Anna, die Schule und der liebe Gott
Hörbuch & E-Book

Anna, die Schule und der liebe Gott, by Richard David Precht

Von Richard David Precht

★★★★★ 4.5/5 (835 Bewertungen)
🎧 9 Stunden und 34 Minuten 📘 Der Hörverlag 📅 26 avril 2013 🌐 Deutsch
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Über dieses Hörbuch

Unsere Kinder, die heute eingeschult werden, gehen im Jahr 2070 in Rente. Doch wir überfrachten sie mit Wissensstoff, den sie für ihr Leben kaum brauchen werden. Statt ihnen dabei zu helfen, Neugier, Kreativität, Originalität, Orientierung und Teamgeist für eine immer komplexere Welt zu erwerben, dressieren wir sie zu langweiligen Anpassern.

Demgegenüber stehen die Erkenntnisse der modernen Entwicklungspsychologie, der Lerntheorie und der Hirnforschung, die an unseren Schulen bis heute kaum berücksichtigt werden. Denn nur was mit Neugier gelernt wird, wird unseren Kindern wichtig und bedeutsam. Und nur was ihnen bedeutsam ist, weckt ihre Kreativität und spornt die Leistungsbereitschaft an.

Der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht fordert: Unsere Schulen müssen völlig anders werden als bisher. Wir brauchen andere Lehrer, andere Methoden und ein anderes Zusammenleben in der Schule. Mit einem Wort: Wir brauchen keine weitere Bildungsreform, wir brauchen eine Bildungsrevolution!

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Auf einen Blick

  • Sprecher: Der Sprecher ist in den Metadaten nicht ausgewiesen. Die Produktion stammt aus dem Jahr 2013 und orientiert sich am Sachbuch-Standard der damaligen Zeit.
  • Themen: Bildungsreform, Neugier und Kreativität als Lernprinzip, Kritik am deutschen Schulsystem
  • Stimmung: Engagiert und provokativ, manchmal dozierend
  • Fazit: Prechts Analyse des deutschen Schulsystems ist nach wie vor relevant, auch wenn einige Argumente das Jahrzehnt nicht ganz unversehrt überstanden haben.

Es gibt Bücher, bei denen man merkt, dass sie bei Erscheinen wichtig waren, und es gibt Bücher, bei denen man sich fragt, ob sie das immer noch sind. Richard David Prechts « Anna, die Schule und der liebe Gott » aus dem Jahr 2013 bewegt sich für mich in diesem Zwischenraum. Ich hörte es an zwei Werktagen, während ich morgens die Küche aufräumte und abends spazieren ging. Das passte: Es ist ein Buch, das man gut in kleinen Einheiten konsumieren kann, weil Precht seine Argumente klar strukturiert und wenig kryptisch ist.

Die Kernthese ist schnell zusammengefasst: Das deutsche Schulsystem bereitet Kinder auf eine Welt vor, die es so nicht mehr gibt. Wir überhäufen sie mit Wissensstoff, der für ihr künftiges Leben kaum von Belang sein wird, und vernachlässigen dabei die Fähigkeiten, die tatsächlich gebraucht werden: Neugier, Kreativität, Orientierung, Teamfähigkeit. Precht stützt das mit Erkenntnissen aus Entwicklungspsychologie, Lerntheorie und Hirnforschung und ruft am Ende zur Bildungsrevolution auf, nicht zu einer weiteren Reform.

Was Precht gut macht

Precht ist ein Populärphilosoph im besten Sinne: Er schreibt verständlich, ohne zu vereinfachen, und er bringt wissenschaftliche Befunde so zum Leser, dass sie sich relevant anfühlen, nicht wie Fußnoten. Die Kapitelstruktur ist klar, die Sprache präzise. Wer mit dem Bildungssystem zu tun hat, als Elternteil, Lehrkraft oder selbst als Lernender, wird viele Momente der Wiedererkennung haben.

Ein Rezensent beschreibt das Buch als stilistischen Genuss, und das ist nicht übertrieben. Precht formuliert auch unangenehme Wahrheiten mit einer Eleganz, die das Lesen nicht zur Qual werden lässt. Man muss ihm nicht in allem zustimmen, um den Wert seiner Argumentation anzuerkennen.

Was über ein Jahrzehnt angeknabbert hat

Die Jahreszahl 2013 sitzt dem Buch an einigen Stellen an. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Schulkontext werden allenfalls gestreift, obwohl diese Entwicklungen heute im Mittelpunkt jeder Bildungsdebatte stehen. Prechts Forderungen nach anderen Lehrern und anderen Methoden klingen nach wie vor richtig, aber sie werden seit 2013 in unzähligen Diskussionen wiederholt, ohne dass sich strukturell viel verändert hätte. Man hört das Buch also mit dem Wissen, dass die Bildungsrevolution, die Precht fordert, ausgeblieben ist.

Ein Rezensent hat die Gefahr angesprochen, dass Precht Missstände beschreibe, die längst bekannt seien. Das ist fair. Wer die Bildungsdebatte verfolgt, wird wenig Neues finden. Aber als gut argumentierte, zugängliche Zusammenfassung dessen, was an deutschen Schulen strukturell nicht stimmt, hat das Buch seinen Wert behalten.

Zur Hörbuch-Produktion

Ein Hinweis, der für manche Hörerinnen relevant sein könnte: In den Metadaten ist kein Sprecher ausgewiesen. Die Produktion stammt aus 2013, und der Sprecher bleibt in den verfügbaren Informationen unbenannt. Die Aufnahme entspricht dem Sachbuch-Standard jener Zeit. Nichts davon ist ein Hindernis, aber wer vor einer Entscheidung steht, sollte das wissen.

Bei 9 Stunden und 34 Minuten ist das Hörbuch gut portionierbar. Für Eltern, die gerade Kinder im Schulalter haben, oder für Lehrpersonen, die sich eine kritische Auseinandersetzung mit dem System wünschen, ist Prechts Buch auch 2026 noch lesenswert. Nur sollte man es mit dem Wissen anhören, dass es ein Argument aus dem Jahr 2013 ist, das seither von der Realität teilweise eingeholt, aber nie wirklich widerlegt wurde.

Häufig gestellte Fragen

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Was Hörerinnen und Hörer sagen

★★★★★

Prechts gelungener Aufruf zur Revolution

Die Glaubwürdigkeit dieses Buches leidet ein wenig unter der Popularität des Bestseller-Autors mit seiner medialen Präsenz, seiner Eloquenz, seiner smarten Erscheinung, aber auch darunter, dass oberlehrerhaft Missstände aufgezeigt werden, die längst bekannt sind und Lösungen angeboten werden, die in dieser Gesellschaft kaum umgesetzt werden können.Gemäß dem Thema darf ich das…

— Bernd Riebe
★★★★★

Einen Stein ins Rollen bringen…

„Anna, die Schule und der liebe Gott“ ist ein typischer Precht. Es ist ein stilistischer Genuss, dieses Buch zu lesen, wenn auch seine Analyse nicht gerade angenehm ist. Wer kann schon den Scherbenhaufen schön finden, den der Autor beschreibt? Das Buch wendet sich explizit an Lehrer, Schüler, Eltern und Bildungspolitiker….

— Heike Grüter-Hommerich

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Lena Bergmann

Von Lena Bergmann

Gründerin & Literaturkritikerin