Es war doch nur Regen!? - Protokoll einer Katastrophe
Hörbuch & E-Book

Es war doch nur Regen!? – Protokoll einer Katastrophe, by Gesprochen von: Andy Neumann

Von Gesprochen von: Andy Neumann

Gesprochen von Spieldauer: 3 Std. und 33 Min.

★★★★★ 4.6/5 (824 Bewertungen)
🎧 3 Stunden und 33 Minuten 📘 Audible Studios 🌐 Deutsch
🎧 Bei Audible DE hören 📖 Auf Kindle lesen

30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Über dieses Hörbuch

Ohne Vorwarnung kam die Flut über das Ahrtal. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 brach eine Katastrophe über die beschauliche Weinregion herein. Zurück blieben Schlamm, unfassbares Leid und viele Jahre harter Arbeit, die den Bewohnern nun bevorstehen. Andy Neumann nimmt die Leser mit in diese Situation und macht auf sehr persönliche Weise deutlich, welche Kämpfe die Bewohner des Ahrtals durchstehen mussten. Feinsinnig und mit einer Prise Humor, insbesondere aber von einem klaren Willen geprägt: weitermachen.

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung genießt du exklusiv nur bei Audible.

🎧 Kostenlos bei Audible DE hören

30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Auf einen Blick

  • Sprecher: Andy Neumann liest seinen eigenen Text, und genau das macht den Unterschied: Die Erschöpfung und der Galgenhumor klingen echt, nicht gespielt.
  • Themen: Naturkatastrophe und Gemeinschaft, Behördenversagen und Bürokratie, Resilienz und Weitermachen
  • Stimmung: Erschütternd und warm zugleich, mit Momenten echten Humors mitten in der Trauer
  • Fazit: Wer verstehen will, was die Flutkatastrophe 2021 für die Menschen im Ahrtal bedeutete, bekommt hier das dichteste, ehrlichste Zeugnis, das der deutschen Hörbuchliteratur zu diesem Ereignis vorliegt.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich im Sommer 2021 die Nachrichten verfolgte. Das Ahrtal. Diese Bilder von abgerissenen Brücken, vollgelaufenen Kellern, weggeschwemmten Autos. Und dann diese seltsame Stille in den Berichten danach, als würde das Land weitermachen, als wäre nichts gewesen. Andy Neumanns Hörbuch ist der Gegenentwurf zu dieser Stille.

Neumann erzählt in Ich-Form von der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 und den Monaten, die folgten. Er schreibt und spricht aus der Perspektive eines Betroffenen, der mitten in der Katastrophe steckte und sie trotzdem in Worte zu fassen versuchte. Dabei liest er seinen eigenen Text selbst: Das ist bei diesem Stoff kein Gimmick, sondern eine Notwendigkeit. Die Pausen, das leichte Stocken an bestimmten Stellen, der leise Unterton schwarzen Humors, all das hätte ein fremder Sprecher nicht so hinbekommen.

Wenn ein Autor seinen Text selbst zur Verfügung stellt

Es gibt Bücher, bei denen man sich fragt, was ein professioneller Sprecher daraus gemacht hätte. Dieses ist nicht eines davon. Neumann hat keine Sprecher-Ausbildung, das hört man gelegentlich. Aber er hat etwas, das kein Training ersetzen kann: das direkte Wissen um das Gesagte. Wenn er schildert, wie er Gegenstände einzeln aus dem Schlamm rettete, klingt das wie eine Erinnerung, nicht wie eine Zeile Text. Eine Rezensentin schrieb: « Ich hatte zum Teil Tränen in den Augen und fühlte mit. Lachen musste ich aber auch. » Das beschreibt den Tonfall des Hörbuchs präzise.

Der Galgenhumor ist dabei kein Stilmittel für Distanz, sondern das Gegenteil davon. Wer in einer Katastrophe über sich selbst lachen kann, zeigt damit, dass er noch da ist. Neumann setzt das sparsam ein, aber an den richtigen Stellen.

Was dieses Protokoll leistet, das Nachrichtenartikel nicht können

Drei Stunden und 33 Minuten sind für ein Sachbuch dieser Art eine knapp bemessene Laufzeit. Es ist bewusst keine Gesamtschau der Katastrophe, keine Analyse staatlicher Versäumnisse aus der Vogelperspektive. Neumann erzählt, was er sah, hörte, roch und anfasste. Die Verzweiflung beim Warten auf Hilfe. Der Bürokratismus, der sich im Wiederaufbau auftürmte. Das Miteinander der Nachbarschaft, das plötzlich wichtiger wurde als alles andere.

« Ehrlich und offen, ohne Beschönigungen oder Über- oder Untertreibungen, einfach Tatsachen », schrieb eine andere Leserin. Das trifft es. Neumanns Sprache ist nicht literarisch ausgefeilt. Sie ist direkt. Und im Hörbuchformat ist genau das ein Vorteil: Direkte Sprache trägt sich besser als Prosa, die auf dem Papier lebt.

Zu erwähnen ist auch, dass dieses Hörbuch exklusiv bei Audible erschienen ist. Man kann es nicht woanders kaufen. Für ein Werk, das einen wichtigen Teil deutsches Zeitgeschichte dokumentiert, ist das diskussionswürdig. Aber es ist die Realität des heutigen Hörbuchmarkts.

Grenzen und Leerstellen

Wer eine strukturierte Analyse der Flutkatastrophe erwartet, politische Konsequenzen aufgearbeitet sehen möchte oder eine umfassende Darstellung aller Betroffenen sucht, wird hier nicht fündig. Neumann erzählt sein Ahrtal, nicht das Ahrtal. Das ist zugleich die Stärke und die Einschränkung des Formats.

Auch der Ton ist nicht für jede Stimmung geeignet. Wer gerade selbst in einer Krisensituation steckt oder von Naturkatastrophen persönlich betroffen war, sollte bewusst mit dem Hören wählen. Die Schilderungen sind eindringlich und treffen auch auf Distanz.

Wer jedoch verstehen will, wie sich eine Katastrophe dieser Dimension von innen anfühlt, und wer eine Stimme sucht, die ohne Wehleidigkeit und ohne Auflösung erzählt, der findet hier etwas Seltenes: ein Zeugnis, das standhält.

Häufig gestellte Fragen

Überzeugt?

🎧 Es war doch nur Regen!? – Protokoll einer Katastrophe kostenlos hören

30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Dieses Hörbuch jetzt hören: Es war doch nur Regen!? – Protokoll einer Katastrophe


30 Tage kostenlos testen · Jederzeit kündbar

Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin