Auf einen Blick
- Sprecher: Christopher Mayer findet für beide Männer eigene Tonlagen und macht den Altersunterschied zwischen Tiago und Cas spürbar. Warm und überzeugend.
- Themen: MM-Romance, Altersunterschied und gesellschaftliche Erwartungen, Heimkehr und Identität
- Stimmung: Wohlig und leicht, mit genug Tiefe, um nicht zu verflachen
- Fazit: Wer eine unkomplizierte, gut gespielte MM-Romance mit viel Herz sucht, liegt hier richtig.
Es war ein Sonntagnachmittag, grau und still, Mitte Februar. Ich hatte eigentlich vorgehabt, etwas Anspruchsvolles zu hören. Stattdessen landete ich bei Tiagos Renovierung und verbrachte die nächsten Stunden auf dem Sofa, eine Tasse nach der anderen, und wollte gar nicht mehr aufstehen. Manchmal braucht man genau das: eine Geschichte, die einem nichts abverlangt außer der Bereitschaft, sich fallenzulassen.
Nora Phoenix ist eine Autorin, die in der deutschen MM-Romance-Szene einen festen Platz hat, und dieser erste Band der Silberfüchse von Forestville zeigt, warum.
Das Konzept: Silberfüchse und was dahintersteckt
Forestville ist eine Kleinstadt, und in ihr leben Männer mit silberfarbenen Haaren und jene, die sich in sie verlieben. Tiago ist ein Supermodel, eine Hälfte der berühmtesten Zwillinge der Welt. Er kehrt nach Jahren in die Kleinstadt zurück und kauft spontan ein marodes Haus. Cas, der lokale Handwerker, ist fast zwanzig Jahre jünger. Er sieht durch die Fassade des Models zu dem Menschen dahinter. Das ist das emotionale Zentrum dieser Geschichte.
Christopher Mayer und die Frage der Stimmgewichtung
MM-Romance als Hörbuch funktioniert oder scheitert an der Fähigkeit des Sprechers, beide Männer unterscheidbar und glaubwürdig zu machen. Christopher Mayer gelingt das hier gut. Die neun Stunden und 54 Minuten fühlen sich nicht lang an. Er gibt den ruhigeren Szenen den Raum, den sie brauchen.
Jeder Band dieser Reihe kann unabhängig gelesen werden. Das ist bei Romantikreihen keine Selbstverständlichkeit und senkt die Einstiegshürde erheblich.