Die scheinheilige Supermacht
Hörbuch & E-Book

Die scheinheilige Supermacht, by Michael Lüders

Von Michael Lüders

Gesprochen von Steffen Groth

★★★★★ 4.5/5 (466 Bewertungen)
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Über dieses Hörbuch

Nahost-Experte Michael Lüders über die USA und ihre Machtpolitik.

War Donald Trump bloß ein Betriebsunfall? Ein hässlicher Fleck auf einer ansonsten weißen Weste? Und ist jetzt alles wieder in bester Ordnung? Michael Lüders warnt vor transatlantischen Illusionen und zeigt, warum wir aus dem Schatten der USA heraustreten müssen. Die USA gelten als Garant für Demokratie und Menschenrechte. Doch für « Werte » einzutreten, ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen steht eine brutale Machtpolitik.

Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner weltweit zahlreiche Regierungen gestürzt. Vor allem fortschrittliche, auch demokratisch gewählte. Stets auf Kosten der Bevölkerung. So geschehen etwa in Iran 1953, Guatemala 1954 oder Chile 1973. 2003 marschierten sie mit ihren Verbündeten im Irak ein und präsentierten gefälschte Beweise als Kriegsgrund. Hunderttausende Iraker starben, das Land stürzte ins Chaos. Dennoch verfängt die amerikanische Mär vom selbstlosen Hegemon. Auch deswegen, weil unsere Medien die Unterteilung der Welt in Gut und Böse selten infrage stellen. Und viel zu oft mit zweierlei Maß messen, wie auch hiesige Politiker. Michael Lüders zeigt in seinem neuen Buch an konkreten Beispielen, wie leicht die Öffentlichkeit durch gezieltes Meinungsmanagement zu manipulieren ist. Gestern im Irak-Krieg, heute in der Konfrontation mit dem Iran, mit Russland und China. Doch die USA sind eine Weltmacht im Niedergang. Europa muss sich fragen, wie es seine Interessen in einer sich wandelnden Welt wahren kann. Wir können uns die Rolle als Juniorpartner Washingtons auf Dauer nicht mehr leisten.

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Auf einen Blick

  • Narration: Steffen Groth liest klar und mit sachlicher Autoritaet – ideal fuer ein politisches Sachbuch, das keine kuenstliche Dramatisierung braucht.
  • Themes: US-Aussenpolitik, Medienmanipulation, transatlantische Illusionen
  • Mood: Analytisch und provokant, mit Momenten echter Brisanz
  • Verdict: Ein wichtiges Buch fuer politisch interessierte Hoerer, das bewusst polarisiert – wer bereit ist, seine Perspektive zu hinterfragen, findet hier dichten, gut belegten Stoff.

Michael Lueders habe ich zum ersten Mal gelesen, als « Wer den Wind saet » erschien. Damals war der Nahe Osten fuer viele Deutsche eine Sammlung von Nachrichtenmeldungen ohne Zusammenhang – Lueders hat ihm Kontext gegeben, schmerzhaft praezise, manchmal unbequem. « Die scheinheilige Supermacht » ist ein Folgeprojekt in demselben Geist: Er wendet den Blick von der Region weg und auf die Macht, die dort so oft die Haende im Spiel hatte.

Ich habe das Hoerbuch in zwei langen Abendsessions gehoert – zehn Stunden und sechs Minuten, Steffen Groth am Mikrofon – und es hat mich in Abstaenden gleichzeitig aufgebracht und beschaeftigt. Das ist, glaube ich, genau das, was Lueders will.

Eine These, die sich an Beispielen bewaehrt

Lueders These ist klar formuliert: Die USA sind keine selbstlose Demokratie-Exporteurin, sondern eine Weltmacht, die ihre eigenen Interessen verfolgt und dabei Regierungen stuerzt, Luegen als Kriegsbegruendungen inszeniert und Medien instrumentalisiert. Er illustriert das an konkreten Faellen – Iran 1953, Guatemala 1954, Chile 1973, Irak 2003. Diese historischen Beispiele sind gut dokumentiert und in ihrer Dramaturgie erschreckend schlicht: Wer die amerikanische Aussenpolitik der letzten siebzig Jahre kennt, ist von diesen Beispielen nicht ueberrascht. Wer sie nicht kennt, wird erschuettert sein.

Was das Buch stark macht, ist Lueders Faehigkeit, Muster sichtbar zu machen. Er zeigt, wie sich dieselben Mechanismen – gefaelschte Beweise, gezielte Desinformation, mediale Gleichschaltung – von Fallstudie zu Fallstudie wiederholen. Das ist keine Paranoia, das ist Mustererkennung, und er belegt sie sorgfaeltig.

Der blinde Fleck, den man benennen muss

Eine der differenziertesten Rezensionen wirft einen Einwand vor, der berechtigt ist: Das Buch liest sich an bestimmten Stellen einseitig. Das ist polemisch formuliert, hat aber einen Kern. Lueders ist ein scharfer Kritiker amerikanischer Aussenpolitik – und das zu Recht. Aber an den Stellen, wo er russische oder chinesische Aussenpolitik beruehrt, wechselt sein analytischer Ton in etwas Milderes. Das ist keine Kleinigkeit. Ein Buch, das zu Recht Doppelstandards kritisiert, sollte selbst keinen anwenden.

Dieser Einwand schmaelert den Wert des Buches nicht grundsaetzlich, aber er begrenzt ihn. Wer Lueders als alleinigen Kompass benutzt, bekommt eine praezise, gut belegte und dennoch einseitig beleuchtete Perspektive. Als Kontrapunkt zu Mainstream-Berichterstattung ist das Buch wertvoll. Als vollstaendige Analyse weniger.

Steffen Groth am Mikrofon

Groth ist eine sehr gute Wahl fuer dieses Buch. Er liest mit sachlicher Klarheit, ohne zu vereinfachen, und gibt Lueders manchmal laengeren Satzgefuegen die Zeit, die sie brauchen. Sein Tempo ist das eines Vortrags, nicht einer Lesung – was zum journalistischen Charakter des Textes passt. Kein unnoetig aufgeladenes Pathos. Die zehn Stunden vergehen konzentriert statt ermuedend.

Fuer wen – und fuer wen nicht

Wer sich fuer internationale Politik und Medienanalyse interessiert und bereit ist, eine dezidiert kritische These auf sich wirken zu lassen, findet hier dichten, gut recherchierten Stoff. Wer eine ausgewogene Gesamtperspektive erwartet, die alle Akteure gleichermassen beleuchtet, sollte das Buch mit anderen Quellen kombinieren. Fuer eine erste Begegnung mit Lueders Werk ist « Die scheinheilige Supermacht » ein ebenso guter Einstieg wie seine Vorgaenger – moeglicherweise zugaenglicher, weil der Bezugsrahmen globaler ist.

Häufig gestellte Fragen

Muss man Lueders frueherer Buecher kennen, um « Die scheinheilige Supermacht » zu verstehen?

Nein. Das Buch funktioniert als eigenstaendiges Werk. Wer jedoch « Wer den Wind saet » oder « Die den Sturm ernten » gelesen hat, wird Lueders Argumentationsweise und Fokus auf den Nahen Osten bereits kennen und schneller in die neue Perspektive finden.

Ist das Buch politisch einseitig, und sollte man das wissen?

Ja, und das ist kein Geheimnis. Lueders schreibt aus einer dezidiert kritischen Perspektive gegenueber amerikanischer Aussenpolitik. Einige Rezensenten bemerkten, dass russische und chinesische Aussenpolitik weniger scharf beleuchtet wird. Das Buch ist als Kontrapunkt gedacht, nicht als neutrale Analyse.

Wie aktuell sind die im Buch besprochenen Faelle noch?

Das Buch kombiniert historische Faelle – Iran 1953, Chile 1973, Irak 2003 – mit aktuellerer Analyse zu Russland, China und dem Iran-Konflikt. Die historischen Abschnitte sind zeitlos belegbar, die aktuellen Bewertungen sollten mit Blick auf das Veroffentlichungsdatum und spaetere Entwicklungen eingeordnet werden.

Fuer welches Hoerpublikum ist Steffen Groths Narration am besten geeignet?

Groth liest sachlich und klar – ideal fuer Hoerer, die bei Sachbuchern Wert auf Verstaendlichkeit und ruhiges Tempo legen. Wer dramatisch akzentuierte Lesungen bevorzugt, koennte seinen Stil als zu nuechtern empfinden, aber fuer politischen Journalismus ist er eine starke Wahl.

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

interessant

ja, es ist äußerst interessant. Der Laie steht oft fassungslos da, wenn in den Nachrichten berichtet wird: der und der hat den und den im nahen Osten umgebracht.. Lüders bringt Licht ins Dunkel und erklärt die Motive der Beteiligten, Zusammenhänge und vor allem: er deckt die Manipulationen der deutschen Lügenpresse…

— Ulrich Janert
★★★★★

Die hehren Werte und das demagogische Besteck

Allein mit seinen Publikationen „Wer den Wind sät“ (2015) und „Die den Sturm ernten“ (2017) hat der Autor Michael Lüders beeindruckend die Tiefe seiner Einblicke in die Geschehnisse des Nahen Ostens unter Beweis gestellt. Wer den üblichen Nachrichten folgte, kam bei der Lektüre dieser genannten Bücher aus dem Staunen nicht…

— Gerhard Mersmann
★★★★☆

Projekt Weltethik

Das Buch ist zwar interessant und lesenswert, jedoch ist mir andererseits die eigentliche Botschaft zu aufdringlich. Ich sehe ein, dass die USA ihre egoistischen Ziele verfolgen und das nicht alles toleriert werden sollte, jedoch fehlt mir im Umkehrschluss das Verständnis dafür, warum Russlands oder Chinas Vorgehen aus diesem Grund verharmlost…

— Tim
★★★★★

Klare Leseempfehlung

Die wirkliche Wahrheit kennt nur die Politik und die Menschen die sie versuchen ausüben zu wollen aber dieses Buch gewährt einem einen tieferen Einblick in die Themen wo man sich, sofern interessiert, schon mal fragt „ Wollt‘ ihr uns auf den Arm nehmen??“ Vieles ist ansatzweise schon in Fernseh Reportagen…

— Herzl71
★★★★★

Eine sehr interessante Expertise

Sollte jeder lesen, der sich bei der Berichterstattung unserer Medien, auch oder besonders der öffentlich/rechtlichen manchmal verwundert die Augen reibt. Was wird berichtet und was wird weggelassen? Sind die Headlines nur heiße Luft oder geht das bereits in Richtung Manipulation? Themen, die in diesem Buch hinterfragt werden. Ebenso werden politische…

— anna m

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin