Beklaute Frauen
Hörbuch & E-Book

Beklaute Frauen, by Leonie Schöler

Von Leonie Schöler

Gesprochen von Felicity Grist

★★★★★ 4.4/5 (440 Bewertungen)
🎧 10 Stunden und 2 Minuten 📘 Lagato Verlag 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Wie Frauen Geschichte schrieben – und Männer dafür den Ruhm bekamen.

Muse, Sekretärin, Ehefrau – es gibt viele Bezeichnungen für Frauen, deren Einfluss aus der Geschichte radiert wurde. Für deren Leistungen Männer die Auszeichnungen und den Ruhm bekamen. Männer, wie Karl Marx, Bertolt Brecht oder Albert Einstein, deren Bekannte, Töchter oder Geliebte an ihren Werken mitwirkten – und deren Namen damals wie heute kaum jemand kennt.

Wissenschaftlerinnen wie Rosalind Franklin und Lise Meitner, deren Errungenschaften, im Gegensatz zu denen ihrer männlichen Kollegen, nicht anerkannt wurden. Oder Autorinnen und Künstlerinnen wie Marie Hirsch oder Lou Andreas-Salomé, die sich hinter männlichen Pseudonymen versteckten, um ernstgenommen zu werden.

Leonie Schöler erzählt ihre Geschichten, sie zeigt, wer die Frauen sind, die unsere Gesellschaft wirklich vorangebracht haben, und verdeutlicht, wie wichtig die Diskussion um Teilhabe und Sichtbarkeit heute noch ist. Dabei wird klar: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht ein System, das ihn bestärkt; vor allen Frauen steht ein System, das sie aufhält.

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Auf einen Blick

  • Narration: Felicity Grist liest sachlich und klar, ohne dem gut dokumentierten Material einen aufgesetzten Empörungsgestus überzustülpen — die richtige Entscheidung für einen Text, dessen Stärke die Präzision ist.
  • Themen: strukturelle Diskriminierung von Frauen in Wissenschaft und Kunst, vergessene Pionierinnen, Sichtbarkeit und Teilhabe
  • Stimmung: Erhellend und stellenweise erschütternd, aber ohne Larmoyanz
  • Urteil: Leonie Schölers gut recherchiertes Sachbuch über die unsichtbaren Frauen hinter großen Männern ist in dieser Aufnahme ein solider Begleiter — vorausgesetzt, man erwartet keine Einzelbiographien, sondern einen breiten, argumentativ überzeugenden Überblick.

Ich war auf dem Weg zu einem langen Interviewtermin, als ich mit « Beklaute Frauen » begann — Kopfhörer in den Ohren, U-Bahn überfüllt, und innerhalb der ersten zehn Minuten hatte ich vergessen, wo ich gerade war. Leonie Schölers Buch beginnt ohne Anlauf: Rosalind Franklin, Lise Meitner, Lou Andreas-Salomé — Namen, die man vielleicht kennt, deren tatsächliche Bedeutung aber von einer Geschichte systematisch herunterdimmt wird, die Schöler in nüchternen Worten aufrollt.

« Beklaute Frauen » erschien 2024 und wurde schnell zu einem der meistdiskutierten feministischen Sachbücher des Jahres. Schöler, Historikerin und Journalistin, arbeitet sich durch die Wissenschaftsgeschichte, die Literatur, die Kunst und die Politik und zeigt an konkreten Figuren, wie ein System, das Männern Ruhm zuschreibt und Frauen Unterstützerinnenrollen, keine Ausnahme war, sondern die Regel. Der Untertitel des Buches — « Wie Frauen Geschichte schrieben und Männer dafür den Ruhm bekamen » — ist das knappste mögliche Programm für zehn Stunden Material.

Die Stärke liegt in der Breite, nicht in der Tiefe

Schöler hat sich für einen panoramatischen Ansatz entschieden: viele Frauen in vielen Feldern, verbunden durch eine übergeordnete These. Das hat Vorteile und Nachteile. Der Vorteil ist, dass das Muster erkennbar wird — nicht als Einzelfall-Ungerechtigkeit, sondern als strukturelles Prinzip. Karl Marx und Jenny Marx, Albert Einstein und Mileva Maric, Bertolt Brecht und die Frauen, die an seinen Texten mitarbeiteten: das Muster wiederholt sich, und diese Wiederholung ist der Punkt.

Der Nachteil ist, dass einzelne Figuren manchmal knapper kommen als man sich wünscht. Eine Rezensentin bemängelte, dass die Exkurse im Buch nicht immer klar vom Hauptthema abgegrenzt sind — das stimmt gelegentlich. Wer eine ausführliche Biographie über Rosalind Franklin sucht, wird von « Beklaute Frauen » enttäuscht werden. Schöler ist Essayistin und Historikerin, keine Biographin — und ihr Buch funktioniert am besten, wenn man es so versteht.

Felicity Grists Narration zwischen Bericht und Haltung

Felicity Grist liest diesen Text ohne Empörungsgestus. Das ist wichtiger als es klingt. « Beklaute Frauen » birgt das Risiko, in der falschen Lesart zu einer Anklage zu werden, die ihren Hörerinnen erklärt, wie sie sich zu fühlen haben. Grist vermeidet das konsequent. Ihr Ton ist sachlich und klar, mit gelegentlichen Pausen, die dem Material Raum lassen — aber keine performative Betroffenheit.

Über die zehn Stunden Laufzeit hält sie das gleichmäßig durch. Es gibt Passagen, in denen der Text selbst dichter und exkursiver wird, und dort spürt man gelegentlich, dass Grist das Tempo etwas anzieht — nicht unpassend, aber für Hörerinnen, die einzelne Abschnitte durchdenken wollen, lohnt es sich, kurz zu pausieren.

Was dieses Hörbuch besser leistet als die Printversion

Sachbücher über feministische Historik haben die Tendenz, im Regal zu enden und nur zu halben Teilen gelesen zu werden. Die Audioversion löst das Problem anders: Das Material baut sich über die Stunden auf, der argumentative Bogen wird hörbar. Der Moment, in dem Schöler nicht mehr nur dokumentiert, sondern fragt, warum dieses Muster bis heute anhält — einschließlich der Diskussion darüber, wie mit Büchern männlicher und weiblicher Autorinnen unterschiedlich umgegangen wird — trifft im Hörbuch mit mehr Wucht, weil man die vorangegangenen neun Stunden bereits gehört hat.

Eine Rezensentin, Charlotte Ritter, promovierte Chemikerin mit vier Kindern, schreibt, dass sie aus eigener Erfahrung Geschichten beisteuern könnte. Das sagt mehr über das Buch als jede akademische Einordnung: Es trifft das gelebte Leben von Frauen, die im Wissenschaftsbetrieb, in der Kunst oder in anderen Feldern gearbeitet haben und wissen, wie das System funktioniert.

Für wen, und für wen nicht

Wer tief in einzelne Figuren einsteigen will, ist mit anderen Formaten besser bedient. Wer aber einen historisch gut belegten Überblick über das Prinzip der unsichtbaren Frauen sucht — von Wissenschaft bis Popkultur, sachlich aufbereitet und in einer angenehmen Lesegeschwindigkeit — findet in « Beklaute Frauen » genau das. Wer das Thema bereits ausführlich kennt, wird wenig Neues entdecken, aber den argumentativen Zusammenhang klarer strukturiert finden als in fragmentierteren Online-Texten zum Thema.

Häufig gestellte Fragen

Behandelt das Buch auch zeitgenössische Frauen oder nur historische Figuren?

Schöler beschränkt sich nicht auf die Vergangenheit. Sie zeigt auch, wie das Muster der Unsichtbarkeit bis in die Gegenwart reicht — etwa in der Diskussion darüber, wie Bücher männlicher und weiblicher Autorinnen in Rezensionen und Verlagsmarketing unterschiedlich behandelt werden.

Ist « Beklaute Frauen » wissenschaftlich belegt oder eher populärwissenschaftlich?

Es ist ein populärwissenschaftliches Sachbuch mit solider Recherchearbeit — keine akademische Monographie, aber auch keine unbelegte Polemik. Mehrere Rezensenten, darunter eine promovierte Chemikerin, bestätigen die Qualität der Recherche. Wer tiefere Quellen sucht, findet im Literaturverzeichnis Anknüpfungspunkte.

Wie verhält sich Felicity Grists Lesung zu einer Printlektüre — lohnt das Hörbuch?

Für diesen Buchtyp lohnt das Hörbuch besonders, weil Schölers übergreifende These sich über die Stunden kumulativ aufbaut und im Hören besser spürbar wird als in einer fragmentierten Printlektüre. Grists sachlicher Ton hält das Material zusammen ohne zu emotionalisieren.

Welche der behandelten Frauen bekommen am meisten Raum — ist es ausgewogen zwischen Fachgebieten?

Der Schwerpunkt liegt auf Wissenschaftlerinnen wie Rosalind Franklin und Lise Meitner sowie auf Künstlerinnen und Schriftstellerinnen wie Lou Andreas-Salomé und Marie Hirsch. Politikerinnen kommen etwas kürzer. Der Überblick ist bewusst breit — wer eine Figur vertiefen will, braucht ergänzende Lektüre.

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Das ist kein Fehler im System – das IST das System

Neu war mir nicht, dass Frauen zwar oft die (wissenschaftliche, politische oder künstlerische) Arbeit gemacht haben, aber Männer dafür Ruhm und Anerkennung erhielten. Dazu habe ich zu viel über Forschung gelesen und von jung auf den Schilderungen meines Vaters gelauscht, der gerne Biographien las und immer wieder fassungslos war: „XY…

— Edith Nebel
★★★★★

Sehr gut geschrieben mit universitärem Touch – Kaufempfehlung

Das Buch gibt einen weitgespannten historischen Überblick über Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und sonstige Frauen, die nie öffentlich für ihre Verdienste geehrt wurden, geschweige denn je Geld bekommen hatten – viele Frauen gingen finanziell völlig leer aus! Aus modern-feministischer Sicht ein hervorragendes Buch (A. Schwarzer wird auch treffend analysiert). Einziger Kritikpunkt ist,…

— Chris Uray
★★★★★

wichtig, spannend geschrieben, so informativ

absolutes MUSS. Spannend geschrieben, obwohl voll mit Sachinformationen. Erschütternd, obwohl ich schon viel über das Thema wusste. Sollte Pflichtlektüre sein, auch für jeden Frauen liebenden Mann. Nur das Wissen um die unfaire Behandlung von Frauen kann sie auf Dauer verbessern!!! Großartig auch das Kapitel darüber, wie noch heutzutage unterschiedlich mit…

— tierhexe
★★★★☆

Wichtiges Buch

Die Autorin hat ausgezeichnet recherchiert, es wird auch in Zukunft ein wichtiger Beitrag zur Gleichberechtigung bleiben, denn davon sind wir trotz Verbesserungen noch Welten entfernt! Als prom. Chemikerin mit 4 Kindern kann auch ich hierzu Geschichten erzählen. Gleichberechtigung beginnt für mich mit gleichem Lohn für gleiche Arbeit, mit ausreichenden und…

— Charlotte Ritter
★★★★★

Lesen!

Beeindruckende Forschungsergebnisse, die jede Frau kennen sollte. Augenöffner.

— JS

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin