Auf einen Blick
- Sprecher: Nina Reithmeier traegt das Hoerbuch mit einer jugendlich-lebhaften Energie, die gut zu Brielles Kampfgeist passt. Sie behaelt auch in den emotionalen Szenen eine Praezision, die die Spannung haelt.
- Themen: Gefangenschaft und Flucht, Licht gegen Dunkelheit, Verlorenheit und Wiederfinden der Liebe
- Stimmung: Dunkel und angespannt am Anfang, dann zunehmend temporeicher und emotional aufgeladen.
- Fazit: Fuer Fans des ersten und zweiten Bandes ein direkter und befriedigender Nachfolger, der den Cliffhanger aus Band 2 aufgreift.
Ich erinnere mich noch gut an das Ende des zweiten Bandes dieser Reihe. Brielle Atwater, Schuetzling und Kaempferin an der Fallen Academy, war in einer Lage, die eindeutig nach einer schnellen Fortsetzung verlangte. Band 3 beginnt genau dort, wo es schmerzt: in der Unterwelt, in Luzifers Gewalt. Ich habe Celestial City, Akademie der Engel Jahr 3 an einem Abend begonnen, weil ich nach einem guten Thriller in anderer Form suchte, und bin dabei geblieben, bis mir die Augen zufielen.
Nina Reithmeier ist die Stimme dieser Reihe, und das merkt man. Sie hat sich in der Rolle offensichtlich eingelebt. Brielle ist keine passive Heldin, die auf Rettung wartet. Sie ist wuetend, strategisch und hartnaeckig, und Reithmeier vermittelt das mit einer Energie, die nie zur Aufgeregtheit wird. Gerade in den ersten Kapiteln, in denen Brielle in der Hoelle gefangen ist und ihre Krafte entdeckt oder neu formt, braucht es diese Praezision. Die Leserin muss uns durch Dunkelheit fuehren, ohne dass wir uns darin verlieren.
Wenn das Boese die erste Haelfte gewinnt
Leia Stone loest den Cliffhanger aus Band 2 nicht schnell auf. Brielle verbringt nach eigener Erwaehnung Monate bei Luzifer, wacht auf, wird gebrochen und waechst in ihre Krafte. Das ist erzaehlerisch mutig, weil es bedeutet, dass die erste Haelfte des Hoerbuches in einem deutlich dunkleren Tonfall gehalten ist als die Vorgaenger. Rezensenten beschreiben Band 3 als die bis dato schwerste Periode fuer Brielle, und das ist spiuerbar. Reithmeier bewaeltigt diesen Stimmungswechsel ohne Bruche. Wenn Brielle schliesslich mit Hilfe einer Verbundeten die Flucht gelingt, wechselt das Tempo spuerbar.
Ab der Flucht, das bemerken auch mehrere Leserinnen auf Amazon, jagt eine Handlung die naechste. Stone gibt gas und Reithmeier bleibt dabei. Das ist der Moment, in dem das Hoerbuch zu dem wird, was seine Fans erwarten: temporeiche Fantasy mit starken Gefuehlen und klaren Fronten. Die Sache um Lincoln, der verschwunden ist und den Brielle retten muss, haelt das emotionale Gewicht des letzten Drittels zusammen.
Serienabhaengigkeit und Einschraenkungen
Celestial City, Akademie der Engel Jahr 3 ist ohne Kenntnis der Vorgaenderreihe schlicht nicht verstaendlich. Schon das erste Kapitel setzt voraus, dass man weiss, wer Brielle ist, was die Fallen Academy bedeutet und warum Lincoln so wichtig ist. Wer hier einsteigen moechte, muss zwingend mit Band 1 beginnen. Das ist keine Schwaeche des Buches, sondern eine Eigenschaft der Reihe.
Was man der Geschichte anmerken kann, ist eine gewisse Vorhersehbarkeit der Handlungsbogen. Die Fragen, die Band 3 aufwirft, werden in ihrer Grundstruktur von den Gesetzen des Genres beantwortet. Das ist keine Kritik, die specifisch diese Reihe trifft, sondern ein allgemeines Merkmal von Urban Fantasy mit Coming-of-Age-Elementen. Die Leserinnen, die auf Amazon ihre Begeisterung teilen, suchen offensichtlich genau dieses, und sie bekommen es.
Fuer wen diese Fortsetzung gedacht ist
Wer Band 1 und 2 der Akademie der Engel Reihe kennt und mochte, bekommt mit Jahr 3 eine befriedigende Fortsetzung, die den Cliffhanger aufloest, Brielle weiterentwickelt und auf den naechsten Band vorbereitet. Nina Reithmeier ist ein verlässlicher Anker in dieser Reihe. Wer Urban Fantasy mit engelischen und teuflischen Elementen grundsaetzlich skeptisch gegenueber steht, wird hier nicht bekehrt. Aber wer sich auf das Universum einlaesst, findet ein kohaerent erzaehltes Hoerbuch von gutem Handwerk.