle anderen: Dies ist ein Buch, das man nicht vergisst. Nicht wegen der Schlagzeilen, sondern wegen der Frau, die dahintersteht.

Häufig gestellte Fragen

Enthält das Hörbuch explizite Beschreibungen der Taten?

Die Verbrechen bilden den Hintergrund des Buches, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Das Buch konzentriert sich auf Pelicots Leben, ihre Kindheit, ihre Ehe und den Prozess — ohne die Gewalttaten voyeuristisch auszustellen. Für sensible Hörerinnen und Hörer empfiehlt sich dennoch Bedacht.

Ist das ein Buch von Gisèle Pelicot selbst oder über sie?

Es ist ein kooperativ verfasstes Werk: Pelicot hat es gemeinsam mit der Schriftstellerin Judith Perrignon erarbeitet. Patricia Klobusiczky hat die deutsche Übersetzung besorgt. Die Stimme bleibt eindeutig Pelicots eigene — es ist ihre Perspektive, ihr Leben, ihre Worte.

Muss man den Avignon-Prozess kennen, um das Buch zu verstehen?

Nein. Das Buch setzt keine Vorkenntnisse voraus. Es führt die Hörerinnen und Hörer durch Pelicots Leben chronologisch, sodass auch wer den Prozess nur aus den Schlagzeilen kennt oder kaum davon gehört hat, vollständigen Zugang bekommt.

Wie ist Sprecherin Maria Hartmann bei diesem schwierigen Material zu bewerten?

Hartmann liest ohne aufgesetzte Emotionalität, was für diesen Text genau richtig ist. Sie bleibt Text-loyal, gibt keine emotionalen Signale vor und überlässt dem Material seine eigene Wirkung. Das verlangt Disziplin und ist hier eine Stärke, keine Kälte.

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Absolut gut

Fesselnd und unglaublich! Sehr feinfühlig geschrieben und auch erstaunlich positiv formuliert!

— Mobl
★★★★★

Absolut lesenswertes Buch!

Ich hatte dieses Buch vorbestellt und habe es heute zu Ende gelesen. Ich weiß nicht, was ich mir von diesem Buch erhofft hatte angesichts dieses monströsen Verbrechens, das ihr angetan wurde, denn normalerweise würde ich solche Bücher nicht lesen, ich schaue mir gewöhnlich noch nicht einmal gewöhnliche Krimis an, weil…

— LeylaK
★★★★★

Wütend, traurig aber unfassbar beeindruckt nach dem Lesen!

Uff, wo fängt man da an! Gisele Pelicot wirkt auf mich unfassbar stark in einer so unaufgeregten ruhigen Art.Wie sie von ihrem Leben erzählt von frühester Kindheit bis zum Ende des Prozesses gegen ihren ExMann. Ungeschönt, ehrlich, trauernd über den Verlust ihres bisherigen Lebens und ihrer geglaubten glücklichen Partnerschaft.Beim lesen…

— Barbara Ohm-Dornseifer
★★★★★

Gisele Pelicot eine tolle Frau

Ich habe das Buch gerade fertig gelesen. Ich fühle mich erschöpft, erschlagen und beeindruckt. Wer denkt Gisele Pelicot ist eine Feministin, stark wie ein Fels, irrt. Sie ist eine Frau der Nachkriegszeit, die stolz neben ihrem adrett gekleideten Mann steht und vorgibt, und das auch wirklich denkt, alles in ihrem…

— Leseratte
★★★★★

Komplex, tiefgründig und aufrichtig

Ich hatte ein wenig Angst vor diesem Buch, weil mir die Schilderung von Verbrechen und Gewalt, wie Gisèle Pelicot sie durchleiden musste, sehr nah gehen. Doch auch, wenn die abscheulichen Taten von Monsieur Pelicot und seinen Mittätern den Ausgangspunkt des Buches bilden, so stehen sie doch keineswegs im Zentrum. Es…

— F. Hofbauer

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin