Auf einen Blick
- Sprecher: Mirja Boes ist eine Idealbesetzung — ihr Comedy-Instinkt und ihre Fähigkeit, Wärme in Witzfiguren zu legen, machen die Reihe zu etwas, das es ohne sie nicht geben würde.
- Themen: Cozy Crime mit Karneval, Cold-Case-Subplot, Erotikfilmbranche als Milieu
- Stimmung: Leicht und schlagfertig, mit echtem Schmunzelfaktor
- Fazit: Kurz, komisch und gut gemacht — ein perfektes Hörbuch für unterwegs, auch wenn man die Reihe nicht von Anfang kennt.
Manchmal brauche ich nach einer langen Arbeitswoche etwas, das mich nicht zwingt, intensiv zu denken. Einen Krimi, der mich nicht traumatisiert. Figuren, die ich mag, ohne sie analysieren zu müssen. Letzten Freitag war so ein Abend: Ich hab mir « 5. Tot im Pool » aus der Pech-&-Schwäfel-Reihe vorgenommen und war in knapp vier Stunden durch. Das war genau richtig.
Robin Fuchs hat mit Maike Pech und Zoe Schwäfel ein Duo geschaffen, das in der deutschen Cozy-Crime-Landschaft seinen eigenen Platz hat. Kein Hochglanzmilieu, kein skandinavisches Grau, stattdessen das fiktive Kaff Niederteerbach, Karneval, ein Fitnessstudio mit Poolleiche und — nein, kein harmloses Heimatfilmchen wird dort gedreht. Der fünfte Band hat außerdem einen laufenden Cold Case im Gepäck: den Vermisstenfall Billie, der wie ein roter Faden durch die gesamte Reihe läuft und Maike emotional involviert hält.
Mirja Boes als entscheidender Faktor
Ich muss direkt dazu sagen: Mirja Boes ist nicht einfach eine gute Wahl für diese Reihe. Sie ist der Grund, warum diese Reihe als Hörbuch so gut funktioniert. Boes hat als Kabarettistin und Comedyautorin ein Gespür für Timing, das sich direkt auf die Lesung überträgt. Sie trifft den lakonischen Ton der Bücher — trocken, manchmal derb, aber nie kalt.
Rezensentin « Iris Herrmann » bringt es auf den Punkt: « Wobei die Sprecherin Mirja Boes sicher einen großen Anteil hat. » Das ist keine Übertreibung. Boes unterscheidet Figuren klar, spielt den absurden Humor der Situationen aus, ohne ihn zu überinszenieren, und gibt Maike Pech eine Stimme, die man sofort wiedererkennt. Bei vier Stunden und vierzehn Minuten braucht man kein langes Warmwerden — Boes zieht einen direkt rein.
Ein Milieu, das überrascht
« Tot im Pool » ist — wie der Klappentext andeutet — kein zimperliches Buch. Der Tote war die Hauptattraktion eines Erotikfilms, das Sportstudio war Kulisse, und Maike muss tiefer in diese Branche eintauchen als ihr lieb ist. Fuchs behandelt das mit einer Mischung aus echtem Ermittlungsinteresse und hintergründiger Komik, die nicht auf Kosten der Figuren geht. Das ist nicht immer einfach hinzubekommen.
Gleichzeitig bleibt der emotionale Kern bestehen: Maike hat sich nach Niederteerbach versetzen lassen, weil sie den Fall Billie nicht loslässt. Das gibt der Reihe trotz aller Leichtigkeit eine ernsthafte Ebene, die verhindert, dass alles zu beliebig wird.
Muss man die Reihe von Anfang kennen?
Nein, aber es hilft. Der Cold Case Billie ist in Band fünf relevant genug, dass Vorkenntnisse die emotionale Investition erhöhen. Wer die Reihe als Neueinsteiger ausprobiert, wird trotzdem Spaß haben — die Ermittlung selbst steht für sich. Rezensentin « Juno Dean » ist durch Zufall auf die Reihe gestoßen und zeigt sich begeistert, auch ohne die Vorgeschichte vollständig zu kennen.
Wer aber die volle Wirkung der Billie-Handlung erleben will, sollte bei Band 1 beginnen. Das lohnt sich ohnehin, weil Mirja Boes die gesamte Reihe spricht.
Für wen dieses Hörbuch passt
Ideal für alle, die leichte Krimis mögen, Humor als Teil der Erzählung schätzen und keine Lust auf psychologischen Schwergang haben. Perfekt für lange Autofahrten, Pendeln oder entspannte Feierabende. Weniger geeignet für Hörer, die atmosphärisch dichte, ernste Kriminalromane suchen. Dieses Hörbuch ist exklusiv bei Audible als ungekürzte Fassung verfügbar.