Ein Elefant in meiner Küche
Hörbuch & E-Book

Ein Elefant in meiner Küche, by Francoise Malby-Anthony and Katja Willemsen

Von Francoise Malby-Anthony, Katja Willemsen

Gesprochen von Ursula Berlinghof

★★★★★ 4.6/5 (793 Bewertungen)
🎧 11 Stunden und 48 Minuten 📘 mvg Verlag 📅 10 novembre 2020 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Der Tod des Elefantenflüsterers und preisgekrönten Umweltschützers Lawrence Anthony trifft seine Frau Françoise schwer. Plötzlich führt sie das südafrikanische Naturschutzreservat ganz allein, das Geld wird knapp und Wilderer machen sich das Chaos von Lawrences Tod zunutze. So bleibt für Françoise keine Zeit zu trauern. Doch die von ihrem Mann gerettete Elefantenherde teilt Françoises Trauer und entwickelt nach und nach eine neue und tiefe Beziehung zu ihr. Sie spendet ihr Kraft, und so werden die Elefanten ihre größten Unterstützer und sie ein Teil der Herde. Ein bewegendes Memoir über Verlust, Loyalität und den Mut, einfach weiterzumachen.

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Ursula Berlinghof liest dieses Memoir mit stiller Würde und genau der Wärme, die Françoises Geschichte verlangt.
  • Themen: Trauer und Resilienz, Mensch-Tier-Beziehung, Naturschutz in Südafrika
  • Stimmung: Bewegend, erdig, manchmal aufwühlend, immer nah an der Wirklichkeit
  • Fazit: Ein Memoir, das einen wirklich berührt, vorausgesetzt man geht mit der Erwartung hinein, Françoises Perspektive zu hören, nicht Lawrence Anthonys Geschichte weiterzuverfolgen.

Ich habe Ein Elefant in meiner Küche an einem Sonntagnachmittag begonnen, als es draußen regnete und ich eigentlich vorhatte, Wäsche zu machen. Elf Stunden und achtundvierzig Minuten später war die Wäsche immer noch nicht erledigt, aber ich hatte das Gefühl, etwas Wichtiges erlebt zu haben.

Das Buch von Françoise Malby-Anthony, co-verfasst mit Katja Willemsen, ist das Memoir einer Frau, die plötzlich allein ist: Der Tod ihres Mannes Lawrence Anthony, bekannt als der Elefantenflüsterer, trifft sie nicht nur persönlich, sondern stürzt sie in eine Situation, für die sie sich nicht vorbereitet hat. Das Wildschutzreservat Thula Thula im südafrikanischen KwaZulu-Natal muss geführt werden, das Geld wird knapp, Wilderer wittern die Schwäche des Moments. Und inmitten all dem kommen die Elefanten.

Was die Elefanten tun, als Lawrence stirbt

Es gibt eine Szene, über die man immer wieder liest, wenn von Lawrence Anthonys Tod die Rede ist: Die Elefantenherde, die er über Jahre hinweg gerettet und aufgebaut hatte, erschien kurz nach seinem Tod am Haus, als hätte sie gespürt, was passiert war. Françoise beschreibt diesen Moment in ihrem Memoir, und Ursula Berlinghof liest ihn so, dass man am liebsten kurz pause drücken und durchatmen möchte.

Es sind diese Momente, für die das Buch existiert. Nicht die Verwaltungsgeschichte des Reservats, nicht die Auseinandersetzungen mit Wilderern, nicht einmal die Liebesgeschichte, die im Hintergrund weiterlebt. Sondern die fast unglaubliche Beziehung zwischen einer Frau in Trauer und einer Elefantenherde, die ihr, wie sie schreibt, Kraft spendet. Ob man das wörtlich nehmen will oder als Metapher, ist dem Hörenden überlassen. Der Text lässt beides zu.

Ein Hinweis, den man kennen sollte

Es wäre nicht fair, das Folgende zu verschweigen: Wer Der Elefantenflüsterer von Lawrence Anthony kennt, wird in Françoises Buch auf bekanntes Terrain stoßen. Mehrere Rezensionen weisen darauf hin, dass das erste Drittel des Buches Ereignisse behandelt, die in Lawrences Buch bereits aus dessen Perspektive erzählt wurden. Das ist kein Fehler, sondern eine Entscheidung, und Françoises Sichtweise ist durchaus eine andere. Aber man sollte wissen, dass hier kein frisches Kapitel beginnt, sondern erst im zweiten Drittel ein eigener Blickwinkel wirklich durchkommt.

Wer das Buch ohne Vorkenntnis liest, wird dieses Problem nicht haben. Wer Françoise Malby-Anthonys Geschichte als eigenständigen Einstieg nimmt, ist sogar im Vorteil: Man bekommt den Kontext mit, ohne das erste Buch zu kennen. Als direkte Fortsetzung ist es komplexer zu bewerten.

Ursula Berlinghof und die Kunst des stillen Lesens

Ursula Berlinghof ist eine Sprecherin, die ich als jemanden beschreiben würde, der nicht aufdrängt. Sie ist da, sie trägt den Text, aber sie tritt nie davor. Das ist bei einem Memoir besonders wichtig: Man soll Françoises Stimme hören, nicht eine Interpretation davon. Berlinghof schafft dieses Gleichgewicht mit großer Sicherheit.

Über fast zwölf Stunden bleibt sie konstant und trotzdem lebendig. Es gibt keine müden Passagen, auch wenn der Text selbst manchmal administrativer wird, wenn es um Geld, Personalprobleme und Veterinärbesuche geht. Dass diese Teile nicht zäh werden, ist auch ihr Verdienst.

Für wen dieses Hörbuch gedacht ist, und für wen nicht

Reinhören: Wer Tiergeschichten mit echtem emotionalem Gehalt schätzt. Wer Memoiren von Frauen mag, die in außergewöhnlichen Umständen außergewöhnlich viel leisten. Wer Naturschutz nicht als abstraktes Thema versteht, sondern als gelebten Alltag erleben möchte.

Mit Vorbehalt: Wer Der Elefantenflüsterer unmittelbar davor gehört hat und eine reine Fortsetzung erwartet, sollte wissen, dass das erste Drittel bekanntes Terrain ist. Und wer dramatische Wendungen und straffe Handlung erwartet, findet hier eher ein Memoir im klassischen Sinne: leise, ehrlich, manchmal stockend, genau wie das Leben selbst.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Mehr davon!

Eine wunderbare Geschichte, so bildhaft und einfühlsam erzählt, dass man voll und ganz darin versinkt. Ich war so traurig, als ich am Ende angelangt war, davon möchte man mehr!

— CeWie
★★★★★

lesenswert

Alle 3 Bücher über das Entwickeln und AUfbauen eines NAturschutzgebietes in Südafrika sind lesenswert und sind nicht umsonst in viele Sprachen übersetzt.

— mmhuber
★★★★☆

Als Fortsetzung des „Der Elefantenflüsterer“ zuviele Wiederholungen.

Wenn man das erste Buch „Der Elefantenflüsterer“ gelesen hat, hat man das Gefühl, dieses Buch schon zu kennen. Vieles wird hier nochmals wiederholt. Etwa das erste Drittel des Buches befasst sich mit Themen, die im ersten Buch schon behandelt wurden. Später kommt dann mehr und mehr der eigene Stil der…

— Oeler
★★★★★

Würdiges Nachfolgewerk von Der Elefantenflüsterer

Ich habe schon den Elefantenflüsterer von Lawrence Anthony mit Begeisterung gelesen und dies hat mich dazu bewogen auch das Nachfolgewerk seiner Witwe Francoise Malby-Anthony zu erwerben.Die Autorin schildert in diesem Buch teilweise Ereignisse, die schon in dem Buch Der Elefantenflüsterer vorgekommen sind, aus ihrer spezifischen Sichtweise, weswegen dies auch durchaus…

— Bertel
★★★★★

Man ist dabei

So wie das erste Buch „ Der Elefantenflüsterer“ ein weiteres Buch mit viel Herz, Ehrlichkeit, Spannung und Gefühl geschrieben. Die Bücher sind so geschrieben, das ich das Gefühl habe, von außen aber doch mittendrin im Geschehens dabei zusein. Danke den Schreibern das wir sie etappenweise in ihrem Alltag ( als…

— Sonja Sommer

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin