Die Toten schweigen nicht
Hörbuch & E-Book

Die Toten schweigen nicht, by Gesprochen von: Stefan Kaminski

Von Gesprochen von: Stefan Kaminski

Gesprochen von Spieldauer: 7 Std. und 7 Min.

★★★★☆ 4.1/5 (618 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

Christchurch/Neuseeland. Privatdetektiv Theo Tate läßt auf dem örtlichen Friedhof die Leiche eines alten Mannes exhumieren. Doch anders als erwartet liegt im Sarg der Körper einer jungen Frau. Kurz darauf treiben weitere Leichen im Friedhofsee. Wie kamen sie dort hin? Ein Serienmörder ist am Werk – und Tate will ihn fassen! Der private Ermittler gerät jedoch selbst ins Visier der Polizei und auch der Killer ist ihm auf den Fersen…

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Stefan Kaminski verleiht Theo Tate eine ruppige, unsentimentale Qualität — er liest den Ermittler so, wie er klingt: angeschlagen, stur, irgendwie unvermeidlich.
  • Themen: Serienmörder und Privatermittlung, Schuld und Verstrickung, Neuseeland als düstere Kulisse
  • Stimmung: Kompakt und druckend, mit schwarzem Humor an den Rändern und einer Handlung, die keine Verschnaufpausen lässt
  • Fazit: Ein solider Krimi-Einstieg mit einem Ermittler, der polarisiert — wer moralisch eindeutige Helden erwartet, wird mit Theo Tate fremdeln.

Ich war auf der Suche nach etwas Kurzem, Knackigem, und sieben Stunden klangen nach genau der richtigen Dosis für eine lange Zugfahrt nach Hamburg. Die Toten schweigen nicht war der erste Band der Theo-Tate-Reihe des neuseeländischen Autors Paul Cleave, und ich hatte vorher noch nichts von ihm gehört. Bis Kassel wusste ich, dass ich bis Köln weiterhören würde.

Der Einstieg ist effizient und unsentimentalisch: Privatdetektiv Theo Tate lässt auf einem Friedhof in Christchurch eine Leiche exhumieren — und findet im Sarg einer alten Frau die Leiche einer jungen. Kurz darauf treiben weitere Tote im Friedhofsee. Ein Serienmörder ist am Werk, und Tate, der früher bei der Mordkommission war und jetzt aus Gründen, die erst nach und nach aufgedeckt werden, kein Polizist mehr ist, will ihn fassen. Das Grundmuster ist klassisch. Was Cleave anders macht, ist die Art, wie er seinen Ermittler positioniert.

Ein Ermittler, dem man nicht vertrauen kann

Theo Tate ist nicht der moralisch gerade Außenseiter mit goldenem Herzen, den man aus so vielen Krimis kennt. Er lügt. Er manipuliert Zeugen. Er bringt sich durch Eigenmächtigkeit in Schwierigkeiten, aus denen er sich dann wieder herauslügt. Ein Rezensent merkte an, das sei manchmal unrealistisch — wie er trotz Mordverdacht weiter ermitteln kann. Das stimmt. Aber das ist auch der Punkt: Cleave schreibt einen Ermittler, der funktioniert, weil er bereit ist, alles zu tun. Das macht Tate unangenehm. Es macht ihn auch lesbar.

Stefan Kaminski liest das mit einem Ton, der diese Ambivalenz trägt. Seine Stimme hat einen scharfen Unterton — kein Held, kein Antiheld im romantischen Sinn, sondern jemand, der schon zu viel gesehen hat und nicht mehr sicher ist, auf welcher Seite er steht. Für einen ersten Band einer Krimireihe ist das mutig. Ich war nicht sicher, ob ich Tate mochte. Aber ich wollte wissen, was aus ihm wird.

Christchurch als Kulisse mit Eigengewicht

Cleave nutzt Christchurch nicht als Postkarte. Die Stadt ist in seinen Romanen ein Ort mit einer eigenen, leicht verdrängten Dunkelheit. Der Friedhof, der See, die Institutionen — all das fühlt sich provinziell an im schlechten Sinn: ein Ort, an dem Dinge verschwinden können. Das ist eine interessante Entscheidung für einen Neuseeland-Krimi, der sich sonst gerne hinter Naturkulissen versteckt. Kaminski tut gut daran, das nicht zu dramatisieren. Die Atmosphäre entsteht aus dem Material selbst.

Was nicht funktioniert — und warum es trotzdem lohnt

Das Ende ist zu hastig. Mehrere Rezensenten haben das angemerkt, und ich teile den Eindruck: Nach einer langen, gut aufgebauten Spannung löst Cleave zu viele Fäden auf einmal auf, und das Finale wirkt gehetzt, als wäre die Seitenzahl abgelaufen. Das ist frustrierend, weil der Aufbau so gut ist. Auch die Tatsache, dass Tate fast immer irgendwie aus seinen Schwierigkeiten herauskommt, strapaziert gelegentlich die Glaubwürdigkeit.

Das Buch ist das nicht wert, wenn man einen sauber konstruierten Cozy-Krimi sucht. Es ist das wert, wenn man einen Ermittler ertragen kann, der selbst Teil des Problems ist, und wenn man bereit ist, ein abruptes Ende hinzunehmen, weil der Weg dahin gut war.

Für wen — und für wen nicht

Für Krimi-Hörer, die moralische Grautöne schätzen und nichts gegen einen Ermittler haben, der mehr Fehler macht als der Durchschnitt. Nicht empfohlen für alle, die nach einem klar strukturierten Whodunit mit befriedigendem Abschluss suchen. Als Einstieg in die Tate-Reihe taugt der Band gut — aber dann muss man weiterhören wollen.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

spannender Thriller

ein spannender Thriller, der am Anfang etwas langatmig war mit der Beschreibung der schwierigen Situation des Privatdedektives.Obwohl er kein Detektive mehr bei der Mordkommisson ist, kommt er schneller an Informationen. Selbst als er unter Mordverdacht gerät, kommt er irgendwie aus den Schwierigkeiten heraus und kann weiter ermitteln.Dieser Teil der Handlung…

— Kindle-Kunde MBP
★★★★☆

Gutes Buch

Fand das Buch sehr spannend mit sehr interessanten Charakteren wo man sehr schnell Sympathie Aufbauen konnte seiten flogen nur dahin

— Astrid Hornberger
★★★☆☆

Ein bisschen viel Spektakel

Kurz zum Inhalt: Auf einem Friedhof in Christchurch, Neuseeland, tauchen – im wahrsten Sinne des Wortes – mehrere Leichen in einem See auf. Privatdetektiv Theodore Tate ahnt, dass hier ein Serienmörder sein Unwesen treibt und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.Theodore Tate ist ein ehemaliger Polizist, der nach…

— Shannon
★★★★★

..wieder ein klasse Thriller !

Paul Cleave zeigt in seinem neuen Werk dass er auf dem besten Wege ist in diesem Genre ein ganz grosser zu werden. Er schafft es der Story eine unglaubliche Spannung, ein rasantes Tempo und eine Menge schwarzen Humor zu verpassen. Die Ereignisse überschlagen sich förmlich, und man kann diesen Thriller…

— Borussen-Fohlen
★★★★☆

Spannend

Leider ist mir das Ende zu knapp und schnell, die Geschichte ist allerdings sehr spannend. Für mich bleibt leider noch etwas offen, daher nur 4 Sterne.

— Eve

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin